Dr. Claudia Andrews ist neue Pfarrerin in der ESG Wuppertal

Seit dem 1. Januar füllt Dr. Claudia Andrews die neu errichtete Pfarrstelle in der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) Wuppertal aus. Wir haben mit ihr über die neue Aufgabe, Planungen und die Herausforderungen während Corona gesprochen.

Die Pfarrstelle in der ESG Wuppertal umfasst zwei Funktionen: die Leitung der Evangelischen Studierendengemeinde Wuppertal (ESG) und die Fachstelle Kirchliche Begleitung Studierender Evangelischer Religionslehre der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR). Beides ist räumlich der ESG Wuppertal am Campus Grifflenberg zugeordnet, womit sich hier nach vielen Jahren wieder eine ganze Landespfarrstelle befindet.

Diese wird seit Anfang 2021 von Pfarrerin Dr. Claudia Andrews ausgefüllt. Sie lebt in Wuppertal und hat 2014/2015 bereits als Elternzeitvertretung in der ESG Wuppertal gearbeitet.

Eng verbunden mit der Stadt Wuppertal

blickfeld: „Herzlich willkommen an der Bergischen Universität. Mögen Sie unseren Leser/-innen und uns zum Einstieg erzählen, wie ihre Beziehung zu Wuppertal ist und welchen Werdegang sie bis zur jetzigen Aufgabe in der ESG und EKiR zurückgelegt haben.“

Dr. Andrews: „Ich bin in Wuppertal aufgewachsen und fühle mich der Stadt eng verbunden. Mein Theologie-Studium habe ich an der Kirchlichen Hochschule begonnen und daneben als AStA-Kulturreferentin Studierenden die schönen Ecken der leider arg unterschätzten Stadt gezeigt. Bis 1998 studierte ich dann noch in Kiel und Durham (Großbritannien) und war danach sieben Jahre im kirchlichen Dienst. Zum Ende dieser Zeit begann ich ein Weiterbildungsstudium zum Fundraising Manager an der Fundraising Akademie in Frankfurt/Main, was einen neuen beruflichen Pfad ebnete: Fast zehn Jahre war ich in verschiedenen Funktionen in diesem Bereich – außerhalb der Kirche – tätig, inklusive einer Promotion an der Universität Potsdam im Fach Soziologie interdisziplinär zum Thema ‚Fundraising‘. 2014 wurde ich wieder hauptberufliche Pfarrerin in der Evangelischen Kirche im Rheinland, zog zur Elternzeitvertretung hier in der ESG nach Wuppertal und wurde im Anschluss daran in die ESG an der Universität Duisburg-Essen gewählt. Nun bin ich zurück in Wuppertal.“

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blickfeld: „Was macht ihre neue Aufgabe in der ESG und EKiR hier in unmittelbarer Nähe zur Bergischen Universität Wuppertal aus?“

Dr. Andrews: „Kontakt zu Studierenden und Hochschulangehörigen! Beginnen wir mit dem Neuen: Die Fachstelle Kirchliche Begleitung Studierender Evangelischer Religionslehre der EKiR ist zuständig für die Hochschulstandorte Essen, Wuppertal, Köln, Bonn, Koblenz und Saarbrücken. Wir bieten Lehramtsstudierenden im Fach Theologie eine Plattform zum Austausch und Begleitung an. Dabei können Studierende ihre berufliche Rolle und ihre religiöse Existenz reflektieren sowie die kirchliche Infrastruktur für Religionslehrer/-innen kennenlernen.

Das ist wichtig, denn es ist gesellschaftliche Wirklichkeit, dass auch Theologiestudierende nicht unbedingt Kontakt zur Kirche haben. Dieser ist für die spätere Lehrtätigkeit aber erforderlich und gar Voraussetzung: Die Staatskirchenverträge sehen eine Kirchliche Unterrichtserlaubnis vor, die sogenannte Vokation. Die ist ein wechselseitiges Treueversprechen, das unter anderem eine Kirchenmitgliedschaft voraussetzt. Während die Universität akademisches Wissen zur Theologie und ihrer Didaktik vermittelt, öffnen wir zusätzliche Lernräume für persönliche Glaubens- und Existenzfragen und schaffen Begegnungsräume zur Institution Kirche – und Erlebnisräume.“

blickfeld: „Für letzteres ist auch die ESG da, doch dürfte sich ihre Arbeit angesichts der Corona-Pandemie, wie für alle anderen Institutionen in und an der Universität, verändert haben. Wie haben sie als ESG darauf reagiert?“

Dr. Andrews: „Ja, als ESG sind wir Kirche an der Uni, eine junge Gemeinde, die überkonfessionell, interreligiös und interkulturell am Campus aufgestellt ist. Wir teilen ein Haus mit der katholischen Hochschulgemeinde (KHG). Wir als Kirche stehen für Kontakt und Begegnung. Natürlich setzen wir verstärkt auf die Online-Medien, suchen aber daneben – soweit möglich und zulässig – auch den persönlichen Kontakt, etwa mit Formaten wie ‚walk & talk‘, also Gesprächen während eines Spazierganges. Zugleich konnten wir durch unsere neuen Online-Angebote einen weiteren, über die Bergische Universität hinausgehenden Kreis an Interessentinnen und Interessenten – der sich keinesfalls nur auf Studierende beschränkt – gewinnen. Die Arbeit hat sich verändert, sie ist aber nicht weniger geworden.

Nach Möglichkeit gehen wir jeden ‚Öffnungsschritt’ im Zuge der Pandemie mit, denn Präsenz und der direkte Kontakt ist aus meiner Sicht durch nichts zu ersetzen. Klar ist aber auch, dass wir einen Teil der Online-Formate in Zukunft beibehalten wollen.“

Schöpfung bewahren – nachhaltig leben

blickfeld: „Können Sie das aktuelle Semesterprogramm, das gemeinsam mit der KHG angeboten wird, kurz vorstellen?“

Dr. Andrews: „In diesem Semester liegt unser Schwerpunkt auf dem Thema ‚Nachhaltigkeit‘, lokal und global – getreu dem Dreiklang: ‚Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung‘. Neben vier Hauptveranstaltungen zu ‚Nachhaltig leben‘, etwa ‚Kritischer Konsum – Du und Dein Smartphone‘ oder ‚Vom europäischen Lieferkettengesetz zum UN-Abkommen zu Wirtschaft und Menschenrechten‘, Kochen wir vegetarisch und vegan miteinander oder üben mit dem E-Lastenrad Fienchen auf der Nordbahntasse. Zudem geht es beispielsweise mit dem Kanu auf die Wupper oder gemütlich von zu Hause beim Harry-Potter-Quiz.

Im zweitägigen ‚Evangelischen Hochschuldialog‘ setzen wir uns interkulturell mit dem Verständnis von Gesundheit und Heilung auseinander, zum Beispiel aus christlicher, jüdischer, buddhistischer oder islamischer Sicht. Die Online-Tagung findet am 24. und 25. Juni über ZOOM statt und steht allen Interessierten offen.“

blickfeld: „Ihnen ist das persönliche Gespräch und der Kontakt zu den Studierenden sehr wichtig. Mit welchen Themen wenden sie sich an Sie und was können Studierende von Ihnen erwarten?“

Dr. Andrews: „Oft geht es um lebensbegleitende Themen, u.a. der Wegzug von zu Hause an den Studienort und die Herausforderung, Anschluss zu finden. Auch kommen die ‚großen Fragen‘, also zu Gesundheit, Krankheit, Tod und Beziehung auf, und die Unsicherheit über die eigene Rolle in der Welt, dazu gehören Glaubensfragen. Die Themen haben sich durch Corona nicht wesentlich verändert, der Gesprächsbedarf hat sich hingegen erhöht. Ich höre den Studierenden zu, begleite sie und bin durch das Seelsorgegeheimnis zur absoluten Verschwiegenheit verpflichtet. Meine Tür steht allen Ratsuchenden offen.“

blickfeld: „Vielen Dank für das Gespräch!“ »mw«

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Anschrift:

  • Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) Wuppertal
  • Oberer Grifflenberg 158
  • 42119 Wuppertal
  • Wegbeschreibung

Kontakt:

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