Neuer Sammelband „Einmischen gegen Rechts“ erschienen

Mit „Einmischen gegen Rechts“ haben Florian Monstadt und Dr. René Breiwe von der Bergischen Universität Wuppertal (Institut für Bildungsforschung) gemeinsam mit Kolleg:innen einen Sammelband herausgebracht, der über die Strategien der extremen Rechten informieren möchte und zugleich ein Aufruf zum Handeln ist. Die Beiträge des Buchs beleuchten, wie rechte Akteur:innen Bildung, Erziehung und Soziale Arbeit zunehmend als gesellschaftliche Einflussfelder ins Visier nehmen und formulieren Ansätze zur Positionierung für eine wehrhafte Demokratie.

„Wuppertal stellt sich quer“-Demo in Elberfeld - Foto: blickfeld

„Wer sich für Einmischen gegen Rechts entscheidet, muss sich zunächst mit den Strategien rechter Akteur:innen auseinandersetzen“, sagen die Herausgeber:innen um Florian Monstadt und René Breiwe. Beide sind wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Bildungsforschung der Bergischen Universität Wuppertal.

Aus genau diesem Grund umfasst ihr Sammelband, den sie anknüpfend an die universitätsübergreifende Veranstaltungsreihe „EINMISCHEN“ mit Kolleg:innen aus Freiburg, Siegen, Duisburg und Essen herausgeben, unterschiedliche Forschungs- und Themenfelder. Einmischen gegen Rechts sei eine Aufgabe, die Bildung, Erziehung, Care-Arbeit und Wissenschaft gemeinsam angehen und dauerhaft institutionell verankern müssten.

Kultur extrem rechten Denkens

„Es hat sich eine feste Kultur extrem rechten Denkens etabliert, der es gelingt, Menschen nachhaltig zu binden und neue Generationen für diese Ideologie zu gewinnen“, so das Autor:innen-Kollektiv. Im Bereich Bildung würde sich die Beobachtung einer intensivierten Einflussnahme besonders offenbaren. Beispiele dafür seien gezielte Desinformationen im digitalen Raum oder Angriffe auf diskriminierungskritische Ansätze.

Der Sammelband widmet sich unter anderem der Analyse, wie extrem rechte Netzwerke und Akteur:innen soziale Medien nutzen, um kulturelle Deutungsmacht zu gewinnen, wie Verschwörungserzählungen in Familien, Partnerschaften, Freundschaften und am Arbeitsplatz wirken, wie der Kampf um den Begriff „Neutralität“ von autoritären Kräften geführt wird und demokratisches Engagement somit auch rechtlich unter Druck gerät und was es bedeutet, wenn – wie im Fall der Sozialen Arbeit – ganze Professionen samt ihrer Adressatinnen und Strukturen über rechte Kampagnen diskreditiert, isoliert und entpolitisiert werden.

Gemeinsame Handlungsrichtung

Aus den im Band versammelten Befunden lasse sich keine einzelne Gegenstrategie ableiten. Den Herausgeber:innen geht es vielmehr darum, eine gemeinsame Handlungsrichtung auszuloten. Neben ihrem Aufruf nach institutioneller statt individueller Absicherung, zählen sie dazu auch diese Schritte: rechte Vorgehensweisen erkennen, demokratische Positionen verteidigen, empirisches Wissen ernst nehmen, Forschung und Praxis verzahnen und Formate für Medienbildung entwickeln, die digitale Umgebungen als eigenes Wirkungsfeld adressieren. »red«

Zum Sammelband „Einmischen gegen Rechts“

„Einmischen gegen Rechts“ ist erschienen im Barbara Budrich Verlag und steht als Open-Access-Dokument zum freien Download zur Verfügung.

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