Deutsches Schloss- und Beschlägemuseum in Velbert: Geschichte zum Anfassen

Das im Oktober 2021 wiedereröffnete Deutsche Schloss- und Beschlägemuseum (DSBM) in Velbert präsentiert rund 1.000 Exponate, die die Geschichte von etwa 4.000 Jahren Schlössern und Beschlägen widerspiegeln. Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) Bergischer Bezirksverein hat sich am 19. April auf eine Reise durch die Historie der Schließ- und Sicherheitstechnik begeben.

Besucher:innen erhalten zum Beginn ihres Rundganges einen Schlüsselbund, mit dem sie sich an dem ein oder anderen Schloss der Ausstellung versuchen können - Foto: mw

Schon das Gebäude des Museums verbindet Vergangenheit und Moderne miteinander: Teile des Schloss- und Beschlägemuseums sind in der Villa Herminghaus beheimatet. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude im Neurenaissancestil wurde 1885 vom Gießereibesitzer Carl Tiefenthal sen. erbaut und 1913 vom Unternehmer Emil Herminghaus übernommen. Dessen Schlossfabrik und Eisengießerei grenzten unmittelbar an das Grundstück der Villa. Nachdem das Haus zwischenzeitlich leer stand und später von Teilen der Stadtverwaltung Velbert genutzt wurde, ist dort seit 2020 das DSBM beheimatet.

Der Standort ist ein wichtiges Denkmal für die Wirtschaftsgeschichte der Stadt. Er wurde zudem um einen Neubau ergänzt, dessen Fassade laut Museumshomepage aus gebürsteten und rechteckigen Metallplatten besteht, „die symbolisch für die industriellen und metallverarbeitenden Aktivitäten stehen.“

Jannike Caspari, wissenschaftliche Volontärin im DSBM, führte die VDI-Mitglieder durch die Ausstellung – Foto: mw

Rätselspaß mit 4.000 Jahren Geschichte

Auf einer Fläche von 470 Quadratmetern erstreckt sich die Dauerausstellung „4.000 Jahre Schloss und Beschlag“ des Museums. Besucher:innen erfahren in dieser, welche Sicherheitsmechanismen und damit verbundenen Unsicherheiten in den einzelnen Epochen bestanden. „Anfassen“ ist dabei ausdrücklich erwünscht: Die verschiedenen Schließsysteme können mithilfe eines „Schlüsselbundes“, den Besucher:innen am Anfang ihres Rundganges erhalten, ausprobiert werden. Das kann mitunter herausfordernd sein: So beherbergen beispielsweise Geldtruhen gleich mehrere Mechanismen, die zuerst entdeckt und dann korrekt genutzt werden müssen. Das gelang den VDI-Mitgliedern bei ihrem Besuch dank des ein oder anderen Hinweises von Jannike Caspari. Die wissenschaftliche Volontärin im DSBM führte die VDI-Besuchsgruppe durch die Ausstellung.

Zum Ende einer Führung können sich Besucher:innen einer besonderen Herausforderung stellen – Foto: mw

Zusätzlich zur Dauerausstellung mit ihren vielen interaktiven und multimedialen Stationen sowie Funktionsmodellen zum Ausprobieren bietet das Museum Führungen für Kita-Gruppen und Schulklassen sowie Sonderveranstaltungen für alle Altersklassen an. Zudem ist das DSBM Heimat einer umfangreichen Fachbibliothek mit historischen Katalogen, Patentschriften und Archivalien.

Die VDI-Besuchsgruppe zeigte sich sichtlich begeistert von der Ausstellung und dem Konzept des Deutschen Schloss- und Beschlägemuseums. Für viele wird es, wie aus anschließenden Gesprächen herauszuhören war, nicht der letzte Besuch gewesen sein. »mw«

Deutsches Schloss- und Beschlägemuseum

  • Anschrift: Heinz-Schemken-Platz 1 (Navi: Oststr.12), 42551 Velbert (GoogleMaps)
  • Preise: vier Euro (Erwachsene), zwei Euro (ermäßigt), kostenloser Eintritt u. a. für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
  • Weitere Informationen: www.schlossundbeschlaegemuseum.de

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