Augusta Muzard stammt aus Frankreich, hat in Metz Betriebswirtschaft und Sprachen studiert, einen Erasmusaufenthalt in Wuppertal absolviert und ist vor sieben Jahren dauerhaft in die Stadt gezogen. „Wuppertal ist mein neues Zuhause geworden“, sagt die Studentin, die im vergangenen Jahr den Masterstudiengang Public Interest Design (PID) begonnen hat. In diesem hat sie Vanessa Enigk kennengelernt, die für PID von Dessau nach Wuppertal gezogen ist, wo sie nun seit Oktober 2025 lebt. „Nach meinem Bachelorstudium ‚Integriertes Design‘ und einer beruflichen Phase als Designerin wollte ich noch mal woanders hin und etwas Neues ausprobieren.“
Die Wupper für die Menschen öffnen
Beide mögen die Wupper sehr, doch „es gibt kaum Orte, an denen man eine schöne Zeit am Fluss verbringen kann“, erklärt Vanessa Enigk, die ihre Kommilitonin schnell davon überzeugen konnte, aus der Frage „Wie können wir die Wupper den Menschen näherbringen?“ das nächste Semesterprojekt für ihren Studiengang zu machen. „Flüsse können die Lebensqualität in einer Stadt spürbar verbessern, insbesondere in den heißen Sommermonaten“, so Muzard.
Das Projekt ist mit einigen Herausforderungen verbunden, wie die Studentinnen schnell feststellten. „Wir mussten zügig die passenden Förderungen finden, Kontakte zur Stadt aufbauen, den richtigen Ort finden, Genehmigungen einholen und die Spaziergänge organisieren – alles zudem noch in den warmen Sommermonaten“, führt Muzard aus. In diesem Prozess wurde die Wupperwiese (GoogleMaps-Streetview), direkt neben der Agentur für Arbeit in Unterbarmen, als passender Ort gefunden.
Neue Orte an der Wupper schaffen
Dass sie mit ihrem Projekt einen Nerv treffen, zeigte die Beteiligung an den beiden Spaziergängen, zu denen die Studentinnen am 12. Juli 2026 einluden. Rund 30 Teilnehmer:innen kamen, besuchten gemeinsam mehrere Orte an der Wupper, unter anderem an der Junior-Uni, und tauschten sich über verschiedene Möglichkeiten für einen Zugang zum Fluss aus. An der letzten Station, der Wupperwiese, entwickelten sie konkrete Ideen, wie hier ein gemütlicher Ort zum Verweilen gestaltet werden kann – zum Beispiel durch mehr Sitzgelegenheiten, Mülleimer, um den Ort sauber zu halten, oder einen kleinen Steg, um die Füße ins Wasser tauchen zu können.
„Einen Teil dieser Ideen werden wir nun, unterstützt durch den Architektur-Studenten Simon Röwekamp, umsetzen und während unseres Flussfestes am 29. August präsentieren“, kündigt Muzard an. Geplant ist ein Nachbarschaftsfest, an dem sich alle beteiligen können. „Vom mitgebrachten Kuchen bis hin zu Musiker:innen aus dem Stadtteil für Live-Musik ist alles möglich“, so Enigk. Erste Partner sind bereits gefunden: So sollen sich die Junior-Uni, der Wupperverband, der Unterbarmer Bürgerverein sowie der Verein Neue Ufer mit Angeboten am Fest beteiligen.
„Für uns ist die Aktion ein Pilotprojekt, durch das die Wupper und ihr Potenzial an vielen weiteren Orten erkannt und in Zukunft erschlossen werden“, wünschen sich die beiden Studentinnen. »mw«
Flussfest auf der Wupperwiese
- Termin: 29. August 2026 (15 bis 19 Uhr)
- Anschrift: Hünefeldstraße 6 bis 8 (direkt neben der Agentur für Arbeit)
- Instagram: @wupper_wiese
- Kontakt:
vanessa.enigk (at) uni-wuppertal.de
augusta.muzard (at) uni-wuppertal.de

