»Students for Future« trotz Corona weiter aktiv

Seit einigen Wochen tauchen freitags in ganz Wuppertal mit Kreide geschriebene Botschaften auf, die auf die Klimakrise aufmerksam machen sollen. "Wir haben eine Möglichkeit gesucht, unseren Protest weiterhin auf die Straße zu tragen, auch wenn uns das zur Zeit nicht in der gewohnten Form möglich ist", erklärt Lea Hochkirchen von den Wuppertaler »Students for Future«. Daneben ist eine Neuauflage der »Public Climate School« geplant, die dieses Mal online stattfinden und in Wuppertal mit einer Kundgebung enden soll.

Titelfoto © »Students for Future«

Die Studentin der Bergischen Universität betont: „Dadurch, dass das Klima genau jetzt zerstört wird, können wir es uns auch in Zeiten von Corona nicht leisten, Maßnahmen für einen wirksamen Klimaschutz noch weiter aufzuschieben.“

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Umgang mit der Corona-Pandemie auf die Klimakrise übertragen

Vielmehr könnte der aktuelle Umgang mit der Pandemie auch auf die Klimakrise übertragen werden, wie ihr Kommilitone Georg Winterseel ausführt: „Wir erleben zur Zeit, dass große Veränderungen auch kurzfristig möglich sind und dass politische Maßnahmen umgesetzt werden, bei denen die Menschen im Mittelpunkt stehen und wissenschaftliche Erkenntnisse nicht ignoriert werden. Dieses Vorgehen erwarten wir auch bei der Klimapolitik.“

Botschaft vor Tuffi in Wuppertal-Barmen © »Students for Future«

So hält die Bewegung ein Konjunkturprogramm, das Nachhaltigkeitsaspekte außer Acht lässt, für einen ignoranten Schritt in die falsche Richtung. „Öffentlichkeitswirksam wurden Diskussionen über eine weitere Abwrackprämie oder die Rettung von Fluggesellschaften geführt. Aber auch die Pläne aus dem Wirtschaftsministerium zeigen, dass die Maßnahmen, wie steuerlichen Entlastungen von Personengesellschaften und geringere Unternehmenssteuern vor allem eins im Blick haben: Wachstum anzuregen, ohne zu fragen, ob dieses Wachstum sinnvoll ist“, führen Hochkirchen und Winterseel aus. Dabei zeige die Corona-Pandemie, dass eine ausschließliche Ausrichtung der Gesellschaft und des Wirtschaftssystems auf Profitstreben und größtmögliche Renditen nicht krisenfest ist. „So raten mittlerweile sogar die Wirtschaftsweisen dazu, weitere Konjunkturprogramme unter Berücksichtigung des Strukturwandels zu gestalten. Insgesamt sollten Zahlungen an Veränderungen gebunden sein, die Nachhaltigkeit in den Geschäftsmodellen der entsprechenden Unternehmen verankern.“ So könnte aus Sicht von »Students for Future« beispielsweise die Verkehrswende gestaltet und in den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs oder der Fahrrad-Infrastruktur investiert werden, statt die Automobilindustrie zu subventionieren. „Langfristig geht es aber auch ganz grundsätzlich darum, andere Werte an die Stelle vom wirtschaftlichen Wachstum zu setzen, um Wohlstand zu definieren“, so die beiden Studierenden.

Weitere Botschaft © »Students for Future«

Zweite bundesweite »Public Climate School«

Vom 25. bis 29. Mai ist zudem die zweite Auflage der bundesweiten »Public Climate School« geplant, an deren Organisation sich auch die Wuppertaler Ortsgruppe von »Students for Future« beteiligt. Generell werde es im Vergleich zur gleichnamigen Aktionswoche im vergangenen Herbst ein deutlich größeres Angebot geben, da viele Veranstaltungen bundesweit organisiert und gestreamt werden. Das bisherige Programm ist online auf der Bundeseite von »Students for Future« abrufbar.

Abschlusskundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz in Wuppertal-Elberfeld

Am Freitag, 29. Mai 2020, plant die lokale Gruppe – unter Einhaltung der Abstandsregelung – eine Abschlusskundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz in Wuppertal-Elberfeld (Döppersberg). Ergänzt werden soll diese mit einer Demoschilder-Galerie in der Innenstadt. „Damit auch die Klimakrise in dieser schweren Zeit nicht vergessen wird, brauchen wir dich und dein Schild! Du kannst dein(e) Schild(er) in der nächsten Woche einfach im Ohne Wenn und Aber – Unverpacktladen oder direkt am Freitag, den 29. Mai, am Hauptbahnhof vorbei bringen!“, wirbt die Gruppe auf ihrer Facebook-Seite. »mw«

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