Wo die Verbindung zwischen Mensch und Tier wichtig ist

Viele verschiedene Tiere finden auf dem Begegnungshof "In der Espe" ihr Zuhause. Lexa Voss, die unter anderem Pädagogin für achtsame Tierbegegnungen ist, kümmert sich mit viel Herz und Leidenschaft um sie. Auf ihrem Hof lässt sie andere Menschen daran teilhaben.

Titelfoto: Lexa Voss und Schafdame Edda © Ben Hein

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Ungefähr eine 20-minütige Autofahrt von Wuppertal-Elberfeld entfernt befindet sich dieses Stückchen Idylle in der Elfringhauser Schweiz zwischen Wuppertal und Hattingen. Seit 2016 ist der Hof von Lexa Voss als sogenannter Begegnungshof zertifiziert. Hier unterstützt sie durch tierbegleitete Coachings und Therapien sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene. „Der Fachbegriff für das, was ich hier mache, lautet: tiergestützte Interventionen. Diese beinhalten Aktivitäten, Förderung, pädagogische und therapeutische Angebote, bei denen die Tiere uns begleiten. Sie sind mit dabei, regen an, motivieren, fördern die Entspannung, treten mit uns in Verbindung und berühren uns“, erklärt Lexa.

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Ihr Angebot ist interdisziplinär, um Menschen in möglichst verschiedenen Lebenslagen zu helfen: „Ich möchte Menschen auf ihrem Weg zu sich selbst begleiten und ihnen dabei helfen, ihr schweres Lebensgepäck etwas leichter werden zu lassen.“ Neben der tiergestützten Therapie lässt Lexa, die auch Gesangspädagogin ist, außerdem musiktherapeutische und künstlerische Ansätze in ihre Coachings einfließen. So unterstütze sie große und kleine Menschen dabei, ihre Selbstwirksamkeit zu entdecken und Achtsamkeit entstehen zu lassen. Diese Workshops nennen sich dann HerdenFeeling oder NaturRauschen: „Dabei verbinde ich Musik und Klang mit Natur und Tieren. Außerdem gibt es Mantren-Abende auf der Weide.“ Bei diesen Veranstaltungen stehen experimentelle Klangreisen zum eigenen Selbst mit Gesang und den Geräuschen der Natur im Mittelpunkt. Die Teilnehmer/-innen sollen daraus neue Kraft schöpfen und lernen, sich selbst besser zu spüren.

Mit der Zeit ist es ihr zudem ein großes Anliegen geworden, einen achtsamen Umgang und die artgerechte Haltung von Tieren zu vermitteln. Auf ihrem Hof möchte sie den Tieren „genug Raum für die eigene Entfaltung“ ermöglichen. Die Menschen sollen die Persönlichkeiten der einzelnen Tiere und ihre Art zu kommunizieren kennenlernen. Das rege viele Besucher/-innen an, über das Erlebnis mit den sogenannten Nutztieren nachzudenken und neue Erkenntnisse zu entwickeln.

„Wir sind nicht ‚nur‘ ein Begegnungshof, sondern auch ein Lebenshof“

Die Idee vom Begegnungshof mit Tieren hatte Lexa schon in ihrer Kindheit. Sie wuchs mit vielen verschiedenen Tieren auf. Ihr Traum vom eigenen Hof als „schönen Ort, an dem es allen gut geht und sich alle wohlfühlen“ ist wahr geworden.

Die Gans Eddi heißt uns auf dem Begegnungshof willkommen © Ben Hein

Insgesamt 29 Tiere leben momentan auf ihrem Hof: darunter Pferde, Schafe, Hühner, Gänse, Hunde, Katzen und Schildkröten. Viele von ihnen kamen über den Tierschutz oder andere, fast abenteuerliche Wege dorthin. Die Hühnerdame Lisann wurde beispielsweise von einem Pärchen mitten auf einer Hauptstraße in Wuppertal gefunden. Die beiden kannten Lexa und ihren Hof bereits: „Sie riefen an und fragten, ob wir eventuell die Möglichkeit hätten, das Huhn zu übernehmen. Hatten wir. So kam Lisann zu uns.“ Die engste Bindung hat sie zu ihrem 27-jährigen Kaltblut Wallach Pierre: „Wir kennen uns am längsten – 17 Jahre gehen wir nun schon gemeinsam durchs Leben. Das verbindet natürlich sehr. Pierre hat einen wichtigen Platz in meinem Herzen.“ Ebenso spüre sie eine enge Verbindung zur Gans Eddi, die erst seit letztem November auf dem Hof lebt. „Es hat irgendwie ‚zoom‘ gemacht!“ Die Tiere, die hier leben, sollen so sein, wie sie möchten und das bis zu ihrem Lebensabend. Das hat einen hohen Stellenwert für Lexa: „Wir sind nicht ‚nur‘ ein Begegnungshof, sondern auch ein Lebenshof.“

„Unsere Tiere haben das Recht ‚nein‘ zu sagen und zu gehen“

Seit dem letzten Jahr gibt es die Schafbegegnungen unbegleitet, denn durch Corona und den damit einhergehenden Schutzverordnungen kann Lexa einige Veranstaltungen nicht mehr anbieten. Darunter fallen vor allem Veranstaltungen in größeren Gruppen, zum Beispiel Workshops und Fortbildungen oder Kurse für Kinder. Trotz allem bleibt die Hoffnung, dass bald wieder mehr möglich sein wird: „Die Menschen brauchen den Kontakt zu anderen Lebewesen“, weiß Lexa Voss, „hier erleben sie eine Auszeit für die Seele.“

Die Schafbegegnung – oder das ‚Schafekuscheln‘ – ist dafür eine gute Alternative und bereitet den Besucher/-innen viel Freude. Gegen eine Spende können sie hier eine Stunde auf der Wiese mit den wolligen Tieren verbringen. Der Termin hierfür kann vorher per E-Mail mit der Hofbetreiberin ausgemacht werden. Die Schafe genießen die Aufmerksamkeit von den Menschen und kommen gerne auf sie zu. Sie sind die Kuscheleinheiten gewohnt. Jedoch kann es vorkommen, dass die Tiere nicht direkt auf die Menschen zugehen oder gar nicht kommen: „Es soll allen gut gehen bei den Begegnungen. Unsere Tiere haben das Recht ‚nein‘ zu sagen und zu gehen. Sie werden nicht ‚zwangsgekuschelt‘ oder müssen etwas leisten. Es geht um Verbindung und Beziehung und dabei sind beide wichtig – Mensch und Tier“, betont Lexa. Seit dem ersten Lockdown erfahre sie großartige Unterstützung: „Liebe und aufmunternde, motivierende Worte erreichen mich, ebenso Geld- und Futterspenden, was mich sehr berührt und natürlich in diesen herausfordernden Zeiten eine echte Hilfe ist.“ Einige ihrer Angebote, wie Gesangstunden oder der Mitsing-Abend StimmKlang, finden in diesen Zeiten online statt, deren Erlös kommt dem Hof zugute. Es ist außerdem jederzeit möglich, eine Tierpatenschaft zu übernehmen.

Wer Lexa Voss und ihr Lebenskonzept mit ihren Tieren unterstützen und sich gleichzeitig eine kleine Auszeit gönnen möchte, kann sie gerne per Mail oder Telefon kontaktieren und einen Termin ausmachen. »jr«

Galerie zum Begegnungshof „In der Espe“ in Hattingen

Mehr zum Begegnungshof „In der Espe“

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