Feueralarm im Bundestag

Seit zwei Wochen ist Vanessa Frantzen in Berlin. Dort absolviert sie beim Viersener Bundestagsabgeordneten Uwe Schummer ein dreiwöchiges Praktikum. Folgendes hat sie in der zweiten Woche
in der Bundeshauptstadt erlebt:

Welche Aufgaben haben Praktikanten
in einem Bundestagsabgeordnetenbüro?

Die zweite Woche meines Praktikums im Bundestag ist vorbei. Sitzungen fanden keine statt, denn mein Chef Uwe Schummer war auf „Heimatwoche“ unterwegs. Das heißt: Termine im Wahlkreis oder außerhalb Berlins. Dennoch lief die Arbeit im Berliner Büro weiter. Auf die vielen Sitzungen und Klausuren der letzten Woche folgte nun für mich der etwas zähe Bürobetrieb.

Vanessas Arbeitsplatz im Bundestag © Julian Schwerdt

Meine Aufgaben bestanden unter anderem darin, E-Mails von BürgerInnen aus dem Kreis Viersen zu beantworten und ihnen bei ihren Anliegen zu helfen, beispielsweise bei einer Unternehmensgründung im Kreis Viersen. Sitzungen sind da spannender – gut, dass nächste Woche wieder eine Sitzungswoche stattfinden wird. Büroarbeit gehört dennoch zum politischen Alltag, da Organisation besonders wichtig ist, um den Überblick zu behalten. Uwe Schummer hat in Berlin drei Mitarbeiter und meistens ein bis zwei Praktikanten. Zu seinen Mitarbeitern gehören ein Jurist, ein Büroleiter und eine Referentin.

Ein kleines aufregendes Highlight gab es diese Woche dennoch: eine Feueralarmprobe. Allerdings stellte sich der Alarm erst im Nachhinein als solcher heraus, weswegen meine KollegInnen und ich zunächst etwas verunsichert waren. Glücklicherweise lief alles planmäßig, und es ist gut, dass der Ernstfall regelmäßig geübt wird.

Beschäftigung mit der Zukunft unserer Rentenzeit

Inhaltlich war für mich diese Woche interessant, in einem Vermerk auszuarbeiten, was die Union zur Zukunft der Rente plant. Rente, Rentenzeit, Rentenniveau – das hat mich bislang sehr abgeschreckt, weil es künftig immer weniger geben wird. Daher war es beruhigend zu erfahren, dass es zumindest ein stabiles Rentenmindestniveau geben soll, das dem „durchschnittlichen Rentner“ die Lebensgrundsicherung gewährleistet. Die Anpassungsformel, nach der die Rente momentan berechnet wird, soll zudem vereinfacht und zusätzliche Verdienste ermöglicht werden. Dennoch hinterlässt dieses Thema trotz der geplanten Veränderungen bei vielen jungen Leuten – so auch bei mir – eine gewisse Skepsis.

Ablenkung vom Büroalltag:
Das Berliner Regierungsviertel

Aussicht auf das Kanzleramt © vf

Da die Temperaturen täglich über 30 Grad lagen, war es umso schöner, die Mittagspausen auf der Wiese vor dem Reichstagsgebäude zu genießen, welche sich direkt neben dem Paul-Löbe-Haus des Bundestags befindet – ein schöner Ort zum Entspannen mit Blick auf das Bundeskanzleramt. Diese Idee hatten jedoch noch sehr viele andere Menschen, denn ab Mittag tummeln sich hier viele Touristen und Besuchergruppen. Ansonsten erlebe ich nicht viel in der Mittagspause, da ich – wenn überhaupt – 30 Minuten Zeit habe, um mir schnell eine Kleinigkeit beim Bäcker zu holen oder in der Bundestagsmensa zu essen.

Wofür eigentlich das Praktikum?

Die Brücke verbindet die Westseite (Paul-Löbe-Haus) mit der Ostseite (Marie-Elisabet-Lüders-Haus) © vf

Das Praktikum mache ich zum einen aus eigenem Interesse, um hinter die Kulissen unserer Demokratie zu schauen, und zum anderen, um herauszufinden, ob Text- und Büroarbeit wirklich das Richtige für mich sind. Dennoch weiß ich bereits jetzt, dass der Bundestag nicht mein Berufsziel ist. Zwar macht mir das schriftliche Arbeiten und das Ausformulieren von Sitzungsnotizen und Vermerken Spaß, doch möchte ich mich künftig in anderen Themengebieten abseits der politischen Sphäre ausprobieren. Das Arbeiten und Erstellen von Texten sowie die dazugehörige Recherche ist aber genau mein Ding, womit ich mich in der Wahl meiner Studienfächer Germanistik und Geschichte nur bestätigt fühle. »vf«

Titelbild: Der Deutsche Bundestag © vf

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