Der Wuppertaler Christian Surrey testete Elektro-Mobilität im Bergischen Land

Testete E-Mobilität im Tal:
Christian Surrey © Surrey

Diesel-Fahrverbote, E-Auto-Quote, Abgas-Grenzwerte – spätestens seit den jüngsten Skandalen in der Automobilindustrie hat die Diskussion um E-Mobilität neu an Fahrt gewonnen. Doch wie Alltagstauglich ist diese in Wuppertal und Umgebung. Diese Frage hat sich Christian Surrey, angehender Lehrer für die Fächer Philosophie und Germanistik, gestellt. Der Wuppertaler testete 48 Stunden einen Renault Zoe auf den Straßen des Bergischen Landes. Wir sprachen mit ihm über seine dabei gesammelten Erfahrungen.

Kostenlos Testen konnte Christian das E-Auto dank einer Renault-Aktion. Die „XXL-Probefahrt“, auf die er über Twitter aufmerksam geworden ist, lies nach Anmeldung im Juni bis Anfang August auf sich warten. Renault schreibt auf seiner Angebotsseite derzeit selbst von einer „hohen Nachfrage“ und hat die Testzeit zwischenzeitlich auf 24 Stunden halbiert.

E-Auto: „Das Fahrgefühl ist super“

Das Fahrgefühl begeisterte © Surrey

In puncto Elektro-Antrieb hatte Christian, der als Leiter der Jugendredaktion musikwohnzimmer.de viel unterwegs ist, schon einige Berührungspunkte. Der RC-Rennfahrer aus Kindheitstagen testete bei „Drive Now“ in Köln den BMW i3 und düste zudem mit dem Renault Twizzy durch die Straßen im Tal. „Mit der Zoe Testfahrt wollte ich erproben, wie ich ein erschwinglicher E-Wagen im City-Alltag verhält.“ Ohne staatliche Förderung wird das Modell derzeit bei etwas über 20.000 Euro gehandelt.

„Das Fahrgefühl ist super und steht deutlich über dem eines Autos mit Verbrennungsmotor. Zudem ist es unterwegs sehr leise. Man fühlt sich bei der Fahrt durch die Natur wie auf einer Besichtigungstour, ähnlich wie beim Blick aus dem Fenster während einer Bahnfahrt“, fasst Christian zusammen und ergänzt: „Zudem ist die Leistung sofort abrufbar. Die Beschleunigung erfolgt umgehend, der Wagen muss nicht erst auf ‚Touren‘ kommen.“ Auch Freunde und Familie zeigten sich begeistert: „Natürlich waren alle neugierig, wollten mitfahren und fanden es am Ende ziemlich cool.“

Ähnlich fällt auch sein Fazit aus: „Hätte ich jetzt das Geld, würde ich mir einen E-Kleinwagen kaufen.“ Ganz problemlos verlief der E-Alltag jedoch nicht.

Rund 160km Reichweite und unübersichtliches Angebot an E-Tankstellen

Nicht unproblematisch: Aufladen in Wuppertal
© Surrey

Auch wenn das neuere Modell seines Testwagens bereits mehr als das doppelte an Reichweite leisten soll, stellt sich die Frage: „Wo kann ich meine Auto laden?“

Nach seinen Recherchen seien Auflademöglichkeiten und -angebote in Wuppertal noch recht unübersichtlich: „Neben Akzenta und Ikea bietet auch das Hochschul-Sozialwerk eine Lademöglichkeit an.“ Letztere ist Studierenden der Universität vorbehalten, während am Campus Freudenberg alle ihr Fahrzeug kostenlos aufladen können.

Christian fehlt bei den Tankmöglichkeiten eine Standardisierung: „Es gibt kostenlose und kostenpflichtige Angebote, letztere erfordern meist Ladekarten der jeweiligen Anbieter, wie im Falle der Wuppertaler Stadtwerke, die auch an Ladestationen von Kooperationspartnern funktionieren, aber nicht an allen. Kurz: Einfach an die E-Tanke fahren ist nicht, man muss sich vorab über die Möglichkeiten informieren und entsprechend planen – gerade bei weiteren Strecken.“ Den sogenannten Z.E.-Pass von Renault, der laut Anbieter „Einfaches aufladen – überall und jederzeit!“ ermöglichen soll, konnte er nicht testen.

Ladezeiten zwischen einer und neun Stunden

Wenn die passende Ladestation dann gefunden wurde, kann es durchaus zügig gehen, wie Surrey weiß: „Am Schnellader ist das E-Auto nach rund einer Stunde voll. Am heimischen SchuKo-Stecker dauert es etwa acht bis neun Stunden. Wer eine eigene Garage hat, kann das Auto nachts aufladen und ist am nächsten Morgen wieder voll startklar.“

Er ist überzeugt: „E-Mobilität gehört die Zukunft.“ »mw«

Ein Kommentar zu Mit dem E-Auto durch Wuppertal

  1. westrad.de sagt:

    Oh, ich bin auch überzeugt, dass der individuellen E-Mobilität die Zukunft gehört. Das habe ich erfahren ohne mich von einem Auto-Anbieter zu einer XXL-Probefahrt einladen zu lassen.
    Gut, meine eigenen Erfahrungen habe ich schon vor 11 Jahren gemacht mit https://blog.westrad.de/gescheitertes-mobilitaetskonzept/ aber auch heute ist es nicht viel anders: https://blog.westrad.de/17-stunden-bis-amsterdam/
    Die E-Mobilität wird in Zukunft aber hoffentlich _nicht_ 4-rädrig sein.
    Gelöst wird mit diesen E-Autos nämlich nur die Vor-Ort-Emission von CO2 – sonst nichts.
    Es gibt keinen Kupplungsabrieb, ok … weniger Bremsstaub wegen Rekupation, ok … weniger Reifenabrieb – aber der Platzbedarf im öffentlichen Raum bleibt.
    Viel Vergnügen bei der bald bevorstehenden Sperrung von Parkhaus B an der Uni, weil es saniert werden muss. Ich hoffe für Christian, dass er bis dahin im Referendariat ist.
    Da darf er dann vielleicht auch auf dem Lehrerparkplatz parken.

    Um mal ein studentisches Projekt rund um ressourcenschonender E-Mobilität ins blickfeld zu rücken: https://www.presse.uni-wuppertal.de/de/medieninformationen/2017/04/04/23366-radup-dein-campus-e-bikestudentisches-projekt-zu-einem-e-bike-verleih-an-der-bergischen-universitaet/

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