Für eine faire Debatte über Migration

Gastartikel des OPPORTUNITIES Projektes

Das EU-Forschungsprojekt OPPORTUNITIES untersucht an der Bergischen Universität Wuppertal europäische Medienberichte rund um das Thema Migration und sucht Unterstützung für eine interaktive Studie.

Das von der Europäischen Kommission geförderte Forschungsprojekt „Crises as OPPORTUNITIES: Towards a Level Telling Field on Migration and a New Narrative of Successful Integration“ hat es sich zum Ziel gesetzt, Berichte in den europäischen Medien zum Thema Migration zu analysieren und Bedingungen für eine neue Debatte über Integration zu sondieren. Gemeinsam mit 12 Kooperationspartnern aus insgesamt elf europäischen und afrikanischen Ländern entwickeln und erproben Forschende an der Bergischen Universität Wuppertal neue Spielregeln für europäische Migrationsdiskurse.

Weg von einem Krisennarrativ und hin zu einem fairen Dialog über Migration

Ausgangspunkt des Projektes ist die Beobachtung, dass die Krisenmetaphorik in der Flüchtlingspolitik in den Jahren 2015 und 2016 eine antieuropäische Stimmung gefördert hat: Die humanitären Katastrophen von Flucht und Vertreibung wurden zu einem Sicherheits- und Verteilungsproblem umgedeutet, aus der „Flüchtlingskrise“ wurde eine toxische Debatte über die „Krise Europas“. Die aktuelle Situation in der Ukraine zeigt, dass unter dem Eindruck einer unmittelbaren Bedrohung für die Europäische Union selbst auch andere Sichtweisen auf Flucht und Vertreibung möglich sind: Eine Haltung, die auf humanitären Werten beruht und von breiter Solidarität getragen wird.

Hier setzt OPPORTUNITIES an: Die Wissenschaftler:innen wollen eine zukunftsorientierte und produktive Debatte anregen über Vertreibung und Flucht auf der einen, sowie Zuwanderung und erfolgreiche Integration auf der anderen Seite. Inspiriert durch die ökonomische Metapher des „level playing field“, die faire Wettbewerbsbedingungen im EU-Binnenmarkt beschreibt, geht es um Fair Play in Debatten über Migration. Ziel ist eine multiperspektivische Sicht auf Migration und Integration, die auf einem Dialog mit den Herkunfts-, Transit- und Zielländern basiert.

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Internationale und interdisziplinäre Zusammenarbeit von Universitäten, Forschungseinrichtungen und NGOs aus Europa und Afrika

Zu den Besonderheiten des Projekts, an dem neben der Bergischen Universität auch Universitäten und Forschungseinrichtungen in Belgien (Leuven und Gent), Ghana (Accra), den Niederlanden (Rotterdam), Senegal (Saint-Louis) und Österreich (Salzburg) beteiligt sind, zählen die Zusammenarbeit mit afrikanischen Partnern aus Ghana, Mauretanien und Senegal sowie die Einbindung zahlreicher Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aus Belgien, Frankreich, Italien, Mauretanien, Portugal und Rumänien. Letztere werden die „fair play“-Prinzipien mit Hilfe einer innovativen Methode, dem „cross-talk“, in der Praxis umsetzen, indem sie in Veranstaltungen auf lokaler Ebene Gespräche zwischen Geflüchteten, Bürger:innen und Politiker:innen initiieren. Die Ergebnisse des Vorhabens werden zum Abschluss in einer Touring-Production des KVS Theater Brüssel interpretiert und auf europäischen Bühnen re-inszeniert.

Interaktive Studie an der Bergischen Universität Wuppertal

An der Bergischen Universität Wuppertal wirken neben dem Projektleiter Prof. Dr. Roy Sommer (Lehrstuhl für Anglistische Literatur- und Kulturwissenschaft), die Doktorandin Ida Fábián sowie die Postdocs Dr. Moustapha Diallo, Dr. Carolin Gebauer und Dr. Mariam Muwanga mit. Gemeinsam untersuchen sie die Darstellung von Migration in der europäischen Öffentlichkeit. Dazu sammeln sie über Facebook aussagekräftige Bilder und Stories zum Thema Flucht und Migration, die in Leitmedien, Dokumentationen oder Sozialen Medien veröffentlicht wurden.

Wir würden unsere Leser:innen gerne dazu einladen, sich an der Studie zu beteiligen: Sind Ihnen länger zurückliegende Medienberichte zum Thema Migration, Flucht und Vertreibung in Erinnerung geblieben? Welche einschlägigen Beiträge in den sozialen Medien finden Sie derzeit besonders relevant? Die Wuppertaler Forschungsgruppe des OPPORTUNITIES-Projektes würde sich sehr freuen, wenn Sie Links teilen und das Projekt auf diese Weise unterstützen würden!

Weitere Informationen zu der Studie und darüber, wie Sie sich daran beteiligen können, finden Sie hier:

Die offizielle Homepage des Projektes ist über diesen Link erreichbar:

Über das Team des OPPORTUNITIES Projektes

An der Bergischen Universität Wuppertal sind folgende Personen am OPPORTUNITIES Projekt beteiligt:

Prof. Dr. Roy Sommer (oben links) ist Professor für Literatur- und Kulturwissenschaft an der Bergischen Universität Wuppertal. Er ist Principle Investigator und wissenschaftlicher Koordinator des Projektes.

Dr. Carolin Gebauer (oben Mitte) ist Postdoc an der Bergischen Universität Wuppertal. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der Erzählforschung und Erzähltheorie.

Dr. Mariam Muwanga (oben rechts) ist Postdoc an der Bergischen Universität Wuppertal. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Critical Race Studies und Diaspora-Studien.

Ida Fábián (unten links) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Bergischen Universität Wuppertal. Sie forscht zu Darstellungen von kulturellem Gedächtnis in zeitgenössischer Migrationsliteratur.

Dr. Moustapha Diallo (unten Mitte) ist Literaturwissenschaftler, Autor und Verleger mit Schwerpunkt auf interkulturellen Begegnungen zwischen Afrika und Europa.

Monika Kieslich (unten rechts) ist administrative Assistentin an der Bergischen Universität Wuppertal.

Sie erreichen das Team über folgende E-Mailadresse: opportunonline@uni-wuppertal.de

This project has received funding from the European Union’s Horizon 2020 Research & Innovation programme under Grant Agreement no. 101004945

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