Für Anna Volkova ist das Wohl von Kindern eine Herzensangelegenheit. Schon während ihres ersten Besuches 2025 in Kamjanske sprach sie, als Teil einer Wuppertaler Delegation im Zuge der Städtepartnerschaft, den dortigen Bürgermeister auf die Idee einer Ferienfreizeit im Tal an: „Das stieß sofort auf Begeisterung, so dass ich mich zurück in Wuppertal mit meinem Kirchenteam zusammengesetzt, die Möglichkeiten besprochen und weitere Unterstützer gesucht habe.“ Schnell habe sie viele engagierte Menschen und Organisationen gefunden, darunter etwa die Heilsarmee, die einen großen Teil der Finanzierung der Ferienaktion übernommen hat.
Sorgen und Ängste des Krieges nehmen
Seit dem 11. August sind nun 15 ukrainische Kinder im Alter zwischen neun und 13 Jahren und zwei Betreuerinnen aus Kamjanske in Wuppertal zu Gast. „Zum Start der 48-stündigen Busfahrt hat sich die Gruppe untereinander nicht gekannt, doch während der Fahrt zu uns wurde aus ihnen ein großer Freundeskreis“, so Volkova. Die gebürtige Ukrainerin, die zum Studium nach Wuppertal kam und anschließend die „Kirche im Tal“ als Pastorin übernahm, möchte den Kindern „einige Tage die Sorgen und Ängste des Krieges nehmen“.
Kamjanske liegt von der aktuellen Front in etwa so weit entfernt wie Wuppertal von Aachen. „Die Kinder, die uns derzeit besuchen, verbindet, dass sie entweder einen Elternteil im Krieg verloren haben oder ein Elternteil in der ukrainischen Armee dient“, erläutert Anna Volkova die Hintergründe.
Wiederholung der Ferienaktion geplant
Im Bergischen Land haben die 15 Kinder, die noch bis zum 21. August hier sind, bereits viel erleben können. So haben sie unter anderem den Upsalla Kinderpark, den Wuppertaler Zoo und auch Schloss Burg besucht. „Im Anschluss an Schloss Burg haben wir noch die Müngstener Brücke besucht, wo die Kinder bei sehr warmen Wetter eine kleine Abkühlung in der Wupper genießen konnten“, erklärt Wilhelm Schuppener, der mitverantwortlich für die Programmplanung ist. Auch die Schwebebahn durfte nicht fehlen, wie Volkova erzählt: „Mit dieser wollen sie auch noch mal die ganze Strecke fahren.“ Auch ging es über das Bergische Städtedreieck hinaus – nach Düsseldorf zum Solinger Abgeordneten Josef Neumann im Landtag Nordrhein-Westfalen sowie zur „Classic Remise Düsseldorf“, einer Dauerausstellung von Oldtimern.
Die Pastorin denkt bereits an eine Wiederholung der Aktion mit mehr Kindern: „Wir haben den Anfang gemacht und Erfahrungen gesammelt, die wir im Anschluss innerhalb des Teams besprechen werden, um so mit mehr Partnern und Unterstützung den nächsten Kindern aus Kamjanske eine schöne Zeit zu schenken. Wer mitmachen will, kann sich gerne bei uns melden!“ »mw«
Kirche im Tal
- Anschrift: Kleine Flurstraße 11, 42275 Wuppertal
- E-Mail: kircheimtal (at) gmail.com
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