Abschluss – und dann?

Seminare, Prüfungen, Hausarbeiten und dann die abschließende Thesis. Hat man sich erst einmal für ein Studium entschieden, ist der Weg eigentlich klar. Nur wie geht es weiter, wenn die letzte Klausur geschrieben ist, alle Noten eingetragen sind und man ratlos mit dem Zeugnis in der Hand die Universität verlässt? Dann beginnt für die einen die Suche nach der geeigneten Stelle und für die anderen, für die glücklichen, die diese bereits gefunden haben, beginnt das Arbeitsleben. Wir haben mit Absolventinnen und Absolventen der Bergischen Universität gesprochen und berichten in der Reihe »Abschluss - und dann?« von ihrem Weg durch das Studium bis in die Arbeitswelt.

Von der Lehrerlaufbahn zur Doktorarbeit

Für Laura war der Weg nach dem Abitur eigentlich sehr klar. Sie wollte Französisch und Spanisch studieren, um dann mit einem Master of Education als Lehrerin an einem Gymnasium einzusteigen. Soweit der Plan, die Richtung ist eine ähnliche geblieben, trotzdem kam es am Ende anders als erwartet.

Das Studium

Laura begann ihr Bachelorstudium an der Bergischen Universität Wuppertal in dem Bereich Sprachen, entwickelte aber während des Studiums ein besonderes Interesse für die Literaturwissenschaft. Sie fasste den Entschluss, dieses Interesse nach dem Bachelor zu vertiefen, ihren Zukunftsplan von der Lehrerlaufbahn aber nicht aufzugeben. So wählte sie neben dem Lehramtsmaster auch den Master der Romanistik. Viel Zeit hat sie durch den zusätzlichen Master nicht verloren: „Die Masterstudiengänge sind parallel gelaufen, einiges konnte angerechnet werden.“ Die Anrechnung der Kurse und der Prüfungen funktionierte ohne Probleme. Abgeschlossen wurde das Ganze dann mit einer Masterthesis.
Dass sie während des Studiums viele neue Kontakte knüpfen konnte, schätzt Laura besonders. Vor allem durch die breiten Wahlmöglichkeiten der Kurse und durch die Auslandsaufenthalte war es möglich, sich international zu vernetzten. Die individuelle Gestaltung des Studiums hat sie ebenfalls positiv in Erinnerung, genauso wie die familiäre Atmosphäre im Fachbereich Romanistik und in Wuppertal allgemein.
Eine explizite Lieblingsvorlesung gab es nicht, aber das abwechslungsreiche Programm der spanischen Literaturwissenschaft hat ihr sehr gut gefallen: „Dadurch, dass dort viele spanische Muttersprachler unterrichten, konnte man nicht nur literarische Kenntnisse erwerben, sondern auch gleichzeitig sein Sprachniveau verbessern.“

Vorbereitung auf die Arbeitswelt

Durchgängig vom ersten bis zum letzten Semester konnte Laura an der Universität als studentische Hilfskraft arbeiten und hat in diesem Zusammenhang auch ein Tutorium gegeben. „Gerade dieses Tutorium bereitet sehr gut auf den Lehrerberuf vor, da man dort auch die Rolle des Lehrenden einnimmt.“ Weil sich Laura von Beginn an sicher war, dass sie sich mit der Lehre beschäftigen möchte, sei es an einer Schule oder an der Universität, setzte sie auch bei ihrer Nebentätigkeit dort den Schwerpunkt. Anderweitige Studentenjobs waren demnach für sie nicht von Interesse.
Neben den Pflichtpraktika, die das Lehramtsstudium mit sich bringt, absolvierte Laura mehrere Auslandspraktika an verschiedenen Schulen und an einer Universität in Spanien und Frankreich. Auch dort standen die Lehrtätigkeiten im Fokus: „Daraus habe ich viel mitgenommen. Die Praktika im Ausland haben mich nicht nur sprachlich, sondern auch persönlich weitergebracht.“ Absolviert hat sie die Praktika, die immer zwischen einem und drei Monaten dauerten, in der vorlesungsfreien Zeit.

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Veränderung des Berufswunsches

Zu Beginn des Studiums wollte Laura auf jeden Fall Lehrerin werden und fühlte sich in ihrer Wahl auch durch die Praktika bestätigt. Durch die Literaturkurse an der Universität, wurde ihr jedoch klar, dass ihr eigentliches Interesse in der Literaturwissenschaft liegt. Zum Ende des Bachelors kam dann die Frage auf, ob der Master of Education überhaupt noch das richtige Ziel ist. Laura schwankte zwischen der Entscheidung, ob sie den Weg in Richtung des Lehrerberufs oder die auf berufliche Sicht unsichere Variante wählen und ihren Interessen zufolge weiterstudieren soll. Die Möglichkeit des doppelten Masterstudiums erschien dann die perfekte Lösung, um sich beide Türen offen zu halten.

Aktueller Beruf

Jetzt ist Laura wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Bergischen Universität Wuppertal- der Universität, an der sie schon ihr Studium absolvierte. Hier arbeitet sie in der Romanistik im literaturwissenschaftlichen Bereich für Französisch und Spanisch. Das Aufgabenfeld ist vielfältig und lässt sich in die Kategorien Forschung und Lehre einteilen. Pro Semester gibt sie eine Vorlesung, widmet sich natürlich auch der Forschung und bereitet in diesem Zusammenhang ihre Doktorarbeit vor. Außerdem betreut sie einen Studiengang, der weiterentwickelt werden soll. Hier kümmert sie sich um diverse Fragen und Anliegen der Studierenden. Nebenbei arbeitet sie an verschiedenen Projekten innerhalb der Romanistik.

Der Weg zum Beruf

Die Idee, eine Stelle an der Uni in Betracht zu ziehen und damit die akademische Laufbahn einzuschlagen entwickelte und verfestigte sich vor allem im Gespräch mit Lauras Dozenten. Eine lange Zeit zwischen Studium und Arbeit zu überbrücken gab es nicht. Mitte März konnte Laura ihr Studium abschließen. Die Stelle an der Universität begann im April. „Natürlich spielen Leistung, Engagement und Eigeninitiative eine große Rolle. Aber letztendlich hatte ich auch Glück, dass genau zur richtigen Zeit eine passende Stelle frei war.“
Mit der Arbeit ist Laura sehr zufrieden: „Es ist genau das, was ich immer machen wollte.“ Die Entscheidung, trotz des Risikos in Bezug auf eine lange Sicht, erst einmal nicht die Lehrerlaufbahn einzuschlagen, erwies sich im Nachhinein als richtig. Durch das Studium fühlt sie sich für die Arbeit gerüstet, obwohl sie sich in manchen Aspekten ein Studium mit mehr Praxisbezug gewünscht hätte.

Studienanfängern empfiehlt Laura, sich so früh wie möglich einen Nebenjob zu suchen, in dem man bereits Kompetenzen und Kenntnisse erwerben kann, die für einen späteren Wunschberuf wichtig sind. Auch ist es nicht verkehrt einen ersten Eindruck von der späteren Arbeit zu bekommen, um festzustellen, ob diese Richtung wirklich die richtige ist.
Wichtig ist es, selbst die Initiative zu ergreifen und sich frühzeitig über die Möglichkeiten, die geboten werden, zu informieren, um weitsichtig planen zu können. Im Zweifelsfall ist es ratsam, vom anfänglichen Plan abzuweichen. Niemand sollte Angst davor haben, sich noch einmal um zu entscheiden. »wm«

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