Ehrenamtsatlas 2026: Wuppertaler investieren mehr Zeit ins Ehrenamt

Wuppertaler Bürger:innen leisten durchschnittlich 224 Stunden pro Jahr ehrenamtliche Arbeit – das sind 32 Stunden mehr als noch vor zwei Jahren. Bewertet nach dem aktuellen Mindestlohn entspricht diese Leistung einem wirtschaftlichen Gegenwert von knapp 450 Millionen Euro jährlich (2024: 373 Millionen Euro). Dies geht aus dem aktuellen Ehrenamtsatlas NRW 2026 der staatlichen Lotteriegesellschaft WestLotto hervor.

Trotz des gestiegenen Zeitaufwands pro Kopf folgt die Gesamtbeteiligung in Wuppertal dem Landestrend: Die Ehrenamtsquote sank im Vergleich zu 2024 von 53 leicht auf aktuell 49 Prozent.

Demografische Verteilung des Engagements

So verteilt sich das ehrenamtliche Engagement in der Wuppertaler Stadtgesellschaft:

  • Geschlechterverteilung: Frauen führen das Feld an – 55 Prozent der Wuppertalerinnen engagieren sich lokal ehrenamtlich, verglichen mit 44 Prozent bei den Männern.
  • Altersstruktur: Die Generation 60 Plus bildet mit 40 Prozent wieder die stärkste Gruppe der Engagierten, gefolgt von den 30- bis 44-Jährigen (30 Prozent) und der Gruppe der 45- bis 59-Jährigen (18 Prozent).
  • Junge Erwachsene: Bei den 18- bis 29-Jährigen fiel der Anteil der Ehrenamtlichen nach einem kräftigen Aufwärtstrend seit 2022 erstmals wieder unter die Marke von 20 Prozent und liegt bei 12 Prozent.

Laut Ehrenamtsatlas gehören „Sport und Bewegung“, „Religion und Kirche (inkl. Seelsorge)“ sowie „Nachbarschaft (z. B. Nachbarschaftshilfe, Begrünung von öffentlichen Flächen)“ zu den beliebtesten Ehrenamtsbereichen der Wuppertaler:innen.

Blick in die Zukunft: Das fordert die Wuppertaler Bevölkerung

Um das Engagement in der Stadt wieder breiter aufzustellen, hat das Sozialforschungsinstitut forsa im Rahmen der Studie konkrete Lösungsansätze abgefragt:

  • Digitalisierung: 63 Prozent wünschen sich mehr Möglichkeiten für digitales Engagement, etwa im Homeoffice.
  • Arbeitswelt: 42 Prozent fordern eine größere Unterstützung durch Arbeitgeber:innen, etwa durch Freistellungen.
  • Anerkennung: 26 Prozent erwarten mehr gesellschaftliche Anerkennung für den freiwilligen Einsatz. Zudem bemängeln knapp 20 Prozent der Befragten eine fehlende Wertschätzung durch die Politik.

Die Daten des Ehrenamtsatlas 2026 verdeutlichen nach Ansicht der Ehrenamtsagentur „Zentrum für gute Taten e.V.“, dass das Ehrenamt eine wesentliche und tragende Säule des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Wuppertal bleibt. Während die Aktiven immer mehr Zeit einbringen, bleibt es aus Sicht des Zentrums nach wie vor eine Herausforderung, mehr jüngere Menschen für den freiwilligen Dienst an der Gemeinschaft zu begeistern. »red«

Ehrenamtsatlas 2026

Der landesweite Ehrenamtsatlas wurde von forsa erstellt und erscheint alle zwei Jahre für Nordrhein-Westfalen.

Die gesamte Studie und alle interaktiven Einzelergebnisse finden sich auf der Internetseite von WestLotto unter: www.ehrenamtatlas.de

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