Alle Konkurrentinnen hinter sich gelassen

Sportstudentin Melanie Stemper hat bei den deutschen Meisterschaften über die Halbmarathon-Distanz den Titel der Juniorenmeisterin gewonnen. In Griesheim verpasste sie mit 1:20:49 Stunde um 49 Sekunden die Grenze zum B-Nationalkader. Die schaffte sie dann eine Woche später.

Es ist der 15. April. Starker Wind weht über die Laufstrecke in Griesheim. Melanie Stemper muss sich anstrengen, ist diese Wetterverhältnisse jedoch gewohnt. Auf einer Geraden von 2,5 Kilometern läuft sie einige Male hin und her, bis sie zum Schlusskilometer in das Stadion einläuft. Die Zuschauer jubeln ihr entgegen, sie überquert sie Ziellinie. Was sie in diesem Augenblick noch nicht ahnt: Sie ist soeben deutsche Juniorenmeisterin auf der Halbmarathon-Distanz geworden.

Den Erfolg erzielte die 21-jährige Sport- und Philosophiestudentin bei ihrer ersten Teilnahme an den deutschen Meisterschaften. Zweimal zuvor ist sie bei einem Halbmarathon schon angetreten, in Bonn, 2009 und 2011. Aus Bonn stammt Stemper, jetzt wohnt sie in Wuppertal. Erst mit 18 Jahren begann sie leistungsmäßig mit dem Laufen. „Meine Mutter läuft hobbymäßig, mit zehn Jahren bin ich das erste Mal mitgelaufen“, erzählt sie. Lange hat sie im Verein Leichtathletik betrieben und schon dort mit Langlauf Erfahrungen gemacht.

Die Mutter von Melanie Stemper und ihr Freund, der gleichzeitig auch ihr Trainer ist, waren in Griesheim an der Strecke und haben der Läuferin so mentale Unterstützung gegeben. „Das hat mir geholfen. Zu wissen, dass da jemand steht, bringt schon was“, freute sie sich. Auch der letzte Kilometer war ein Genuss. „Es ist immer schön, wenn man ins Ziel einläuft und weiß, dass man was bis zum Ende geschafft hat.“ Die Freude war später noch größer, als die Sportlerin von ihrem Titel in der Siegerliste erfuhr. „Damit hatte ich vorher nicht gerechnet“, gibt sie zu. Denn sie wusste nicht, in welcher Altersklasse sich die anderen Läuferinnen bewegten.

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Der Juniorentitel wird in der Klasse der U-23-Jährigen verliehen. In der Hauptklasse der Frauen belegte sie übrigens den 14. Platz und in der Mannschaftswertung mit der LAG Mittlere Isar den dritten Rang. Stemper war aus ihrer Vereins-Mannschaft in Griesheim die schnellste Läuferin über 21,0975 Kilometer. „Wir sind jeder unser eigenes Rennen gelaufen. Ich habe mich an eine Männergruppe angehangen. Das war ganz glücklich und ich konnte im Windschatten laufen“, sagt sie. Die Kräfte hat sie sich so gut eingeteilt.

Für ihre Leistungen trainiert Melanie Stemper hart. „Innerhalb der Woche laufe ich in Wuppertal, am Wochenende zuhause in Bonn.“ Seit Herbst 2011 steht fest, dass sie bei den deutschen Meisterschaften in Griesheim starten wird. „Pro Woche habe ich 90 Kilometer zurückgelegt. Einen kompletten Halbmarathon bin ich aber nie gelaufen. Immer nur die Trainingsdistanzen von zehn oder 15 Kilometern“, erklärt die Halbmarathon-Juniorenmeisterin.
Den Sprung in den B-Nationalkader hat sie eine Woche später beim Bonn-Marathon gemeistert. Dort lief sie die Strecke in 1:19:45 Stunde.

Sportkarriere nach dem Studium?

Melanie Stemper kann sich vorstellen, noch höher zu starten. „Es ist ja der Traum eines jeden Sportlers, damit Geld zu verdienen, was man kann. Mein Ziel ist es, auch dahin zu kommen.“ Ob das für sie erreichbar ist, steht aktuell noch in den Sternen. Das muss sie auch davon abhängig machen, ob der Körper die Leistung bringen kann. Der nächste Lauf ist nun auch erst mal der Bergische Uni Lauf am 8. Juli. »hst«

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