Mit Rollschuhen und Schläger den Ball jagen

Yannick Peinke studiert Sportwissenschaft und Elemente der Mathematik an der BUW. Nach den Vorlesungen und Seminaren widmet er als Spieler und Übungsleiter seine Zeit der Nischensportart Rollhockey. Er stand sogar mal im Nationalkader Deutschlands.

Er ist ein unscheinbarer Typ. Wahrscheinlich schon vielen Studierenden der Bergischen Universität Wuppertal über den Weg gelaufen – in der Mensa, der Bibliothek oder an der Bushaltestelle. Yannick Peinke ist lässig, doch wenn es um Sport geht, kommt er aus sich heraus. Seine Sportart unterscheidet sich im Gegensatz zu seinem Auftreten von der Masse. Er ist aktiver Rollhockeyspieler bei der IGR Remscheid.

„Ich spiele schon seit 16 Jahren Rollhockey“, sagt Peinke. Mit viereinhalb habe er das erste Mal auf Rollschuhen gestanden und dabei einen Schläger in der Hand gehabt. „Es kam bei mir auch durch den Einfluss meiner Familie“, ergänzt der 20-Jährige. Denn sein älterer Bruder Julian spielte bereits Rollhockey. Heute schnallen sie sich gemeinsam die Rollschuhe um. Seine Mutter betrieb Rollkunstlauf. „Dadurch, dass ich relativ früh mit dem Sport angefangen habe, habe ich es auch schnell gelernt und die ganzen Jahre konstant betrieben. Wer zu spät einsteigt, hat Schwierigkeiten“, weiß der Sportler.

Rollhockey ist eine schnelle Sportart. Sie zählt zu den schnellsten der Welt. Das reizt Yannick Peinke besonders daran. Gespielt wird auf einem etwa 20 mal 40 Meter großem Feld mit Banden. Vier Feldspieler und ein Torwart bilden ein Team. „Die Koordination ist das Wichtige auf dem Spielfeld. Ich muss mit den Rollschuhen zurechtkommen, den Schläger halten und den Ball treffen. Es ist etwas komplex, die Koordination muss stimmen.“ Eine feste Position hat Peinke nicht. „Wir spielen meistens mit zwei Leuten vorne und zwei Leuten hinten. Jeder ist mal da, mal dort. Je nach persönlicher Stärke“, erklärt er. Er selbst sei eher offensiver ausgerichtet und bevorzugt daher den Angriff. „Ich knipse dann lieber mal zwischendurch“, sagt der Torjäger der Rollhockey-Bundesliga mit einem Zwinkern.

Rollhockey gilt in Deutschland als Nischensportart. Nur Wenige haben sich diesen Sport ausgesucht. In der Bundesliga spielen zehn Mannschaften. „Es herrscht daher innerhalb der Liga auch eine sehr lockere, familiäre Atmosphäre. Ich kenne quasi jeden und halte den Kontakt“, freut sich der Spieler der IGR Remscheid. Verletzungen kommen auch nicht so häufig vor. „Regelmäßig blaue Flecken, oder ähnliche kleine Blessuren sind üblich.“ In seinen 16 Jahren Erfahrung ist er zweimal beim Antritt umgeknickt und musste wegen eines Muskelfaserrisses aussetzen.

Yannick Peinke mit Trainer Marcell Wienberg (IGR-Remscheid) nach dem Pokalspiel 2011 © Peinke

Die Verletzungen schmälerten die Leistung des Rollhockeyspielers jedoch keineswegs. In den Jugendmannschaften spielte er auf regionalerer Ebene. Sein Talent brachte ihn mit 16 Jahren in die U 20, gleichzeitig spielte er sogar schon für die erste Herrenmannschaft in der Bundesliga. Nebenbei trainiert er den Nachwuchs.
Seine starke Spielweise brachte ihn sogar in die Nationalmannschaft. Mit der U 17 bestritt er eine EM, mit der U 20 eine EM und eine WM. Für die Herrennationalmannschaft durfte sich Yannick Peinke im vergangenen Jahr das deutsche Nationaltrikot überstreifen: Beim Coupe des Nations in der Schweiz. „In der Jugendzeit hatte ich schon irgendwann damit gerechnet. Trotzdem habe ich mich sehr gefreut, als ich es erfahren habe. Es war praktisch eine Bestätigung für meine Leistung“, so der Sportstudent.

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Info:

Professionelle Rollhockeyspieler müssen teuer für ihre Ausstattung zahlen. Im Schnitt liegt der Preis um 500 Euro. Zur Ausrüstung gehören neben Rollschuhen und Schläger auch noch Schoner für die Gelenke und Hände. Gut gepolstert bestreiten die Sportler in der Bundesliga etwa 25 Spiele pro Saison, plus Play-Offs am Ende oder Länderspieleinsätze. »hst«

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