King Ping: Ein Film der ganz besonderen Art

Wuppertal ist eine außergewöhnliche Stadt mit einem ganz eigenen Charme. Zwei, die das auch so sehen sind Christoph Schmidt und Dirk Michael Häger von der REX Film Produktion. Zusammen drehten sie den ersten Kinofilm, der in Wuppertal spielt: „King Ping – Tippen Tappen Tödchen“ kommt am 31. Oktober in die Kinos. Die Stadt ist dabei nicht nur „eine besonders passende Location, sie wird in den Film einbezogen, als sei sie ein zweiter oder dritter Hauptdarsteller„, so Dirk Michael Häger. Das heißt für den Film, dass die Stadt immer präsent ist, z.B. durch die Verwendung von typischer Mundart in den Film-Dialogen oder durch verschiedene Schauplätze. Auch wenn es nicht immer leicht war, die Balance zwischen „genug und zu viel Wuppertal“ zu halten, so ist am Ende ein Film entstanden, auf den die beiden Produzenten stolz sind. Doch worum geht es eigentlich in diesem Film, der mit Gesichtern wie Sierk Radzei, Bela B, Christoph Maria Herbst und Angelika Bartsch auftrumpfen kann?

Tierpfleger Clemens KING Frowein © actorsphotography.de

Im Mittelpunkt des Filmes steht der ehemalige Polizist und jetzige Tierpfleger Clemens KING Frowein (Sierk Radsei), der seit seiner Suspendierung im Hinterzimmer der Friseurin Biggi (Bela B) lebt. Zusammen mit seinem schrägen Team versucht er den Mord an seinem Ex-Kollegen aufzuklären, der eines Morgens tot am Fuß einer Treppe – wo auch sonst in Wuppertal – aufgefunden wird. Auf den ersten Blick denken wir da wohl an einen Krimi, was auch nicht ganz falsch ist. Lesen wir die Zusammenfassung jedoch genauer, stolpern wir über ein Detail, das aufzeigt, dass es sich nicht um einen klassischen Krimi handelt: Bela B (bekannt geworden als Mitglied der Band „Die Ärzte“) spielt eine Frau! Ein wenig seltsam klingt das schon – und genau das ist auch das Stichwort. Der Film vereint schwarze Komödie und Krimi mit vielen schrägen Elementen und läuft unter dem Namen „Crime Comic“. Und tatsächlich wirken die Bilder, die man zu dem Film im Internet finden kann, wie die Verfilmung eines kuriosen Comics.

© REX Film Produktion GmbH

Das mag Liebhabern von Filmen abseits des großen Hollywood-Mainstreams bekannt vorkommen. Regisseure wie etwa Quentin Tarantino (Inglourious Basterds) oder David Lynch (Twin Peaks) beweisen seit Jahren, dass man Schräges sehr gut mit spannenden Elementen verbinden kann. Bei der Umsetzung setzten Schmidt und Häger auf die Mischung aus viel Trash, Komödie und Musik. Besonders wird der Film nicht nur durch die vielen individuellen Drehorte, wie etwa den Mirker Bahnhof, sondern auch die Auswahl der Schauspieler, die zum größten Teil selbst eine persönliche Bindung zu Wuppertal haben.

Genauso besonders wie die Wahl der Schauspieler ist auch die Auswahl der Filmmusik. Sie spielt eine elementare Rolle im Film. Nicht nur lokale Künstler wie etwa Uncle Ho oder Winston, die sich bedauerlicherweise im letzten Jahr auflösten, finden einen Platz im Film: auch alle anderen Songs sind bedeutend und wurden extra für den Film produziert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Soul – eine vergleichsweise unübliche Musik für den modernen Kinofilm. Doch auch diese Wahl war eine bewusste Entscheidung. „Wir wollten Retro-Musik für eine Stadt mit marodem Charme„, so Häger. So entstand ein Soundtrack mit über 30 Liedern. Der Titelsong „King Ping“ wird von Bela B gesungen.

Anzeige:

 

Neben all diesen Dingen, gibt es eine spezielle Sache, die den Film wirklich besonders macht und erst recht mit Wuppertal verbindet. Dem Film fehlte es, wie der Stadt Wuppertal, an Geld! Genau dieser Umstand aber ist es, der die Kreativität bei der Umsetzung erst recht wachgerufen hat. Wer sich einmal mit der Entstehung von Filmen auseinandergesetzt hat, weiß, dass ein großer Teil der Kosten durch die Filmförderung gedeckt wird. Diese Förderung muss beantragt und bewilligt werden. Im Fall von „King Ping“ verweigerte man sie. Doch anstatt aufzugeben, wählten Häger und Schmidt einen eher unkonventionellen Weg und setzten auf „Crowd Funding“. Dafür drehten sie einen 10-minütigen Trailer und begannen Gelder für den Film zu sammeln. Resultat der Aktion: rund 200.000 Euro – für einen Debütfilm eine beachtliche Summe! Abgesehen davon arbeitete das Film-Team fast unentgeltlich.

Den Film kann man sich ab dem 31. Oktober im Wuppertaler Cinemaxx-Kino ansehen. Eins ist jedoch jetzt schon klar: Der Film passt zu Wuppertal und zeigt, dass man auch mit wenig Geld viel auf die Beine stellen kann. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

Weitere Infos zum Film findet ihr unter: www.kingpingderfilm.de

Der offizielle King Ping Trailer

Anzeige:

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.