FlamBee in Wuppertal: Ein Hauch Frankreich im Luisenviertel

Kewin Bilgen (27) und Michalina Swierczek (26) haben sich im ehemaligen 79° im Luisenviertel ihren Lebenstraum erfüllt: ein französisches Bistro mit zum Teil ungewöhnlichen Flammkuchenvariationen und einem gemütlichen Hinterhof. Wie es zum FlamBee kam, welche weiteren Planungen es gibt und wie die erste Resonanz ist, haben sie im Gespräch mit blickfeld verraten.

Kewin Bilgen (l.) und Michalina Swierczek (r.) im FlamBee - Foto: mw

Michalina Swierczek kennt die Gastronomie und das damit verbundene „Multitasking, die Verbindung zu den Menschen und den positiven Stress“ seit ihrem 17. Lebensjahr. Beruflich war sie nach ihrem Biologie-Studium an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und ihrer anschließenden Ausbildung als Marketing- und Kommunikationskauffrau zuerst in diesem Bereich tätig. Dort fehlte ihr jedoch der persönliche Kontakt zu Menschen und ihre Tätigkeit im (Home-)Office erfüllte sie nicht. „Ich hatte Hummeln im Po und wollte aktiv werden“, erzählt sie. In dieser Zeit reifte der schon lang gehegte Traum eines eigenen Cafés, aus dem schließlich die Idee für ein kleines Restaurant wurde.

Ihr Partner Kewin Bilgen teilte diesen Traum und kellnerte schon früh im Biergarten. Später war er im Bauunternehmen seines mittlerweile verstorbenen Vaters tätig und anschließend in einem Getränkemarkt, bevor er sein noch laufendes Studium „Sales Engineering and Product Management“ an der RUB begann. Bis heute kocht und probiert er sich gerne in seiner privaten Küche aus, was seinen Wunsch zusätzlich befeuerte.

Der gemütliche Hinterhof des FlamBees – Foto: Kewin Bilgen

Eröffnung unter Zeitdruck – ein halbes Jahr früher

Im vergangenen Jahr wurde aus dem Traum einer eigenen Gastronomie ein Konzept, das am Ende sogar ein halbes Jahr schneller umgesetzt werden konnte als geplant. „Eine Eröffnung hatten wir zuerst für Ende 2026 angedacht“, so Bilgen. Doch schon Mitte Dezember 2025 fanden sie den passenden Standort in der Luisenstraße 61 in Wuppertal-Elberfeld – vielen noch bekannt als das 79°, das nach zehn Jahren 2025 schloss. Von da an ging es schnell, wie das neue Inhaberpaar ausführt: „Der Businessplan wurde aufgestellt, der Innenraum, Hinterhof und Außenbereich konzipiert sowie alle notwendigen Genehmigungen beantragt.“

Große Unterstützung erhielten beide von Wuppertals Nachtbürgermeister Thomas „Tom“ Plath. „Er hat uns Tipps gegeben, Kontakte, Lieferanten und Unternehmen vermittelt und uns an die Hand genommen“, so Swierczek. Beide schätzen zudem das generell kollegiale und unterstützende Miteinander unter den Gastronomen im Luisenviertel.

Der Innenbereich, inspiriert von Pariser Bistros – Foto: mw

Ein Renner des Sommers: französische Zwiebelsuppe

Für die baldigen Neu-Wuppertaler Kewin Bilgen und Michalina Swierczek, die aus Essen kommen und in Kürze nach Uellendahl ziehen, tickte die Uhr, denn sie wollten das FlamBee zum 10. Mai, dem Tag des Luisenfests, öffnen. „Das war eine große Herausforderung, weil wir aufgrund zahlreicher Formalitäten erst ab Mitte März mit dem Umbau beginnen konnten. Dank tatkräftiger Unterstützung von Familie und Freunden waren wir binnen weniger Wochen und pünktlich zum Fest startklar“, blicken beide zurück. Seitdem sei das „French Bistro“ regelmäßig ausgebucht.

Beide bezeichnen sich als „Flammkuchen-Fans“. Die Karte des FlamBees bietet entsprechend klassische wie auch ungewöhnliche Variationen mit persönlicher Note an. „Zu den bisherigen Favoriten unserer Gäste gehören ‚The Goat‘, cremig mit Birnen, Feigen, Ziegenkäse und Trüffelhonig, und ‚Poirfection‘, süß-salzig mit Birnen, Feigen, Bergschinken, Trüffelhonig und Mandeln“, so Bilgen. Daneben bietet das FlamBee Suppen, Salate, Croques (französische Sandwiches) sowie kleine Snacks und Süßes an. „Sehr beliebt ist auch die ‚Soupe à l’oignon‘, unsere Zwiebelsuppe, was uns tatsächlich überrascht hat, weil wir Suppen eher als Herbst- oder Wintermahlzeit eingeschätzt haben. Doch manche Menschen kommen extra wegen der Suppe vorbei.“

Der unter Besucher:innen beliebte „Poirfection“ und „Chèvre chaud“, warmer Ziegenkäse mit Feigen, Trüffelhonig und knusprigem Landbrot – Foto: mw

Grand-Opening im Sommer und Planungen für den Winter

Aufgrund der hohen Resonanz gehen manche kleinere „Baustellen“ aktuell langsamer voran. „Der Innenbereich, inspiriert von Pariser Bistros, erfordert noch ein paar Handgriffe, eine Webseite ist in Vorbereitung und wir planen auch ein richtiges Grand-Opening für den Sommer“, fasst Swierczek zusammen. Währenddessen seien bereits die ersten Buchungen für geschlossene Gesellschaften, darunter eine standesamtliche Trauung und eine „Babyshower“, eingegangen. An Ideen mangelt es beiden nicht: Fonduezelte im Winter sind eine davon – Reservierung voraussichtlich empfohlen. »mw«

FlamBee Wuppertal

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