Ankommen in Wuppertal – Oder doch lieber an einer anderen Uni?

Sarah, 20 Jahre alt, startet in diesem Wintersemester im Kombinatorischen Bachelor of Arts mit den Fächern Pädagogik und Spanisch an der Bergischen Universität. Die geborene Mannheimerin, die bald das gute Wetter gegen (potenzielle) Überschwemmungen eintauscht und die geliebte Heimat verlässt, berichtet in einer Beitragsreihe von ihrer Entscheidungsfindung bis hin zum Studienbeginn über ihre Erfahrungen. Um herauszufinden wer sie ist und was sie in Zukunft machen will, ist sie zunächst in die weite Welt aufgebrochen. Nun weiß sie, was sie studieren möchte. Doch die Entscheidungsfindung geht in die nächste Runde: Jobsuche, WG-Suche und die Stadt Wuppertal kennenlernen!

Nun stand die Entscheidung fest: Ich werde studieren: Pädagogik und Spanisch. Doch wo? Münster, Paderborn, Dortmund, Bochum, Köln oder Wuppertal? Ich recherchierte über die Studienfächer an den verschiedenen Universitäten und schrieb Leute auf Facebook an, wie sie über ihr Fach und die jeweilige Uni denken: Ob es ihnen gefällt, ob es sich lohnt, in der Stadt zu studieren und was sie zu bieten hat. Ich erhielt unterschiedliche Antworten: sowohl negativ als auch positiv. Was soll ich davon nun halten? Ich war verwirrt. Also stieg ich in den Zug und schaute mir alle Städte und ihre Universitäten selbst an.

Dortmund? Hm, keine so eine schöne Stadt: Ruhrpott, grau und dreckig. Doch das Fach Psychologie auf Lehramt klingt aufgrund seiner spannenden Themen und Module verlockend. Ich ging zur Studienberatung, die mir eigentlich das erzählte, was ich sowieso schon wusste. Ab nach Münster! Schöne Stadt dachte ich mir, mit ansehnlicher Altstadt und vielen Fahrrädern. Münster hat Charme. Doch als ich im Internet nach Wohnungen suchte, fiel mir beinahe alles aus dem Gesicht. Mietpreise, die kaum bezahlbar sind. Ein kleines Zimmer kostet 400 Euro im Monat? Kann ich mir das leisten? Mein Optimismus war betrübt. Es wird wohl sehr schwer sein, in dieser Stadt eine bezahlbare Unterkunft zu finden. Weiter nach Köln. Schöne Stadt, eine sehr große Stadt, die ein vielseitiges Studentenleben hat. Doch auch hier sind die Mietpreise nahezu utopisch!

„Wieso gehst du nicht nach Wuppertal?“

Eines Tages sagte eine Bekannte: „Wieso gehst du nicht nach Wuppertal?“ Wuppertal? Noch nie gehört! Ich las über die Stadt mit der Schwebebahn, die Uni, meine Fächer, sammelte Meinungen, hörte Positives über meine angestrebte Kombination. Endlich fand ich bezahlbare Mietpreise! Wuppertal klingt gut, Wuppertal hat schöne Seiten. Das entdeckte ich erst während meines zweiten Besuches! Erst dachte ich: dreckig, grau, keine schöne Innenstadt – quasi wie im Ruhrpott. Doch drum herum ist Wuppertal schön grün, die Uni ist auf einem Berg gelegen und es gibt großartige Aussichtspunkte ins Tal. Wuppertal hat schöne Ecken, wenn man weiß, wo sich diese verstecken.

Es war Anfang Juli. Ich hatte noch keine Zusage, doch mein Optimismus war ganz schön vorlaut. Ich suchte über Facebook eine Wohngemeinschaft, machte viele Termine klar, die ich alle an einem Tag abgeklappert habe. Eigentlich wollte ich in eine Wohngemeinschaft mit mehreren Leuten ziehen, denn ich bin ein geselliger Mensch, mag nicht so das Alleinsein, einsam in einer fremden Stadt, in einer eigenen Wohnung. Nein, das wollte ich nicht. Ich schaute mir 4er, 5er, 7er WG’s an. Geworden ist es eine 2er WG, worüber ich sehr glücklich bin. Mit meiner zukünftigen Mitbewohnerin habe ich mich direkt super verstanden. Sie studiert auch an der Uni, die Wohnung ist sehr zentral gelegen und bezahlbar. Noch am selben Tag hatte ich ihre Zusage und freute mich riesig. Eine weitere Hürde geschafft, doch noch hatte ich keine Zusage von der Uni! Aber ich pokerte, sagte der WG zu. Ein Problem weniger. Nun stellt sich eine weitere Frage: Wie finanziere ich mein Studium?

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Die Frage nach der Studienfinanzierung

Eine Frage, die sich sicherlich viele Studierende stellen. Leider bin ich nicht BaföG-berechtigt, meine Eltern unterstützen mich. Darüber bin ich sehr froh. Dennoch möchte ich arbeiten gehen, um zu sparen, zu reisen und mir einen höheren Lebensstandard leisten zu können. Schnell bekam ich einen Job als pädagogische Mitarbeiterin, der im September schon begann und mir auch viel Spaß bereitet.

Mitte Juli absolvierte ich ein Praktikum an der Bergischen Universität in der Bildungsforschung. Ich nahm an der Inklusionsmesse teil, lernte viele Leute kennen, diagnostische Verfahren, SPSS, und sammelte zahlreiche Erfahrungen, die mich bereicherten. Eine neue Frage kam auf: Lehramt oder Forschung?

Die Uni bleibt geöffnet, Wusel geht dafür offline. © mw

Welches Ziel: Lehramt oder Forschung?

Ein wichtiger Grund, weshalb ich mich für die Uni Wuppertal entschieden habe, war, dass man hier erst nach dem Bachelor entscheiden kann, ob man nun den Master of Education, sprich Lehramt, oder den Fachmaster machen möchte. Diese Freiheit gibt mir Sicherheit. Ich lege mich nicht fest. Wenn ich während des Bachelors merke, Lehramt ist doch nichts für mich, dann kann ich immer noch einen anderen Master belegen, der auf eine außerschulische Tätigkeit abzielt. Dadurch habe ich die Möglichkeit zu wählen.

Ich denke, in den drei Jahren des Bachelors entwickelt man sich sehr. Man entdeckt vielleicht ganz andere Seiten, bekommt Input, absolviert Schulpraktika und verändert sich. Wenn diese Veränderung die Pläne ändert, kann man sich ohne weitere Probleme darauf einstellen. Nun ist September. In einem Monat beginnt das Studium. In Spanisch muss ich zu Beginn einen Sprachleistungstest absolvieren, der mich passend zu meinem Niveau in bestimmte Kurse einstuft. Darauf werde ich mich vorbereiten und blicke zuversichtlich in die Zukunft und fiebere schon den Einführungstagen entgegen, um endlich meine Kommilitonen kennenzulernen! »sh«

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