„UNISEX“: neolith veröffentlicht seine dritte Ausgabe

Ende letzten Jahres erschien die neue Ausgabe des Literaturmagazins neolith. Diesmal lautet das Thema „UNISEX“. Es greift die aktuelle Situation des variablen, nicht auf biologischen Voraussetzungen basierenden Geschlechts auf und spielt mit daraus resultierenden Unsicherheiten und Unwägbarkeiten.

„Eine junge, hautreine Frau mit kastanienbraunen Haaren, die etwas Knabenhaftes im Gesicht hatte, wollte kürzlich zum Waschsalon bei uns um die Ecke. Ehe sie mit ihrem Wäschekorb losging – sie war meine Nachbarin -, klopfte sie bei mir an und fragte mich, den Wäschekorb mit einer Hand an ihre zarte Hüfte stützend, ob ich Wäsche hätte, da sie zum Waschsalon gehe. Wir hatten ein ziemlich freundliches, gleichsam distanziertes Verhältnis zueinander, auch wenn ich zugeben muss, dass die unüberwundene Distanz mir damals permanent meine eigene Feigheit ins Gesicht schlug. Denn sie gefiel mir …“

„Waschgang“, Mesut Bayraktar

neolith greift die damit verbundene Thematik und weitere Fragen auf: Wie funktioniert eine Welt mit mehr als zwei Geschlechtern? Leben wir anders? Was, wenn es gar kein Geschlecht gibt? Welche Rolle spielt Sex – spielt er überhaupt eine Rolle? Nehmen wir nur Geschlechterrollen an? Können diese Rollen vertauscht werden? Können wir uns ihnen widersetzen?

Literaturmagazin neolith erscheint seit dem Wintersemester 2016/17

neolith ist das Literaturmagazin an der Bergischen Universität, in dem sich Autorinnen und Autoren ausprobieren können. Einmal wöchentlich trifft sich die Literaturwerkstatt in der Uni-Kneipe, um neue Texte zu besprechen. Hier bekommen die AutorInnen auch konstruktives Feedback.

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Seit dem Wintersemester 2016/17 erscheint einmal pro Jahr ein gedrucktes Magazin zum Anfassen, welches jeweils einen Themenschwerpunkt hat. Bei der aktuellen Ausgabe #3 lautet das Thema „UNISEX“. Darin werden alle möglichen Aspekte der Liebe und des Geschlechtsverkehrs, sowie des zwischenmenschlichen Zusammenlebens angesprochen, sei es die gleichgeschlechtliche oder die heterosexuelle Liebe. Die Protagonisten sind jeglichen Alters, es geht auch manchmal um Gewalt in Beziehungen. Sprich: Die Grenzen des „Miteinander-Gehens“ und „Übereinander-Herfallens“ werden ausgetestet.

„UNISEX“: Von Liebe und Gewalt

Generell handelt es sich bei neolith um eine Mischung aus Prosatexten und Lyrik. Es gibt Kurzgeschichten von mehreren Seiten sowie Kürzestgeschichten von nicht einmal einer halben Seite. Auf der anderen Seite gibt es einiges an Lyrik zu lesen, was der Kürze der Gattung geschuldet ist. So enthält der Band beispielsweise mehrere Gedichte von Ulrike Titelbach, die sich mit dem Thema Liebe und Beziehung auseinandersetzen. Die Kurzgeschichte „Der Jeton“ von Noah Hild behandelt überraschenderweise das Thema der Gewalt in der Beziehung und zeigt dabei, dass es nicht so einfach ist, aus einer gewalttätigen Beziehung auszusteigen. „Wenn eine Tür zugeht“ von Martin Troger beschreibt hingegen die absurden Gedanken einer jungen Frau vor und nach einem Vorstellungsgespräch, mit der man sich selbst nur allzuleicht identifizieren kann. Den Gesamteindruck runden Fotos von Kunst- und Designstudierenden der Bergischen Universität ab.

Thema der nächsten Ausgabe lautet „dis/play“

Auch dieses Mal haben die Herausgeber wieder eine rundum gelungene Episode in der Geschichte von neolith geschaffen. Freud und Leid zwischenmenschlicher Beziehungen werden aufgezeigt, ausgelotet und erreichen zum Teil die Grenzen des Ertragbaren. Wer nun Interesse hat, ebenfalls einen Beitrag beizusteuern oder einfach nur Feedback für seine Arbeit haben möchte, kann sich bei der Literaturwerkstatt informieren. Das Thema des nächsten Heftes, dessen Einsendeschluss am 31.07.2019 endet, lautet „dis/play“. »jm«

neolith – Magazin für neue Literatur an der Bergischen Universität Wuppertal

Die aktuelle Ausgabe von neolith kann online bestellt oder an einer von derzeit fünf Verkaufsstellen erworben werden.

Weitere Informationen zum Literaturmagazin gibt es unter:

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