Klimaschutz an der Bergischen Universität

Über 11 Millionen DinA4-Seiten druckte die Bergische Universität Wuppertal im Jahr 2018 aus. Weil sie das zu 100 Prozent auf Recyclingpapier mit dem „Blauen Engel“ tat, wurde sie im Hochschulwettbewerb des Papieratlas im letzten Jahr als „Aufsteiger des Jahres“ ausgezeichnet. Was passiert noch in puncto Nachhaltigkeit und Umweltschutz auf dem Campus?

Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes und Papieratlas-Partner, bescheinigt der Bergische Universität die Leistung, „ihren Recyclingpapieranteil von 0 auf 100 Prozent hochzufahren.“ Wurde zuvor umweltunfreundlich gedruckt? Dazu erklärt eine Sprecherin der Hochschulleitung, dass schon in den Vorjahren mit Kriterien wie „100% Altpapier“ oder „ohne Chlorbleiche“ ausgeschrieben worden sei und nur die „Blaue Engel“-Zertifizierung gefehlt habe. Zudem sei diese Umstellung nicht die einzige Maßnahme an der Uni.

Wildwiesen und Photovoltaik auf dem Campus Freudenberg

So seien beispielsweise am Campus Freudenberg Wildwiesen errichtet worden, von denen die meisten „sogar die Hitzeperiode überstanden haben“ und über die sich Bienen und andere Insekten nun freuen. Zudem steht dort die 125 Meter lange Photovoltaikanlage der Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Medientechnik. Diese ist mit einer E-Tankstelle verbunden, die kostenlos genutzt werden kann und soll darüber hinaus die erzeugte Energie – die im Web in Echtzeit eingesehen werden kann – ins hochschuleigene Verteilnetz einspeisen.

HSW Geschäftsführer Fritz Berger unterwegs mit „Twizzy“ © Hochschul-Sozialwerk Wuppertal

Hier könnte u. a. der Fuhrpark des Hochschul-Sozialwerks Wuppertal (HSW) tanken. „Wir hatten eines der ersten 100 Elektroautos in Wuppertal, das war der Twizzy, mit dem unsere Wohnheimhausmeister fahren“, erklärt HSW-Geschäftsführer Fritz Berger. Er ist für die Mensen und Wohnheime am Campus verantwortlich. Letztere wurden in energetischer Hinsicht schon mehrfach ausgezeichnet – dank Einsatz von Blockheizkraftwerk, Niedrig- und später Passivhausenergie-Standard, Fernwärme und Gründächern. Im neusten, derzeit noch im Bau befindlichen Wohnheim soll zudem „urban gardening“, also städtische Nutzgärten für Gemüse, ermöglicht werden.

AStA plant mehr „urban gardening“ am Campus

Am Campus kümmert sich der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) darum. 2018 wurden in der Nähe des Mensa-Gebäudes am Campus Grifflenberg zwei Hochbeete aufgestellt. Angepflanzt werden beispielsweise Minze, Sonnenblumen oder Pflücksalat. Mittlerweile sind es vier Beete geworden und das Projekt soll weiter wachsen. „Wir möchten gerne Hochbeete an den Wohnheimen und am Campus Haspel aufstellen“, schildert AStA-Vorsitzender Sven Bischoff. Dabei freut sich der AStA über jeden Hobbygärtner, der mitarbeiten und das Gartenprojekt begleiten möchte. Unterstützt wird das Projekt vom Sozialwerk und der Hochschulverwaltung, die die Aufstellungsorte freigeben.

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Wo beide eher wenig Einfluss haben, ist am Hochschulgebäude selbst. Das liege am Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB.NRW), der nach eigenen Standards baue und bei dem die Uni-Einrichtungen lediglich Mieter seien. „Hier können wir die Gebäudetechnik nicht beeinflussen“, führt Berger aus und weist zugleich auf eine Ausnahme hin: „Unser Vorschlag, die Dachebene 05 des Mensagebäudes zu begrünen, wurde umgesetzt.“ Auch die Hochschule selbst agiert in Rahmen ihrer Möglichkeiten: „Es ist der Ausbau des nachhaltigen Heizens durch eine Optimierung der Fernwärmeversorgung in Zusammenarbeit mit den Wuppertaler Stadtwerken geplant.“

Uni hat zahlreiche Projekte im Bereich Umwelt, Engineering und Sicherheit

Daneben betont eine Uni-Pressesprecherin den Transferschwerpunkt Umwelt, Engineering und Sicherheit, der zahlreiche Projekte beinhaltet, wie zum Beispiel FreshBrains. Dieses „hat die Verbesserung der Radverkehrsplanung in deutschen Kommunen zum Ziel.“ Die Schülerakademie 2°-CAMPUS hingegen setzt sich mit dem Leben in einer treibhausgasarmen Gesellschaft auseinander. Gemeinsam soll nach Lösungen gesucht werden, „wie der Klimawandel gebremst und die Treibhausgasemissionen in Deutschland bis 2050 um 95 Prozent gesenkt werden können.“

Die Bergische Universität verbleibt mit ihren Aktivitäten somit nicht nur auf dem Campus, sondern trägt diese auch in die Gesellschaft hinaus. »mw«

Weiterführende Informationen zum Thema Nachhaltigkeit an der Bergischen Universität Wuppertal:

Informationen und Messdaten zur Photovoltaik-Anlage am Campus Freudenberg sind abrufbar unter:

Eine Übersicht der HSW-Wohnheime gibt es im Web unter:

Interessenten am „urban gardening“-Projekt des AStA können sich per E-Mail an Emre Can Tan (emre-can.tan@asta.uni-wuppertal.de) oder Linus Prinz (linus.prinz@asta.uni-wuppertal.de) vom Nachhaltigkeitsreferat wenden.

Weitere Projekte zum Transferschwerpunkt „Umwelt, Engineering und Sicherheit“ sind nachfolgend aufgelistet:

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