Auftakt im Open Ground: Wuppertaler Literatur Biennale startet am 7. Mai

Vom 7. bis 16. Mai 2026 findet die 8. Wuppertaler Literatur Biennale (WLB) statt. Zum Thema „Die Wut“ lädt das Festival für zeitgenössische Literatur und Diskurs zu rund 25 Veranstaltungen an verschiedenen Orten in Wuppertal ein. Autor:innen aus der Region und aus dem gesamten deutschsprachigen Raum lesen, diskutieren und reflektieren über eine Emotion, die das gesellschaftliche Klima der Gegenwart prägt wie kaum eine andere.

Eindruck der Biennale 2024 - Foto: Jenifer Becker

Das sind die ersten Veranstaltungen der Wuppertaler Literatur Biennale.

Eröffnet wird das Literaturfest am 7. Mai im Open Ground

Mit einem Wut-Poem der Dichterin Lütfiye Güzel und einer Performance des Ensembles des Schauspiels Wuppertal steht die Emotion Wut im Mittelpunkt des Abends. Gemeinsam mit Gastgeber David J. Becher wird ihr in verschiedenen Räumen des Club Open Ground nachgespürt – laut, körperlich und vielschichtig. Begleitet von treibenden Beats stimmt die Veranstaltung zugleich auf den Sound des WLB-Festivals ein.

Navid Kermani am 8. Mai in der Immanuelskirche

In seinem Roman „Sommer 24“ erzählt Navid Kermani von einem Moment, in dem Weltpolitik und persönliches Leben untrennbar ineinandergreifen. Während Gewissheiten bröckeln und Konflikte näher rücken, entsteht eine literarische Selbstbefragung über das Erzählen in einer erschütterten Gegenwart. Über diese Fragen spricht Navid Kermani mit Verena Lueken.

Sandra Weihs am 9. Mai in der Zentralbibliothek

Sandra Weihs erzählt von Manfred Gruber, der trotz erfüllter Auflagen im System der Behörden zum Härtefall wird. Ihr Text zeichnet ein eindringliches Bild von sozialem Abstieg, Scham und stiller Wut – und fragt, wie viel Mensch im Verwaltungsakt bleibt. Über diese Themen spricht Sandra Weihs mit Mladen Gladić.

Sechs Stimmen, ein Jahrhundert: Literarische Zeitreise zum GEDOK-Jubiläum – am 9. Mai in der Kunsthalle Barmen

Von den 1920ern bis heute: Die Wuppertaler Autorinnen C. Ertmer, C. Gibiec, J. Höfel, M. Jenkner, S. Obhodjas und M. Ullmann lesen im Rahmen der Ausstellung „jetzt“. Ihre Texte beleuchten Frauen, die Widerstände überwinden, Normen brechen und für Freiheit streiten – ein kraftvolles Panorama zum 100-jährigen Bestehen der GEDOK.

Helga Schubert am 9. Mai im Internationalen Begegnungszentrum

Helga Schubert blickt in ihren über sechs Jahrzehnte entstandenen Texten auf Übergänge, Brüche und Neuanfänge zwischen persönlicher Erfahrung und gesellschaftlichem Wandel. Ihre Geschichten erzählen von innerer Freiheit, Erinnerung und der Kraft des Erzählens. Im Gespräch mit Annette Hager spricht die Autorin über ihr Schreiben und darüber, wie Literatur hilft, sich selbst und die Welt zu verstehen.

Familientag am 10. Mai im BOB Campus – Teilnahme kostenlos

Ein bunter Nachmittag voller Geschichten für kleine und große Buchfans, mit mehrsprachigem Bilderbuchkino „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“, Schreibworkshop für Kinder, Hiphop-Künstler „Le Mietz“, Manga-Zeichnen mit Ronja Jochem, Lesungen mit Roya Soraya und Celina Klingbeil für Jugendliche und vielem mehr – eine Kooperation mit der Stadtbibliothek Wuppertal und dem Peter Hammer Verlag.

Jehona Kicaj am 10. Mai auf der INSEL

In ihrem Roman „ë“ erzählt Jehona Kicaj von Krieg, Verlust und dem Aufwachsen als Kind kosovarischer Geflüchteter in Deutschland (blickfeld berichtete). Der titelgebende Buchstabe steht für das Unsagbare, das dennoch nachwirkt. Über literarische Wege, diesem Schweigen eine Form zu geben, spricht die Autorin mit Birte Fritsch.

Immer geöffnet: Das Festival-Zentrum WTF – Wut trifft Freiraum

(Galerie n46, Neumarktstraße 46 in Wuppertal) als Raum der Begegnung und mit verschiedenen Veranstaltungen

Manchmal ist einfach nur die Tür offen, manchmal stehen auch kleine Events an, z. B. Pop Up-Lesungen, ein Pub-Quiz rund um die Welt der Bücher, Schreibwerkstätten, das Wut-Archiv der Stimmen und Vieles mehr. Das Programm wird auch in der Festivalwoche spontan weiter ergänzt.

Das vollständige Programm und Informationen zum Kartenvorverkauf sind abrufbar unter www.wlbiennale.de. »red«

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