Entlastung für Studierende: Preis des Deutschlandtickets einfrieren?

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) fordert einen stabilen Preis für das Deutschlandticket und eine kostenfreie Mitnahmeregelung für Familien. Matthias Anbuhl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks (DSW) stimmt der Preisforderung zu und spricht sich zudem für eine Entkopplung des Semestertickets vom Preis des Deutschlandtickets aus.

„Der öffentliche Nahverkehr darf nicht auf der Strecke bleiben, wenn für Tankrabatte und die Senkung der Luftverkehrsteuer Milliarden mobilisiert werden“, erklärt NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer – angesichts der Energiekrise – seine Forderung nach einem stabilen Preis für das Deutschlandticket. Das 9-Euro-Ticket habe gezeigt, welches Entlastungspotenzial im ÖPNV stecke. „Auch eine kostenfreie Mitnahme von Kindern und Jugendlichen würde viele Familien spürbar entlasten.“

Seit Januar 2026 kostet das Deutschlandticket 63 Euro im Monat. Künftige Preiserhöhungen sollen laut Beschluss der Verkehrsministerkonferenz auf Grundlage eines Preisindexes, dem Faktoren wie Personal- oder Energiekosten angehören, erfolgen. Dies gilt erstmalig für die Preisanpassung zum 1. Januar 2027, die im Herbst dieses Jahres beschlossen werden soll.

„Der Preis für das Deutschland-Ticket darf nicht weiter steigen“

Das Deutsche Studierendenwerk unterstützt den Vorschlag des Landesverkehrsministers. Dies käme auch den Studierenden zugute, argumentiert der DSW-Vorstandsvorsitzende Matthias Anbuhl: „Der Preis für das Deutschland-Ticket darf nicht weiter steigen, sondern muss endlich eingefroren werden. Angesichts der stark ansteigenden Öl- und Benzinpreise ist das ohnehin eine gute Idee. In einer Ölpreis-Krise muss der ÖPNV gestärkt und so attraktiv wie möglich gemacht werden.“

Für die Studierenden sei ein erschwinglicher und gut ausgebauter ÖPNV zentral: „Aktuell nutzen ca. 1,4 Millionen Studierende das Deutschland-Semesterticket, ein Anteil von elf Prozent aller Menschen, die das Deutschland-Ticket haben.“

DSW fordert: Semesterticket vom Deutschlandticket entkoppeln

Das DSW bewertet die Preiserhöhungen für das Ticket als für Studierende kaum noch stemmbar: „Laut Statistischem Bundesamt müssen alleinlebende Studierende 53 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für die Miete ausgeben. Zwei von drei studentischen Haushalten gelten laut Statistischem Bundesamt als überlastet. Bliebe der Preis des Deutschland-Semestertickets stabil, wäre das für sie ein wichtiges Signal und eine finanzielle Entlastung.“

„Der Preis des Studierendentickets muss auch grundsätzlich vom Preis des Deutschlandtickets entkoppelt werden“, so Anbuhl. Zum Sommersemester kostet das Semesterticket für Studierende 208,80 Euro. Da es vertraglich fixiert 60 Prozent des regulären Preises für das Deutschlandticket entspricht, steigt es zum kommenden Wintersemester auf 226,80 Euro.

Ein Einfrieren des Deutschlandticket-Preises würde diese Erhöhung für das Semesterticket nicht mehr verhindern, da Preiserhöhungen Studierende zeitlich verzögert erreichen. Der Mobilitätsbeitrag für das Sommersemester beruht noch auf einem Deutschlandticket-Preis in Höhe von 58 Euro. Erst zum Wintersemester wird der seit dem 1. Januar 2026 geltende Preis über 63 Euro zugrunde gelegt.

Mobilitätsbeitrag: Kommt eine Entlastung von Seiten des Studierendenparlaments?

Den für die Erhöhung bzw. Preisanpassung erforderlichen Beschluss hat das Wuppertaler Studierendenparlament (StuPa) zuletzt vertagt (blickfeld berichtete). Studierende, die im Zeitraum des 9-Euro-Tickets (Juni bis August 2022) an der BUW eingeschrieben waren, konnten sich einen Teil des damaligen Mobilitätsbeitrages vom AStA erstatten lassen. Erstattungen im Umfang von über 300.000 Euro wurden dabei nicht in Anspruch genommen und könnten – nach noch laufender Prüfung durch das Rektorat – genutzt werden, um einen Teil der Erhöhung abzufedern.

Eine erneute Beratung darüber ist Teil der Tagesordnung zur StuPa-Sitzung am 6. Mai 2026 um 18 Uhr auf der AStA-Ebene (Campus Grifflenberg, Gebäude ME, Ebene 04). »mw«

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