Sicherheitstechnik an der Bergischen Universität: Zwei Perspektiven auf einen vielseitigen Studiengang

Manuel Frank (22) und Marlene Gabler (21) studieren Sicherheitstechnik an der Bergischen Universität Wuppertal (BUW). Beide sind in ihrem Studiengang engagiert und wurden kürzlich in den Fakultätsrat gewählt, der Entscheidungen zu Lehre, Forschung und Organisation trifft. Manuel Frank unterstützt darüber hinaus als Mitglied der Fachschaft Studierende in ihrem Studium. Im Gespräch berichten sie aus ihrem Studium, von ihrer Motivation und ihren Zukunftswünschen.

Marlene Gabler (l.) und Manuel Frank (r.) - Foto: mw

blickfeld: Warum habt ihr euch für das Studienfach Sicherheitstechnik an der Bergischen Universität Wuppertal entschieden?

Marlene Gabler: Im Juli 2021 war die Flut im Ahrtal, eine verheerende Naturkatastrophe, die auch im Solinger Ortsteil Burg tiefe Spuren hinterlassen hat. Ich selbst komme aus Solingen und obwohl mein Stadtteil nicht betroffen war, setzt man sich natürlich mit dem Ereignis auseinander. Im Fernsehen wurde ein Fachmann interviewt, der Katastrophenvorsorge und -management studiert hat. Das hat mich interessiert. Nachdem ich erfahren habe, dass das ein Master-Studiengang ist, habe ich recherchiert, welchen Bachelor-Abschluss ich als Voraussetzung brauche. Dabei bin ich auf die Sicherheitstechnik an der Wuppertaler Universität gestoßen – ein fachlich vielseitiger und thematisch sehr abwechslungsreicher Studiengang, den ich seit nunmehr drei Semestern studiere.

Manuel Frank: Mein Weg zur Sicherheitstechnik ist ein wenig klischeehafter: Ich war bereits in der Jugendfeuerwehr aktiv und bin mit Erreichen des 18. Lebensjahres in die aktive Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr übergetreten. Durch den Wunsch, Menschen zu helfen, und dank des Talentscoutings der BUW bin ich auf die Sicherheitstechnik aufmerksam geworden. Die Möglichkeit, später in einer Berufsfeuerwehr zu arbeiten und die damit verbundene Laufbahn zu absolvieren, hat mich zusätzlich motiviert.

„Sicherheitstechnik ist viel mehr als nur Brandschutz“

blickfeld: Was schätzt ihr an der Sicherheitstechnik an der Bergischen Universität?

Manuel Frank: Wie schon angedeutet, ist das Studienfach wesentlich vielseitiger, als ich es mir anfangs vorgestellt habe. Ich bin mit dem Blick des Feuerwehrmanns reingegangen, doch Sicherheitstechnik ist viel mehr als nur Brandschutz. Hinzu kommen Disziplinen wie Arbeitssicherheit, Bevölkerungsschutz, Arbeitsmedizin und -gesundheit, Anlagensicherheit und noch mehr. Deshalb hat sich auch – nach fünf Semestern Studium – meine Berufsperspektive deutlich erweitert. Die Feuerwehr gehört zwar weiterhin dazu, doch reizen mich auch die Themen rund um den baulichen Brandschutz, in dem es etwa um bauliche Maßnahmen geht, die die Entstehung eines Brandes oder im Brandfall die Ausbreitung von Feuer und Rauch verhindern. In diesem Bereich arbeite ich auch in einem Ingenieurbüro als Werkstudent.

Marlene Gabler: Neben der Vielseitigkeit, da schließe ich mich Manuel Frank an, bietet der Studiengang auch Zusatzqualifikationen, etwa die Möglichkeit, Strahlenschutzbeauftragter oder Fachkraft für Arbeitssicherheit zu werden. Auch schätze ich den kurzen Draht zu den Lehrenden, die innerhalb und auch außerhalb von Veranstaltungen offen für Fragen und einen Austausch sind.

Dadurch, dass ich als studentische Hilfskraft im Fachgebiet Bevölkerungsschutz, Katastrophenhilfe und Objektsicherheit, kurz BuK, und dort im Projekt PSync arbeite, das für „Psychosoziale Notfallversorgung Synchronisations- und Koordinationsplattform“ steht, habe ich noch tiefere Einblicke erhalten und weiß, dass bei (Natur-)Katastrophen nicht nur Organisationen wie die Feuerwehr oder das THW wichtig sind, sondern auch die psychologische Unterstützung der Einsatzkräfte und Personen vor Ort.

Manuel Frank: Zudem gibt es die Möglichkeit, Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Ich war erst kürzlich mit dem Lehrstuhl Branddynamik in Portugal und habe da viel über Waldbrände erfahren, was ich mir für mein Studium anrechnen lassen konnte. Auf Kongressen begegnet man wiederum vielen Absolventinnen und Absolventen der Sicherheitstechnik, mit denen man sofort in einen persönlichen Austausch kommt. Der Verein der Absolventen der Sicherheitstechnik der Bergischen Universität Wuppertal e. V. bietet das dazugehörige Netzwerk.

Fortsetzung des Studiums an der BUW möglich

blickfeld: Ihr befindet euch beide noch im Bachelor-Studium. Habt ihr schon eine konkrete Vorstellung, wie es nach dem BA-Abschluss weitergehen soll?

Marlene Gabler: Ich bin da noch unentschlossen. An der Bergischen Universität kämen die Masterstudiengänge Sicherheitstechnik sowie Qualitäts- und Zuverlässigkeitsingenieurwesen in Frage. Der Master in Katastrophenvorsorge und Katastrophenmanagement, kurz KaVoMa, der mich überhaupt erst in Richtung Sicherheitstechnik gebracht hat, ist berufsbegleitend und erfordert eine dreijährige einschlägige Berufserfahrung. Wahrscheinlich werde ich nach dem Bachelor eine Pause machen und während einer Rundreise über meine weitere Zukunft nachdenken.

Manuel Frank: Perspektivisch möchte ich auch einen Master-Abschluss erreichen, jedoch zwischen den beiden Studiengängen berufliche Erfahrungen und Praxis sammeln. Ich kann mir jedoch durchaus vorstellen, mein Studium dann in Wuppertal fortzusetzen.

blickfeld: In welchen Bereichen gibt es im Fach Sicherheitstechnik Verbesserungsbedarf?

Manuel Frank: Es braucht mehr Verknüpfungspunkte zwischen Theorie und Praxis, etwa durch konkrete Anwendungen, womöglich gar in Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen. Das würde auch die Sichtbarkeit des Faches erhöhen, wovon es definitiv mehr braucht.

Marlene Gabler: Ich würde es begrüßen, wenn Studierende entlastet werden, etwa durch eine Ausdehnung des Studienganges auf sieben Semester oder die Einführung eines „nullten“ Semesters, in dem verstärkt die notwendigen Grundlagen vermittelt werden. Das kann Hürden abbauen und mehr Menschen, insbesondere Frauen, für den Studiengang begeistern.

blickfeld: Ein Satz zum Vervollständigen: Junge Menschen sollten Sicherheitstechnik an der Bergischen Universität studieren, weil …

Manuel Frank: … das Studium thematisch breit gefächert ist, viele Berufsperspektiven bietet und der Studiengang bei späteren Arbeitgebern hoch angesehen ist.

Marlene Gabler: … es gebraucht wird, es ein qualitativ hochwertiger Studiengang ist und es jedem einen interessanten Themenbereich bietet. »mw«

Der Artikel erschien zuerst im VDI-Ingenieurforum (Ausgabe 01/2026).

Sicherheitstechnik an der Bergischen Universität Wuppertal

Eine Einschreibung in den Bachelor of Science (B.Sc.) Sicherheitstechnik an der Bergischen Universität Wuppertal ist zum Wintersemester möglich. Details sind abrufbar unter:

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