Fotos vom Auftakt im Alten Schauspielhaus © Jens Großmann

Fotos vom Auftakt im Alten Schauspielhaus
© Jens Großmann

Das „Kommando Himmelfahrt“ beeindruckte das Publikum mit dem ersten von drei Teilen der „Sound of the City“-Reihe.

Als sich die Zuschauer am vergangenen Dienstag Abend im Foyer des Elberfelder Schauspielhauses versammelt hatten, um sich das Stück „Sound of the City – Bund der Utopisten“ anzuschauen, wusste niemand so recht, was auf sie zukommt.

Eine neue Ära wird gegründet

Dann tritt Thomas Fiedler, Leiter des „Kommando Himmelfahrt“ mit seinem Kollegen Jan Dvorak auf die Bühne. Unter magisch wirkenden Lichtprojektionen an der Decke, die mit weißen Sternbildern auf tief dunklem Grund verzaubern, erklärt er die Gründung des Bundes der Utopisten, an dem auch die anwesenden Wuppertaler teilhaben sollen.
Mit einer goldene Schallplatte (Release: Frühling 2017), live und vor Publikum aufgenommen, soll sich bei den Bewohnern der Insel Utopia beworben werden. Dort gelten die Ideen und Erfahrungen der einzelnen als Allgemeingut, eine ideale Gesellschaft wird präsentiert. Angelehnt ist die Idee an den 1516 geschriebenen Roman „Utopia“ von Thomas Morus, der auf den Berichten des Raphael Hythlodeus basiert.

Ein himmlisches Zusammenspiel verschiedenster Künstler

© Jens Großmann

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Ob atemberaubender Gesang von Baritonistin Lucia Lucas und Kollege Jan Röttger, leidenschaftlich gespielte Stücke des Wuppertaler Sinfonieorchesters oder skurrile Klänge des Impro-Ensembles Partita Radicale – alle trugen einen Teil bei und trafen zumindest mit ihrer Performance direkt ins Herz. Weitere Künstler wie Sängerin Anna Luca, der Opernchor und Kapellmeister Johannes Pell zählten zum Ensemble des Abends.

Bedeutende Reden vervollständigten das Programm

Nicht nur emotionale, sondern auch gesellschaftskritische Beiträge wurden vorgestellt. Zwischen den Lesungen der Rahmengeschichte um den Seefahrer Hythlodeus, der einst die Insel Utopia entdeckt haben soll, waren auch erkenntnisreiche Reden fester Bestandteil der Live-Aufnahme. So sprach sich zum Beispiel Wuppertals Oberbürgermeister Andrea Mucke in seinem Grußwort an die Utopia dafür aus, „mehr Wuppertal zu wagen“ und eine freie, demokratische und solidarische Welt zu schaffen – beinahe frei nach Friedrich Engels. Christian Hampe, Gründer und Geschäftsführer von Utopiastadt im Mirker Bahnhof sprang von Ernst Bloch bis hin zu Marco Polo und appellierte an die Wuppertaler, „nie dem Hochmut zu verfallen, schon angekommen zu sein.“, immer neue Ziele zu haben.
Mit der Aufforderung „Lasst uns Utopien schaffen!“ hatte Udo Schneidewind vom Wuppertaler Institut Wirkung erzeugt.

Wuppertaler zu Utopisten erklärt

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Die Mischung aus Theater, Lesung, Oper und Sinfonie hat bei allen Anwesenden eine Atmosphäre der besonderen Art erzeugt. Damit wurde das Ziel des „Kommando Himmelfahrt“, „Visionäres, Utopisches und Alternatives zu befördern“ an diesem Abend mit Sicherheit erreicht.
Nicht zuletzt dank des letzten „Akts“, in dem die Utopia Hymne gemeinsam mit dem Publikum gesungen wurde, das so auch ein kleiner Teil eines neuen utopischen Wuppertals geworden ist.
Ein wunderbares Stück ist entstanden und doch bleiben mehr als nur eine Frage offen. Was bedeutet Utopie für den einzelnen, was für die Wuppertaler Gesellschaft und wie wird sich die Stadt durch den Bund der Utopisten in Zukunft verändern? »lyh«

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