Beim Bürgerentscheid abstimmungsberechtigt sind
- Deutsche oder EU-Bürger:innen,
- die das 16. Lebensjahr vollendet haben,
- mindestens seit dem 16. Tag vor der Abstimmung mit einzigem oder Hauptwohnsitz in Wuppertal gemeldet und
- nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind.
Die Briefwahlunterlagen für die rund 255.000 Abstimmungsberechtigten sollten bereits zwischen dem 21. und 28. März 2026 zugestellt worden sein. Bei Problemen können sich Bürger:innen an die Wahlbehörde der Stadt wenden.
Stadion am Zoo und Schwimmoper als Standorte für die Olympischen und Paralympischen Spiele
Als eine von 17 Kommunen an Rhein und Ruhr möchte sich Wuppertal um die Austragung von Olympischen und Paralympischen Spielen im Jahr 2036, 2040 oder 2044 bewerben. Konkret könne Wuppertal das Stadion am Zoo (Fußball) und die Schwimmoper (Wasserball) einbringen – womöglich auch eine Event-Arena in Varresbeck. Laut Einschätzung der Stadt kämen diese Standorte für Training und Vorrundenspiele infrage. Während der Fußball-Europameisterschaft 2024 befand sich ein Team Base Camp für die slowenische Nationalmannschaft in Wuppertal.
Die Aufgabe der „Leading City“ soll Köln übernehmen, wodurch in der Domstadt das temporäre Leichtathletik-Stadion, das Olympische und Paralympische Dorf sowie der Media-Hub verortet sein sollen. Auch sollen keine neue Sportstätten gebaut, sondern bestehende primär ertüchtigt werden, was den Bedarf vollständig decken würde.
Im Zuge einer erfolgreichen Bewerbung hoffen die städtischen Verantwortlichen auf zusätzliche Förderungen durch Land und Bund für Wuppertals Sportanlagen, was dem Breitensport zugute kommen könnte. Auch rechne man mit einem positiven touristischen Effekt und Investitionen in ÖPNV, Digitalisierung und Barrierefreiheit in der Region.
Große Mehrheit im Wuppertaler Stadtrat für die Olympischen und Paralympischen Spiele
Die Frage, die Wahlberechtigte in Wuppertal bis zum 19. April 2026 beantworten können, lautet:
Sind Sie dafür, dass sich die Stadt Wuppertal an der gemeinsamen Bewerbung der Region Rhein/Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044 beteiligt?
Die Fraktionen und Gruppen im Rat der Stadt haben diese Frage bereits beantwortet, wie eine Unterseite der Stadt im Web auflistet. Neben Oberbürgermeisterin Miriam Scherff stimmen SPD, CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP/WfW, BSW und die AfD für die Bewerbung. DIE LINKE stimmt dagegen, die Ratsgruppe Stark und Bunt / Die PARTEI hat keine Abstimmungsempfehlung eingereicht.
Olympia in Wuppertal: Vor- und Nachteile aus Sicht der Ratsfraktionen
Die SPD hebt – neben möglichen Investitionen in Wuppertal – hervor, dass die Spiele „Begeisterung für Sport wecken und den Zusammenhalt in unserer Stadt stärken“ können. Aus Sicht der CDU würde langfristig der Vereins- und Nachwuchssport profitieren, da in bestehende Anlagen investiert werde. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern eine nachhaltige Olympia-Bewerbung, unter anderem mit Fokus auf die Erreichbarkeit der Sportstätten mit Bus und Bahn sowie den Ausbau der Barrierefreiheit. Für die gemeinsame Fraktion von FDP und der Wählergemeinschaft für Wuppertal (WfW) bieten die Spiele Investitionen, wirtschaftliche Impulse und internationale Sichtbarkeit. Die AfD-Fraktion betont die mögliche umfassende Modernisierung vorhandener Sportstätten. Das BSW sieht in den Spielen einen Beitrag zur Völkerverständigung und zum Frieden.
Die Fraktion Die LINKE lehnt die Bewerbung hingegen ab. Aus ihrer Sicht würden Erfahrungen vergangener Spiele zeigen, dass Olympia kein maßgeblicher Wirtschaftsfaktor für die Region, sondern ein finanzielles Risiko für die Kommunen sei. Fraglich sei aus Sicht der Ratsfraktion, ob lokale Sportstätten überhaupt profitieren könnten, denn bereits für die potenzielle Durchführung der Spiele würden Kosten anfallen, die den Sporthaushalt belasten, aber nicht zwingend bei den Sportstätten ankommen würden. Profitieren würde vor allem das Internationale Olympische Komitee (IOC). »mw«
Auszählung und Gültigkeit des Bürgerentscheids
Damit das Ergebnis des Bürgerentscheids gültig bzw. bindend ist, müssen sich 25.400 Wuppertaler:innen (Abstimmungsquorum von 10 Prozent der Wahlberechtigten) beteiligen. Die Auszählung der Stimmzettel erfolgt – zeitgleich in allen 17 potenziellen Ausrichterkommunen in NRW – am Sonntag, 19. April, um 18 Uhr in der Wuppertaler Unihalle.
Weitere Informationen sind abrufbar unter:


