„Sie machen Pechpfoten zu echten Glücksfellen“ – der Verein „Pechpfoten e.V.“ baut ein Tierschutzzentrum

Bisher wurde beim Verein Pechpfoten e.V. von privat zu privat vermittelt, doch das soll sich bald ändern. Was den regionalen Tierschutz mit Inklusion und menschlicher Seelsorge verbindet, wird sich im neuen Tierschutzzentrum des Vereins zeigen. Damit es entstehen kann, brauchen die Gründer:innen viel Unterstützung – und alle können helfen.

Anke Süper mit vier ihrer fünf Hunde. Neben den Hunden hat die erste Vorsitzende auch noch zwei Katzen - Foto: bak

„Als Kind durfte ich nie Haustiere haben, jetzt ist das ins Gegenteil umgeschlagen“

Ihr ganzes Leben lang hat Anke Süper, die erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Pechpfoten e.V. schon mit Tieren zu tun. Als Kind durfte die gebürtige Wuppertalerin zwar selbst keine halten, doch ihr ehrenamtliches Tierschutzengagement entfachte früh. Ihre Idee: „Ein Verein der anderen Art“, aktiver Tierschutz auch ohne Tierheim. Süper und sieben weitere Ehrenamtler:innen fanden 2016 zusammen und ließen im Frühjahr desselben Jahres die Idee wahr werden.

Der Verein machte es sich zur Aufgabe, dort zu helfen, wo Hilfe benötigt wird – und das deutschlandweit. Als einige Monate nach der Vereinsgründung das Tierheim in Wuppertal schloss, bewies sich, dass Hilfe dringender denn je benötigt wird. Das große Ziel “deutschlandweit” war nach einigen Jahren nicht mehr zu stemmen, der Verein konzentriert sich nun vor allem auf regionalen Tierschutz in Wuppertal und Umgebung.

Tierschutzverein Pechpfoten e.V. betreibt „Seelsorge für Menschen, die mit ihren Tieren in Not sind“

Auf Facebook und der Vereinswebseite wird auf Tiere, die aus unterschiedlichen Gründen ein neues Zuhause benötigen, aufmerksam gemacht. Süper betont: „Es sind selten verantwortungslose Menschen, die ein Tier abgeben. Eigentlich betreiben wir Seelsorge für Menschen, die mit ihren Tieren in Not sind.“ Die Gründe dafür sind vielseitig: Krankheit oder Tod eines Familienmitgliedes, finanzielle Probleme und Zeitmangel.

Kommunikation, Kennenlernbesuche zwischen den potenziellen Halter:innen und dem Tier, Schutzverträge und die Vermittlung kosten viel Zeit. Doch was passiert, wenn diese Zeit nicht gegeben ist und die Vermittlung sofort erfolgen muss? So kann es schonmal die Nachbarschaft sein, die sich um ein Tier in der Not kümmert: „Nach dem Tod des Besitzers wurde Geld für die Monatsmiete gesammelt, damit die Katze in der Wohnung bleiben kann, bis wir ein Zuhause gefunden haben“, berichtet Süper und betont, dass das absolut kein Regelfall ist.

Pechpfoten e.V. und Bergische Diakonie: Tierschutz trifft auf Inklusionsarbeit

Damit weniger Vermittlungen scheitern, soll auf dem Gelände der Bergischen Diakonie im Stadtteilzentrum Velbert-Neviges, jedoch noch in Wuppertal liegend, das zukünftige Gebäude des Tierschutzzentrums stehen. Um dieses Ziel so schnell wie möglich zu erreichen, wird dort seit der Schlüsselübergabe am 1. September 2022 eifrig gearbeitet. Die Kosten für die Renovierung belaufen sich auf knapp eine Million Euro. Mit 1,8 Hektar Grünfläche soll die Zwischenunterbringung für die Tiere möglichst stressfrei ablaufen. Doch das Tierschutzzentrum soll auch für Menschen positive Aspekte haben. Süper erzählt: „Wir möchten Projekte, Aktionen und Workshops organisieren, um aufzuklären.“ Oft seien die Menschen beispielsweise mit dem Verhalten der Tiere überfordert.

Dieses Gebäude soll zu einem modernen Tierschutzzentrum umgebaut werden. Es ist von großen Grünflächen umgeben. – Foto: Anke Süper

Der Umgang mit Tieren soll für die benachbarten Bewohner:innen der Bergischen Diakonie zum Alltag werden. Es soll gefüttert, gestreichelt, auch mal geputzt und Tiere sollen auf Gassigänge ausgeführt werden. Solche Aufgaben sollen den Menschen aus besonderen Wohnformen als tagesstrukturierende Maßnahmen dienen. Den Aspekt der Inklusion beschreibt Süper wie folgt: „Die Zusammenarbeit mit der Diakonie macht es noch einmal einzigartiger. Sie hatten die Idee von Anfang an und wir sind mit Vorschlägen zusammengewachsen.“ So wollen die Beteiligten ein Café aufleben lassen, das Bewohner:innen der Diakonie beschäftigt und die Besucher:innen des Tierschutzzentrums willkommen heißt.

Jede Hilfe zählt: Beim Tierschutzzentrum können alle anpacken

Damit der Traum von Tierschutzzentrum nicht platzt, finden nahezu jeden Samstag die „Bauhelfer:innen-Tage“ statt. Egal ob kehren, streichen, Tapeten abreißen, Fliesenlegen, oder Brötchen schmieren: „Es ist für jeden was dabei“, so Süper. Zum Schutz der Bewohner:innen, die teilweise auch von psychischen Erkrankungen betroffen sind, und um einen „Schaulustigen-Tourismus“ zu vermeiden, wurde die Adresse des Tierschutzzentrums bisher nicht veröffentlicht. Wer aber helfen möchte, kann sich beim Verein melden und ist dann direkt ganz nah dran am Geschehen.

Helfer:innen bei einem der ersten Bauhelfer:innen Tage – Foto: Anke Süper

Die Haupteinnahmequelle für die Entstehung des Zentrums sind Fördermitgliedschaften und Spenden. „Wir brauchen Menschen, die sagen: Ja, wir unterstützen euch – wenn ich das nicht über meine Mitarbeit kann, dann über eine Fördermitgliedschaft. Das Minimum sind fünf Euro im Monat. Sonst haben wir nach einigen Jahren ein großes Problem“, erklärt Süper. Sie arbeitet im Finanzwesen und weiß: „Für laufende Kosten brachen wir laufende Einnahmen. Das wären vor allem Fördermitglieder, da sind wir im Moment noch sehr, sehr dünn besetzt.“ Wer also finanziell helfen möchte, kann das auf viele Weisen tun, auch ohne direkt tief in den Geldbeutel zu greifen. So gibt es u.a. die Möglichkeit, den Verein über Smile.Amazon.de zu unterstützen. Das Sortiment und die Preise ändern sich für die Verbraucher:innen nicht. Nach Auswahl der gemeinnützigen Organisation, die unterstützt werden soll, und dem Einkauf schreibt der Onlinemarktplatz aber 0,5 Prozent des Einkaufswerts der Organisation gut.

Unterstützer:innen können einen symbolischen Anteil am Tierschutzzentrum erwerben

Als aktuelle Aktion kommt die Möglichkeit hinzu, symbolische Anteile am Tierschutzzentrum zu kaufen. Ab einen Wert von zehn Euro können Unterstützer:innen diese online oder gleich vor Ort am Stand der Pechpfoten im OBI-Gartencenter am Steinbeck (10. Dezember 2022, 10:00 bis 17:00 Uhr) oder im Raiffeisen-Markt an der Bayreuther Straße (17. Dezember 2022, 9:00 bis 14:00 Uhr) erwerben.

„Auch Tiere können strahlen“, sagt Süper. Die Geschichte des Zentrums steht noch ganz am Anfang, doch alle können sie mitgestalten: „Das Zentrum wird wachsen und wir müssen mitwachsen und das ist die Herausforderung. Da brauchen wir noch ganz viel Unterstützung.“ »bak«

Mehr zum Tierschutzverein Pechpfoten e.V. und zum geplanten Tierschutzzentrum

Spendenkonten des Tierschutzverein Pechpfoten e.V.:

  1. betterplace.org: Das Tierschutzzentrum Wuppertal entsteht – mit Deiner Hilfe
  2. Spendenkonten bei der Stadtsparkasse Wuppertal und der Bergischen Volksbank: Link
  3. PayPal-Link

Anzeige:

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert