Studierende suchen Wohnraum in Wuppertal

„Trotz Corona: Kopf braucht Dach!“, schrieb das Hochschul-Sozialwerk Wuppertal (HSW) kürzlich. Das HSW betreibt Studierendenwohnheime mit insgesamt 1.217 Plätzen im direkten Umfeld der Universität. Diese können die Nachfrage, auch wenn das Wintersemester zum Teil digital ablaufen soll, nicht decken.

Wohnheim "Neue Burse" des Hochschul-Sozialwerkes © mw

„Einige wenige werden erst ab Mitte Oktober und Anfang November vermietet, aber insgesamt sprechen wir ab jetzt wieder von einer Vollvermietung“, so Matthias Hensche, Leiter des HSW-Wohnraum-Service. Vor diesem Hintergrund erklärt HSW-Geschäftsführer Fritz Berger: „Deshalb appelliere ich an alle privaten Haus- und Wohnungseigentümer, sich mit uns in Verbindung zu setzen, wenn Sie über freien Wohnraum verfügen.“ Das Sozialwerk hat hierzu auf seiner Homepage eine „Privatzimmervermittlung“ eingerichtet.

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Apartments speziell für Wuppertaler Studierende

Neben dem privaten Wohnungsmarkt gibt es auch weitere Angebote im Tal, die sich speziell an Studierende richten. Etwa die Livus Apartments „Im Ostersiepen“, ebenfalls unmittelbar in Uni-Nähe. Dort hat Student Jan Markert (20) ein Zimmer bezogen. Der angehende Grundschullehrer zieht aus Kaarst ins Tal: „Die Möglichkeit, Sport in mein Studium zu integrieren, bieten nur wenige NRW-Unis und ich wollte nicht zu weit weg von zu Hause wohnen.“ Pendeln, wie die meisten Studierenden, möchte er hingegen nicht: „Mir ist es wichtig, nah an der Uni zu sein, damit ich auch kurzfristig auf den Campus oder in die Bibliothek kann. Zudem weiß ich von pendelnden Bekannten, dass diese kaum Bezug zu ihrer Uni haben und dort auch nicht viele Leute kennen.“ Die Wohnungssuche empfand er schwerer, als er ursprünglich angenommen hatte: „Wuppertal ist preislich im Vergleich zu Köln oder Münster eher moderat. Doch habe ich zwei Monate gesucht und war oft von den Wohnungen oder vom Umfeld enttäuscht. So lag etwa bei einer eine Spielothek direkt gegenüber und bei einer anderen war der Hausflur bereits äußerst chaotisch.“ Mit seinem Einzelapartment ist er hingegen sehr zufrieden.

GWG Wuppertal bietet einen „Studi-Rabatt“ auf ausgewählte Wohnungen

Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Wuppertal (GWG) hat ein eigenes Angebot für Studierende. Sie erhalten auf ausgewählte Wohnungen einen zeitlich begrenzten Rabatt von bis zu 20 Prozent der Kaltmiete. „Per 1. Oktober 2020 nehmen derzeit 31 Mieter den Studi-Rabatt in Anspruch“, führt GWG-Geschäftsführer Oliver Zier aus. Studierende würden ihm zufolge meist 1- bis 2-Zimmer-Wohnungen für eine maximale Kaltmiete von 350 Euro suchen. „Über das Jahr verteilt, können wir die Nachfragen gut bedienen“, ergänzt er. Aktuell sei hier ein „gefühlter“ Rückgang erkennbar: „Die Ursache vermuten wir allerdings in der Semester-Verschiebung, sodass die Nachfrage wahrscheinlich zeitverzögert wieder wie gewohnt ansteigt.“

Neues Wohnheimprojekt FLOW startet Ende des Jahres mit der Vermietung

An der Lahnstraße baut die Prime Value Invest GmbH unter dem Namen FLOW ein neues Studierendenwohnheim. „Unsere aktuelle Planung geht – nach kurzer, coronabedingter Verzögerung – davon aus, dass die ersten Zimmer im Dezember bezogen werden können“, erklärt Geschäftsführer Alexander Usselmann. Interessierte Bewerber können die Musterwohnung ab dem 14. Oktober besichtigen (Update: Aufgrund der steigenden Infektionszahlen in Wuppertal wurden die Besichtigungen vorerst ausgesetzt). Bis zum Sommersemester 2021 sollen nach und nach insgesamt 224 Zimmer mit Basis-Preisen ab 325 Euro bereitstehen. „Unsere Vormerkungen für die Zimmer übersteigen das Angebot um ein Vielfaches. Seit einigen Wochen merken wir eine zunehmend steigende Nachfragetendenz. Wir gehen davon aus, dass es auch an den verschickten Zusagen für die Studienplätze liegt“, so Usselmann. »mw«

Privatzimmervermittlung des Hochschul-Sozialwerks Wuppertal (HSW)

Studierende können auf der „Privatzimmervermittlung“ des HSW nach Wohnungsangebote suchen. Vermieter/-innen wird dort zudem die Möglichkeit gegeben, eigenen Wohnraum kostenfrei einstellen zu lassen:

Dieser Artikel erschien auch in der Ausgabe der Westdeutschen Zeitung vom 12. Oktober 2020.

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