Einfach. Jetzt. Machen! Ein Buch für jeden

Schaut man nach draußen wird einem unweigerlich klar: Der Sommer ist vorbei! Wenn es abends früh dunkel wird und regnet gibt es kaum etwas Schöneres als sich mit einem guten Buch, einem Tee oder einem Glas Wein aufs Sofa zu kuscheln und die Ruhe zu genießen – zumindest wenn ihr mich fragt. Damit euch der Lesestoff nicht ausgeht, habe ich hier wieder einen Buchtipp für euch – keine leichte Kost, sondern ein Buch, das zum Nachdenken anregt und mir ausgesprochen gut gefallen hat.

Buchrezension von Ann-Cathrin Klappert

Rob Hopkins »Einfach. Jetzt. Machen!« ist dieses Jahr im Mai im Oekom Verlag erschienen. Der Untertitel des Buches zeigt deutlich, in welche Richtung sich der Text entwickeln wird: »Wie wir unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen«. In vier Kapiteln bzw. auf 189 Seiten zeigt Hopkins sehr anschaulich, warum die Notwendigkeit besteht, etwas an unserem Handeln zu ändern, welche Möglichkeiten und Wege es gibt, welche Chancen Transition hat und wie das Ergebnis unserer Arbeit aussehen kann.

Doch was genau heißt Transition? Es gibt viele Übersetzungen, die vielleicht griffigste ist wohl der Systemwandel. Was Hopkins darunter versteht, erklärt der Begründer der Transition-Bewegung gerade im zweiten Teil des Buches an Hand von vielen Beispielen. Den Einstieg wagt er zunächst jedoch über ein nur allzu greifbares Problem: Die Wirtschaftskrise. In Deutschland scheint sie so gut wie überstanden, sodass man schnell an Länder wie Spanien oder Griechenland denkt. Doch auch Deutschland geht es nicht wirklich gut. Städte wie Wuppertal zeigen das sehr deutlich. Die Lösung, die die Politik vorgibt, lautet „gesund sparen“ und nach Möglichkeit weiter als Stadt wachsen. Das trifft gerade die Leute, die wenig haben. Genau diesen Ansatz kritisiert Hopkins. Er möchte in seinem Buch aufzeigen, dass es auch anders geht.

Wer jetzt politische Strategien und Werkzeuge für eine Regierung erwartet, der wird enttäuscht sein. Im Fokus steht der Leser, jeder Bürger einer Region – denn er ist es, der im Feld der Transition etwas tun kann. Dabei zeigt Hopkins auf, was bisher getan wurde, stellt konkrete Projekte vor und gibt dem Leser einen Plan an die Hand um selber aktiv zu werden. Ob nun urbanes Gärtnern, eine regionale Währung oder ein täglicher Markt mit lokalen Produkten – Möglichkeiten gibt es viele. Besonders imponiert hat mir dabei ein Einkaufszentrum in Spanien. Dort gibt es seit Jahren nur noch regionale Produkte, die direkt vom Erzeuger verkauft werden. Eine bunte Menge an kleinen Marktständen reiht sich aneinander. Der Kunde bekommt dort alles, was er auch in einem Supermarkt kaufen kann, nur dass das Geld nicht an einen großen Konzern geht, sondern in der Stadt bleibt. Den Händlern und Bauern wird so das Überleben gesichert, die Käufer bekommen gute Produkte zu fairen Preisen, Rezepte und den täglichen Klatsch und Tratsch aus ihrer Stadt – und das Geld bleibt in der Region.

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Rob Hopkins Einfach. Jetzt. Machen! © Oekom Verlag  12,95 Euro ISBN: 978-3-86581-458-6
Rob Hopkins:
Einfach. Jetzt. Machen!
© Oekom Verlag
Preis: 12,95 Euro
ISBN: 978-3-86581-458-6

Beim Lesen wird schnell klar, dass wir uns nicht darauf verlassen können, dass jemand anderes den Anfang macht – vor allem nicht die Politik. Hopkins zeigt in seinem Buch nicht nur die Notwendigkeit zum Handeln an, sondern bringt anschauliche Beispiele und eine Anleitung zum Selbermachen, quasi ein Do-It-Yourself Stadtwandel. Die Botschaft ist einfach: Es muss sich etwas ändern und ihr könnt es tun. Das Ganze ist keine Raketenwissenschaft, ebenso wie das Buch. Es ist so geschrieben, dass es für jeden verständlich ist. Der Leser bekommt ein Gefühl dafür, was er mit den ihm verfügbaren Mitteln erreichen kann.

Jetzt.
Einfach.
Machen!

»ack«

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