Odeon-Schlägerei: Politischer Hintergrund ausgeschlossen

Polizeiliche Ermittlungen dauern an, Vermutung der Hochschulleitung stellt sich als unzutreffend heraus

Fünf verletzte Personen und vier Festnahmen durch die Polizei – Stand die Odeon-Schlägerei vom 19. September (blickfeld berichtete) im Zeichen der politischen Auseinandersetzungen innerhalb der Studierendenschaft der Bergischen Universität? Diese Frage wurde zumindest von der Hochschulleitung aufgeworfen. Die Polizei ermittelt noch, doch kann ein politischer Hintergrund „definitiv ausgeschlossen“ werden, wie ein Polizeisprecher der blickfeld-Redaktion kürzlich auf unsere Nachfrage mitteilte.

Ein Politikum, das keins ist

Zeitpunkt und Personenkreis waren für die Vermutung der Hochschulleitung ausschlaggebend, da Amtsträger der Studierendenschaft zu den Geschädigten gehören. Ein politischer Hintergrund muss „nicht der Fall sein, aber uns liegen derzeit auch keine Erkenntnisse vor, die Grund gäben, solche Überlegungen von vornherein auszuschließen“, erklärte Johannes Bunsch, Leiter der Universitätskommunikation, damals gegenüber blickfeld.

In einer Anfang Oktober versendeten E-Mail an die ehemalige Opposition im Studierendenparlament (StuPa) sprach ein AStA-Vertreter gar von gezielten Angriffen auf die anwesenden Mitglieder „des Wahlausschusses und des Schlichtungsrates“. Weiter habe der Vorfall „zu großer Verunsicherung unter den Mitgliedern der Studentischen Selbstverwaltung geführt“. Diese fürchten sich „vor weiteren körperlichen Angriffen“. Die Mail schloss mit der Bitte ab, die adressierten Hochschulgruppen mögen sich mit den Opfern solidarisieren, von den Attacken distanzieren und „gegen jede Form von Gewalt in der Hochschulpolitik“ aussprechen.

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Die ehemalige StuPa-Opposition reagierte auf den gesamten Vorgang empört. Sie schrieb Ende Oktober einen offenen Brief an Uni-Rektor Prof. Dr. Koch und sah sich zu Unrecht verdächtigt, „etwas mit diesem Vorfall zu tun zu haben.“ Ein Zusammenhang hätte von Anfang an ausgeschlossen werden können. Die Angreifer „waren bereits bekannt und es hat schon öfters ähnliche Probleme mit exakt diesen Personen gegeben“, führte die außerparlamentarische Opposition aus.

Was bleibt, ist ein bedauerlicher Vorfall, der für Entsetzen auf allen Ebenen gesorgt hat, aber kein Teil der politischen Auseinandersetzungen auf dem Campus ist. »mw«

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