QuitGPT: Bergische Universität möchte genAI4BUW um weitere KI-Modelle ergänzen

Die Initiative #QuitGPT ruft zum Boykott von OpenAI und Nutzer:innen zur Kündigung ihrer damit verbundenen Abos auf. Sie kritisiert unter anderem die Nähe des Unternehmens und führender Akteure zur US-Regierung und den jüngst geschlossenen Pentagon-Deal. „genAI4BUW“, das KI-Chat-Portal für die Bergische Universität, bietet die Nutzung verschiedener Modelle von OpenAI - im Rahmen eines datenschutzfreundlichen Setups - an. Vor diesem Hintergrund hat blickfeld die Universitätsleitung mit #QuitGPT konfrontiert.

Mockup-Vorlage: cottonbro studio

Die Kritik von #QuitGPT ist umfassend, etwa was die Nähe zur US-Regierung angeht: Mit 25 Millionen Dollar von OpenAI-Präsident Greg Brockman an MAGA Inc im Jahr 2025 und einer Million Dollar von OpenAI-CEO Sam Altman an Trumps Inaugurations-Fonds 2025 habe US-Präsident Donald Trump 26-mal mehr bekommen als von anderen großen KI-Unternehmen. Auch lobbyiere OpenAI mit hohen Millionenbeträgen, um staatliche KI-Regulierungen (fortune.com) zu verhindern.

Weiter kritisiert die Initiative die Verbindung von OpenAI mit der US-Einwanderungsbehörde ICE (technologyreview.com), die zur Sichtung von Lebensläufen und zur Personalanalyse GPT-4 einsetze. Auch die jüngste Kooperation mit dem Pentagon und dem Einsatz von OpenAIs Technologie für militärische Zwecke stehen in der Kritik. Laut eines Berichts von t3n habe Sam Altman intern einräumen müssen, dass das Unternehmen keine Kontrolle darüber habe, wie das Pentagon die Technologie einsetzt. Zuvor hatte er laut t3n versichert, dass die Vereinbarung Schutzmechanismen enthalte, die Einsatzszenarien, wie autonome Waffensysteme, ausschließen würden.

Konkurrent Anthropic hatte einen ähnlichen Deal abgelehnt, worauf das Unternehmen von der US-Regierung als „Sicherheitsrisiko in der Lieferkette“ eingestuft wurde. Dadurch werde es, wie die tagesschau schreibt, weitgehend von Regierungsaufträgen ausgeschlossen.

genAI4BUW: KI-Portal der Bergischen Universität soll um europäische Modelle erweitert werden

„Die Bergische Universität beobachtet die Entwicklung im Bereich der KI insgesamt sehr aufmerksam. Dies gilt auch für den Zugang zu generativer KI über das Angebot genAI4BUW“, erklärt eine Uni-Sprecherin auf Nachfrage von blickfeld im Hinblick auf die Kritik von #QuitGPT. „Dabei ist zu erwähnen, dass genAI4BUW als Portal zu verstehen ist, über das mittelfristig auch andere generative KI-Modelle angeboten werden sollen. Somit besteht in Zukunft auch die Möglichkeit, andere Modelle als die von OpenAI zu nutzen.“ So soll das Portal perspektivisch um europäische Modelle ergänzt werden. Die Webseite „European Alternatives“ führt „Le Chat“ von Mistral aus Frankreich und Lumo von Proton aus der Schweiz auf. Beide werden auch von #QuitGPT im Rahmen eines Instagram-Beitrages als Alternativen genannt.

Die Kosten für die Nutzung von genAI4BUW seien verbrauchsabhängig. Konkrete Aussagen könnten, da der Dienst erst seit Mitte Dezember angeboten wird, noch nicht gemacht werden. „Sollte sich das Verbrauchsverhalten jedoch so weiter entwickeln, wie es sich in den ersten zweieinhalb Monaten gezeigt hat, gehen wir von einem niedrigen vierstelligen Betrag aus“, heißt es von Seiten der Universität, die jedoch betont, dass die Schätzung angesichts des kleinen Zeitraums (Dezember 2025 bis Februar 2026) nicht repräsentativ und daher mit großer Vorsicht zu behandeln sei. »mw«

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