Lachen statt Prüfungsstress: 1LIVE Hörsaal-Comedy 2024 an der Bergischen Universität

Hörsaal 33: Hier stehen normalerweise Student:innen Schlange, wenn eine wichtige Klausur ansteht. Am 13. Mai 2024 versammelten sich über 700 Menschen aus einem anderen Grund im Gebäude K. Der Moderator des Abends, Tony Bauer, selbst aus der Comedy-Branche, und vier weitere Comedians sorgten für eine Show voller Lacher – und das trotz einer Umgebung, die für viele Besucher:innen eher mit Unistress verbunden ist.

Ein Bier neben des Eintrittstickets in der Sitzreihe des Hörsaals - Foto: bak

Ein ausverkaufter Hörsaal lädt zum Lachen ein

19 Uhr im Gebäude K der Bergischen Universität: Die Besucher:innen warten darauf, dass sich die Türen des Hörsaals 33 öffnen. Die Menschenschlange geht dabei über die Treppe bis zur Außentür des Gebäudes. Alle sind bereit, einen guten Platz in dem ausverkauften Hörsaal zu ergattern. Und die Vorfreude ist sichtlich groß. Viele der Menschen vor Ort sind zum ersten bei einer Veranstaltung der Hörsaal-Comedy, so auch Naomi Montedoro. Naomi erwartet von der Veranstaltung „einen netten Abend mit viel Spaß und tollen Acts.“ Student Lukas Deckert wird noch genauer: Er wünscht sich, dass wenigstens einer der Comedians ihn zum Lachen bringt.

Auf der Bühne führt Moderator Tony Bauer gemeinsam mit den Comedians Assane Badiane, Leila Ladari, Maria Ziffy und Marco Gianni durch den Abend. Vor der Veranstaltung fragt blickfeld nach, auf wen die Zuschauer:innen sich am meisten freuen. Besonders oft fällt der Name von Social-Media Bekanntheit Marco Gianni, der immerhin über 500.000 Follower:innen auf Instagram vorzuweisen hat. Naomi Montedoro über den gebürtigen Berliner: „Am lustigsten finde ich an ihm seine Art und die Italiener-Witze. Vielleicht auch, weil ich Italienerin bin, da fühlt man einfach mit.“ Andere Besucher:innen schätzen an Gianni besonders seinen Sarkasmus und die Parodien.

Auch das Hörsaal-Ambiente trägt zur guten Stimmung bei. Während die Studentin Anna-Lena Krug froh darüber ist, dass ihre Begleitung die Bergische Uni auch mal von innen sehen kann, amüsiert sich Morten Knüppel darüber, dass sein letzter Besuch im Hörsaal 33 bei einer Klausur war. Morten spricht in diesem Zusammenhang von schlechten Flashbacks und meint, dass sein Bezug zum Hörsaal nach der Tour nur noch besser werden kann.

Kira Loeb, Morten Knüppel und Lukas und Lisa Deckert vor dem Beginn der Veranstaltung – Foto: hvn

Erste Hälfte der Show: Wuppertaler:innen können über ihre Stadt lachen

Pünktlich um 20 Uhr geht es dann los. Der Moderator Tony Bauer eröffnet die Veranstaltung mit einer Anmerkung über die „hässliche Wuppertaler Uni“. Glücklicherweise können Wuppertaler:innen auch selbst über ihre Stadt lachen. Tony baut von Anfang an eine enge Bindung zu den Besucher:innen auf. So spricht er den ganzen Abend über verteilt mit einem älteren Besucher namens Rico und mit dem 10-jährigen Moritz. Obwohl die Veranstaltung in den Räumlichkeiten der Bergischen Uni stattfindet und man hauptsächlich von studentischen Besucher:innen ausgehen könnte, sind alle Altersklassen in den Sitzreihen des Hörsaals vertreten.

Moderator Tony Bauer motiviert das Publikum zum Applaudieren – Foto: hvn

Der Gewinner des Nightwash Talent Awards 2022, Assane Badiane, ist der erste Künstler des Abends. Auch er erzählt direkt zum Anfang seiner Show trocken, was ihm an Wuppertal aufgefallen ist: Ein Geschäft für Zäune: „Die Zäune waren nochmal extra umzäunt!“ Nach diesem Icebreaker spricht Assane authentisch und ehrlich über Geschichten aus seiner Schulzeit. Wie er seine Elternsprechtage durchlebte und wie hart der Einstieg in den Englischunterricht wurde, als plötzlich nur noch auf Englisch gesprochen wurde. Neben seiner Schulzeit geht es um die typischen Probleme mit dem BAföG und das Zusammenziehen mit seiner Partnerin.

Assane Badiane bei seinem Auftritt – Foto: hvn

Nach dem Auftritt von Assane begrüßt die erste Künstlerin des Abends den Hörsaal: Leila Ladari. Die Finalistin beim „Nightwash Talent Award 2022“ ist ein Scheidungskind, doch ihre Mutter wünschte sich, sie würde die ‚Scheidung‘ im Scheidungskind etwas positiver sehen. Leila spricht mit viel Humor über die toxische Positivität ihrer Mutter und wie diese ihre Kindheit ‚traumatisiert‘ hat. Dazu geht es über das Daten von Männern unterschiedlicher Nationalitäten und wie das Leben mit ihrem autistischen Freund funktioniert.

Leila Ladari bei ihrem Auftritt – Foto: hvn

Bevor die Pause und anschließend die zweite Hälfte der Show beginnen, regt Tony an, unter seinem Instagram-Post zu kommentieren. Das Foto auf Instagram zeigt ihn gemeinsam mit dem 10-jährigen Moritz und dem Wuppertaler Publikum. Tony dazu: „Die lustigsten Kommentare unter dem Post haben nach der Pause die Chance, ein Auto zu gewinnen. Vielleicht.“

Zweite Hälfte der Show: Traumberuf Blitzeraufsteller?

Für ein Auto hat es dann doch nicht gereicht. Aber immerhin konnte eine Besucherin mit einem besonders lustigen Instagram-Kommentar zwei Tickets für die 1LIVE Hörsaal-Comedy Tour 2025 gewinnen. Dafür setzte sie sich gegen einen anderen Gast beim Erraten von Assane Badiane gesummten Liedern durch.

Maria Ziffy ist die vorletzte Performerin des Abends. Die 20-Jährige hat nicht nur 2,6 Millionen Abonnent:innen auf TikTok, sondern seit neuestem auch Rückenschmerzen. Das muss an ihrem Alter liegen, meint sie. Denn plötzlich findet sie auch Spazierengehen interessant. Maria spricht darüber, wie sich für sie das Erwachsenwerden anfühlt. Schließlich ist sie erst kürzlich in ihre erste eigene Wohnung gezogen. „Da meinte der Vermieter, ich muss Strom anmelden. Wieso hat sein Haus kein Strom?“ Während ihres Auftritts macht sie außerdem deutlich, wie sie zum Autofahren und Arbeiten steht. Auch möchte sie zukünftig ganz bestimmt keine ‚Blitzeraufstellerin‘ sein. Wer wissen möchte, was das ist, sollte sich unbedingt den vollen Auftritt anschauen.

Maria Ziffy bei ihrem Auftritt – Foto: hvn

Für den krönenden Abschluss der Veranstaltung sorgt Marco Gianni. Der laktoseintolerante Käse-Liebhaber bringt das Publikum zum Lachen, indem er von unterschiedlichen Verhaltensweisen zwischen Kindern und Erwachsenen berichtet. Marco erzählt auch, wie er sich selbst schonmal dabei erwischt, erwachsen zu werden und vielleicht nicht immer mit den neusten Bezeichnungen der Jugendsprache klarzukommen. Im Zusammenhang mit illegalem Streamen von Filmen und Urlaub mit Freunden, die etwas zu doll in ‚British-English‘ sprechen, bringt der Comedian das ganze Publikum zum Lachen und sorgt damit für einen ausgelassenen Abschluss.

Marco Gianni bei seinem Auftritt – Foto: hvn

Standing Ovations für die Künstler:innen

Dass der Abend ein voller Erfolg war, wurde spätestens dann klar, als es Standing Ovations für die Künstler:innen gab. Nach der Show bekam das Publikum außerdem die Möglichkeit, vor dem Hörsaal mit den Künstler:innen Fotos zu machen oder sich ein Autogramm abzuholen. Besucherin Timna Beckmann fand den Abend gelungen: Am meisten mochte sie, wie Moderator Tony Bauer für die Übergänge zwischen den Auftritten gesorgt hat und alles miteinander verschweißt hat. Die Studentin Emily Junker fand neben der Performance von Tony den Auftritt von Marco Gianni am besten. Warum? „Bei Marco muss ich ganz ehrlich sagen: weil er einfach so ein ‚Clown‘ ist und weil er so viel mit der Gestik und Mimik macht; das catcht mich immer. Tony hat dazu immer gut auf spontane Situationen reagiert.“

Konfetti für die Künstler:innen und den Moderator – Foto: hvn

Für die blickfeld-Leser:innen, die sich selbst von der Show überzeugen lassen wollen, gibt es gute Nachrichten. Wuppertal war erst die zweite von insgesamt sieben Städten, in denen die Hörsaal-Comedy 2024 stattfindet. Bis zum 2. Juni 2024 gibt es noch Möglichkeit, in Düsseldorf, Köln, Essen, Bochum und Münster die Auftritte der Künstler:innen im Rahmen der Tour live zu erleben. »bak & hvn«

Plakat der Veranstaltung mit Terminen für weitere Shows – Foto: hvn

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