Hybridsemester: Uni Wuppertal setzt auf mehr Präsenzlehre

Im Sommersemester war der Campus wie leergefegt. Aufgrund der Corona-Pandemie fand Uni@Home statt. Studierende verfolgten Seminare und Vorlesungen am heimischen Bildschirm. Die Uni-Bibliothek musste schließen und das Hochschul-Sozialwerk (HSW), dass die Mensen und Cafeterien am Campus betreibt, schickte seine Mitarbeiter/-innen in Kurzarbeit.

Mittlerweile ist etwas Normalität eingekehrt. Bücher können wieder ausgeliehen werden und auch für ein Mittagessen ist gesorgt. Doch wie geht es weiter? „Unsere Prämisse ist es, für das kommende Wintersemester unseren Studierenden – und hier vor allem den Erstsemestern – so viel Präsenzunterricht wie möglich anzubieten“, erklärt Jasmine Ait-Djoudi, Leiterin der Universitätskommunikation. Daneben sollen Studierende in der Studienabschlussphase priorisiert werden. Konkret bedeutet das: Veranstaltungen mit bis zu 50 Personen können – unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregelungen – an der Uni stattfinden. Alles Übrige erfolgt online.

Studierendenzahlen an der Bergischen Universität bleiben stabil

Ende 2019 starteten rund 4.000 Studierende neu an der Uni Wuppertal. Insgesamt waren über 23.000 eingeschrieben. „Bisher gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass die Zahlen im Vergleich zum letzten Jahr deutlich nach oben oder unten abweichen könnten“, erklärt Ait-Djoudi. Coronabedingt sei das Einschreibefenster weiter geöffnet worden, wodurch „täglich weitere Studierende hinzukommen.“ Exakte Zahlen würden erst im Dezember vorliegen.

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Wer davon wie oft die Uni sehen darf, hängt im Wesentlichen vom Fach ab, wie Ait-Djoudi ausführt: „Fächer, die auch im Normalbetrieb mehr mit kleineren Veranstaltungsformaten, wie zum Beispiel Seminaren, arbeiten, werden mehr Präsenzveranstaltungen anbieten können, als solche, bei denen große Vorlesungen üblich sind.“

Online-Buchungssystem für die Mensen und Cafeterien

Das HSW plant, alle neun Mensen und Cafeterien wieder in Betrieb zu nehmen. „Allerdings unter strengen Corona-Auflagen“, wie Geschäftsführer Fritz Berger betont. Das bedeutet: „Wir werden nur noch ein Viertel der Plätze anbieten.“ Um die Gästeströme zur Mittagszeit steuern zu können, sollen die Mensaplätze vorab buchbar sein. „In der übrigen Zeit werden wir in der Hauptmensa ebenfalls buchbare Arbeitsplätze für die Online-Veranstaltungen zur Verfügung stellen“, so Berger.

Germanistik-Studentin Joline Halbach (24) fühlt sich als „Mitten-im-Studium-Befindende“ vom geplanten Hybridsemester nicht angesprochen und geht davon aus, weiter online zu studieren: „Insgesamt fühle ich mich allerdings kurz vor Vorlesungsbeginn schlecht informiert. Für mich bleiben Fragen offen, was die Umsetzung angeht, etwa, wie werden diese 50 Teilnehmer in Präsenz letztendlich ausgewählt und müssen Kurse dadurch kleiner angesetzt werden, wodurch Studenten auf der Strecke bleiben?“

AStA möchte das Hybridsemester kritisch begleiten

Der AStA an der Uni Wuppertal, die Studierendenvertretung, möchte, wie Nico Quittmann ausführt, das Semester kritisch begleiten: „Bei dem Hybridsemester wollen wir besonders darauf achten, dass alle Kurse auch online zu bestehen sind, alle Leistungen auch online abzulegen sind, keine Anwesenheitspflicht auferlegt wird: Studierende dürfen keine Nachteile oder Barrieren durch die Pandemie haben!“ »mw«

Dieser Artikel erschien auch in der Ausgabe der Westdeutschen Zeitung vom 5. Oktober 2020.

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  1. Solange keine Bezahlschranke da ist, kann ich ja noch kommentieren

    Und wie alt ist Nico Quittmann – oder warum spielt das Alter von Joline Halbach eine Rolle?

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