Minijob: Deutsches Studierendenwerk fordert Ausnahme für Studierende

Die Rentenkommission der Bundesregierung schlägt die Abschaffung der Minijobs vor (tagesschau.de). Derart Beschäftigte würden künftig auch Sozialabgaben zahlen. Eine Ausnahme soll lediglich für Schüler:innen gelten. Matthias Anbuhl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks (DSW), fordert, die Ausnahmeregelung auch auf Studierende auszudehnen.

„Ich verstehe, dass die Bundesregierung das mühselig geschnürte Gesamtpaket der Rentenkommission nicht aufmachen möchte. Dennoch sollte sie die Ausnahme bei den Minijobs von den Schüler:innen auch auf Studierende ausweiten, geht es hier doch auch um einen Nebenjob in einer kurzen, klar umrissenen Lebensphase. Ein solcher minimalinvasiver Eingriff in das Gesamtpaket würde die Statik des Rentenkompromisses nicht gefährden“, führt Anbuhl die Forderung des DSW aus.

Es sei nicht bekannt, wie viele der insgesamt 63 Prozent der Studierenden, die neben dem Studium arbeiten, einen Minijob haben. Das DSW geht jedoch davon aus, dass ihr Anteil groß ist. „Wenn eine seit dem Jahr 2003 etablierte Finanzierungsquelle für jobbende Studierende kurzfristig wegfällt, stellt sich die Frage, auf welche Alternativen Studierende zurückgreifen können“, so Anbuhl weiter.

Drohen Finanzierungsprobleme oder gar Studienabbrüche?

„Denn unabhängig von der arbeitsmarkt- oder sozialpolitischen Bewertung: Mit einem Minijob ist die zeitliche Jobbelastung für Studierende zumindest klar umrissen, auf zehn Stunden in der Woche: 603 Euro Minijob im Monat, beim aktuellen Mindestlohn von 13,90 Euro in der Stunde. Das ist aus unserer Sicht eine gerade noch vertretbare zeitliche Belastung in einem Vollzeitstudium, und längst nicht alle Studierenden können studienfach-nah jobben“, so Matthias Anbuhl.

Es bestehe die große Gefahr, dass es für diejenigen Studierenden, die zur Finanzierung ihres Studiums zwingend auf einen Nebenjob angewiesen sind, viel schwieriger wird, alternative Beschäftigungsangebote zu finden. Es würden Finanzierungsprobleme drohen, im schlimmsten Fall Studienabbrüche. „Das Budget der Studierenden ist schon jetzt auf Kante genäht, und für zwei Drittel von ihnen ist der Nebenjob Teil ihrer wirtschaftlichen Realität“, verdeutlicht Anbuhl.

Alle Auszubildenden, und somit auch die Studierenden, sollten weiterhin Minijobs machen können. Die Bundesregierung müsste ihre Rentenpläne an diesem Punkt überdenken, sonst würde sie jobbende Studierende einer wichtigen Einnahmequelle berauben. »red«

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