Uni im Bau – Die Dauerbaustelle?!

Es nervt! Ob zu Fuß, mit dem Bus oder dem Auto, egal wo du auf unserem Campus Grifflenberg bist, du siehst nur Baustelle! Auch in diesem Semester mussten die Studierenden ihre Seminare wieder im Container absitzen und sich den Baulärm nicht nur von gegenüber gefallen lassen oder sich gar im Cinemaxx-Kino in Elberfeld einfinden. Allgemein fehlt es an Seminarräumen, ausreichend großen Hörsälen und Arbeitsplätzen. Jeder fragt sich: „Wann werden diese Baustellen endlich fertig?!“

Gebäude K, das neue moderne Hörsaalzentrum direkt an der Gaußstraße, ist die erste von vielen Baustellen, die ihren Abschluss gefunden hat. Mit 786 Sitzplätzen in dem größeren der zwei neuen Hörsäle sollte hier nun genug Platz für so manche überlaufene Vorlesung sein. Dieser ist sogar größer als der größte Kinosaal im Cinemaxx und doppelt so groß wie der Hörsaal 14 am Grifflenberg. Der zweite umfasst 256 Plätze und beide sind technisch bestens ausgestattet. Ungewöhnlich ist nur die Farbgestaltung, wobei Sitzreihen in Pastelltönen mit Fußböden in einem knalligen rot oder orange kombiniert werden. Sorge den Ausgang zu finden, hat man hier also nicht. Weiter sind auch die einzelnen Sitzplätze nicht wie üblich einfarbig gehalten, sondern in braun-rot, pastellrosa und mint-grün. Der Hintergedanke dabei ist, dass der Saal so nicht leer und karg wirkt, falls nicht viele Studierende anwesend sind. Darüber hinaus reihen sich an dem breiten langen Gang, der sich durch das ganze Gebäude K zieht, acht neue Seminarräume auf, davon vier für je 40 und vier für je 60 Studierende. Das Zentrum des Gebäudes bildet ein offenes Foyer zwischen den Hörsälen, an das auch die kleine Kaffeebar „insgrüne“ angrenzt. Auf den ersten Blick wirkt es so, als wäre in diesem Gebäude Platz verschenkt worden, aber man muss bedenken, dass sich hier zu Höchstzeiten weit über 1000 Leute aufhalten werden. Hiermit müsste also der Mangel an Lehrraum erstmal behoben sein. Oder?

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Wozu dienen also die weiteren Baustellen, die nicht zu übersehen sind? Auf der Bibliothek z.B. sieht man seit kurzem das Skelett von zwei neuen Ebenen, die zukünftig 200 zusätzliche Lese-und Arbeitsplätze beherbergen werden. Aufgrund des stetig wachsenden Bücherbestandes (aktuell 1.2 Mio.) und folglich einer immer mehr schwindenden Anzahl an Arbeitsplätzen, ist diese Maßnahme bereits 2009 im Rahmen einer studentischen Planungszelle gefordert worden. Die Idee der neuen Ebenen selbst existiert sogar schon seit 10 Jahren und konnte dieses Jahr schließlich durch die bis SS2011 gezahlten Studienbeiträge finanziert werden. Die Fertigstellung ist zum 31.12.2011 geplant. Ein echter Gewinn für jeden Studierenden an diesem Campus.

Aber nicht nur am Grifflenberg wird gebaut. Am Haspel wird quasi der halbe Campus abgerissen, um ein baufälliges Gebäude zu ersetzten. Auch neue Sitzecken im Außengelände werden gerade installiert. Am Freudenberg müssen Dächer erneuert werden und in dem Zuge wird das Dachgeschoss des Mensagebäudes für neue Arbeitsräume ausgebaut.

In unmittelbarer Nähe der Uni-Sporthalle ist angedacht, ein Institutsgebäude für die Sportmedizin und Sportbewegung zu bauen, um diesen Bereich zu zentralisieren. Die Uni-Halle selbst soll ebenfalls einer Sanierung unterzogen werden. Dies bringt für die Studierenden selbst wenig Vorteile, sondern wird von der Stadt gewünscht, weil die Halle nicht den gültigen Sicherheitsstandards für Großveranstaltungen entspricht, aber auch künftig für solche genutzt werden soll.

Die nächste konkrete Maßnahme ist, dass die geliebten, mehr gehassten Container gegenüber von Gebäude K bald verschwinden. Denn dort wird ein neuer Gebäudekomplex entstehen, der die Fachbereiche der Chemie und Biologie beheimatet. Sind diese Fachbereiche dort irgendwann eingezogen, ist in Planung, die dann leergewordenen Räumlichkeiten zu sanieren, um dem nächsten Fachbereich einen neuen, modernisierten und zentrierten Bereich bieten zu können. Denn ein weiteres wesentliches Problem an der Uni, wie es so mancher Studierende schon verflucht hat, ist, dass Büros der Lehrenden, Seminarräume und Prüfungsämter sehr weit auseinanderliegen können.

Ziel der anstehenden, geplanten und angedachten Baumaßnahmen ist es, bis einschließlich 2024 nach und nach die gesamte Uni zu erneuern. Im Optimalfall sind dann alle Fachbereiche mit ihren Räumen, Büros und Prüfungsämtern zentralisiert. Wie das aussehen wird, was genau geplant ist und wie lange die Baumaßnahmen tatsächlich dauern werden, ist für uns Studierenden ungewiss. Tatsache ist, dass die Uni sich bemüht, die Lern- und Lehrsituation zu optimieren, wie es sich mit Gebäude K und der Bibliothek zeigt. Bis dahin werden wir jedoch weiterhin in den vorzüglichen Genuss des besonderen Ambientes einer scheinbar immerwährenden Baustelle kommen. Denn wenn alles fertig sein wird, werden wir hier schon lange nicht mehr studieren. »aw & chs« – Erstveröffentlichung des Artikels in der Printausgabe 02-2011, erschienen im Juli 2011.

Nachtrag: In dem neuen Bau gegenüber vom Gebäude K ziehen nicht nur die Fachbereiche Chemie und Biologie ein, sondern auch fast der gesamte Fachbereich Sicherheitstechnik und der Fachbereich Maschinenbau.

Fotos: chs & mw

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