Kaffeerösterei KIVAMO: Kaffeeoase in Wuppertal

Der morgendliche Filterkaffee zum Wachwerden, der schnelle Espresso während der Arbeit oder der kunstvollverzierte Cappuccino am Nachmittag – Kaffee, in den verschiedenen Formen, ist für die meisten von uns aus dem alltäglichen Leben nicht wegzudenken. Kubilay Dogantekin und Michele Senatore haben es sich mit der Kaffeerösterei KIVAMO zur Aufgabe gemacht, Wuppertal und die Umgebung mit besonders gutem Kaffee zu versorgen.

Kubilay Dogantekin über seinen Weg in die Selbstständigkeit

Die dampfende heiße Tasse, der Geruch und das Aroma – Kubilay Dogantekin liebt Kaffee, gerade wenn er frisch gemahlen und zubereitet wurde. Was der gebürtige Remscheider aus seiner Heimat kennt, fehlte ihm während seines Bachelor-Studiums an der Bergischen Universität: eine Kaffeerösterei in Wuppertal. Das war vor vier Jahren. Die damals (enttäuschende) Feststellung entwickelte sich mit der Zeit zur Gründungsidee, besonders während seines Masterstudiums im Fach „Unternehmensgründung“.

Säcke voller Kaffee im KIVAMO © mw

KIVAMO-Gründung: Businessplan als Master-Thesis

Der heute 28-Jährige arbeitete zuvor schon in Bars und röstete selbst kleinere Mengen Kaffee. Sein Geschäftspartner und KIVAMO-Mitgründer Michele Senatore (34) war bereits in einer Rösterei in Remscheid tätig und ist IHK-zertifizierte Kaffeesommelier. Gemeinsam eröffneten sie im Dezember 2017 das KIVAMO. Dem voraus ging Kubilay’s Master-Thesis, die zugleich der Businessplan des KIVAMOs ist. Schon der Name kommt nicht von ungefähr. Es ist eine Kombination aus „Kaffee“ und „Ich liebe Dich“, wie der von der Specialty Coffee Association (SCA) als Barista-Trainer zertifizierte Kubilay erklärt: „Während ‚Kiva‘ auf alttürkisch Kaffee bedeutet, ist ‚ti amo“ italienisch für ‚Ich liebe Dich‘.“ Es folgten Ladensuche, Kreditanträge und der Aufbau von Netzwerken. Zudem hat sich der ehemalige Wuppertaler Student Kaffeeröstereien in Hamburg und in der Türkei angeschaut, die ersten „do‘s und dont‘s“ in Erfahrung gebracht und davon in puncto Gründung profitiert.

„Latte Art“: kunstvoll verzierter Cappuccino © mw

Vierzehn Kaffeesorten, Barista-Kurse und Ausstattung für den heimischen Kaffeegenuß

Große Säcke aus grobem Stoff, randvoll gefüllt mit Kaffeebohnen, ein Regal mit Kaffeemaschinen und natürlich der, vor der Theke platzierte, Kaffeeröster. Wer das äußerlich unscheinbare KIVAMO an der Uellendahlerstraße betritt, erkennt sofort, dass die Verarbeitung des Kaffees hier im Mittelpunkt steht.

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Kaffeeliebhaber können nicht nur leckeren Kaffee trinken und ab und an schmackhaften Kuchen essen, sondern auch alles für den heimischen Kaffeegenuß mitnehmen.

Orang-Utan gehört zu den beliebten Kaffeesorten

Derzeit hat die Kaffeerösterei vierzehn Sorten im Sortiment, mit steigender Tendenz. „Beliebt ist beispielsweise Orang-Utan Kaffee, hinter dem zugleich ein Projekt steht, dass den Orang-Utan und seinen Lebensraum, den Regenwald, schützen möchte“, erklärt Kubilay, der auf fairen Kaffeehandel einen ebenso großen Wert legt, wie auf guten Geschmack.

Kubilay neben dem Kaffeeröster im KIVAMO © mw

Damit es guten Kaffee auch zu Hause gibt, können Interessenten regelmäßig stattfindende Barista-Kurse buchen, um beispielsweise die Zubereitung eines perfekten Espresso zu erlernen, und sich gar künstlerisch in Latte-Art versuchen. Zugleich können im Laden passende Kaffeemaschinen erworben werben, die Kubilays Kollege Michele, als ausgebildeter Elektroinstallateur, bei Problemen gar in der hauseigenen Werkstatt reparieren kann. Die Beiden sind auch viel unterwegs und dabei unverkennbar: Ob bei Stadtfesten, Hochzeiten, Messen oder Firmenevents – oft stehen sie mitten im Geschehen und verkaufen aus ihrem umgebauten und schwarz lackierten Piaggio APE heraus selbstgemachten Kaffee. „Wir werden regelmäßig gebucht und bekommen auf den Veranstaltungen viel gutes Feedback. Die Leute sind von unserem Cappuccino begeistert“, so Kubilay.

Teil des KIVAMO-Angebotes © mw

Kein Mensch für einen Standard-Bürojob

Kubilays Tag beginnt früh und endet nicht selten erst um 22 oder 23 Uhr. Ohne einen Ausgleich wie Sport wäre das Pensum schwer zu schaffen. Kubilay kümmert sich um alles, was im Laden anfällt: „Kaffee mahlen, Bestellungen im Online-Shop bearbeiten, Kundentermine wahrnehmen, den Boden wischen und viele andere Dinge stehen auf dem Plan.“ Er freut sich darüber, dass er von seiner Familie, seiner Partnerin und seinen Freunden tatkräftig unterstützt wird. „Sie alle trinken jetzt auch guten Kaffee“, erzählt er schmunzelnd. Es ist anstrengend, aber er ist sichtlich glücklich und zufrieden mit der Arbeit, denn hier kann er sich selbst verwirklichen. Die Selbstständigkeit ist ihm wichtig und, dass er sich mit seiner Arbeit identifizieren kann. Ein Standard-Bürojob mit 40-Stunden-Woche wäre hingegen undenkbar für ihn: „Das KIVAMO ist meine Leidenschaft.“

Hier kommt der leckere Kaffee raus © mw

Besserer Kaffee für Wuppertal

Sein Ziel für die Zukunft: besserer Kaffee für Wuppertal. „Dazu möchte ich ein bisschen was in der Welt bewegen. Zum Beispiel direkte Kontakte zu den Bauern in Lateinamerika und Afrika aufbauen und den Kaffee – im Sinne von mehr Transparenz und fairen Handel – direkt beschaffen. Dazu das ein oder andere Hilfsprojekt realisieren, wie eine Wasserstelle in Äthopien.“ Auch möchte er mit dem KIVAMO eine eigene Filiale in der Innenstadt eröffnen und mehr Menschen mit seinem Kaffee erreichen.

Für andere Gründer hat er zum Abschluss noch einen Tipp parat: „Bereitet euch gut auf die Gründung vor und lernt aus Fehlern und von Erfahrungen anderer.“ »wm & mw«

Anschrift und Öffnungszeiten (Stand: 26. Juni 2018)

KIVAMO Kaffeerösterei & Werkstatt
Uellendahler Str. 312
42109 Wuppertal (Maps)

  • Dienstag und Donnerstag: 16 bis 18 Uhr
  • Freitag und Samstag: 9 bis 15 Uhr

Mehr Informationen zum KIVAMO unter:

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