Im viktorianischen London des Jahres 1888 nimmt die verarmte Vermieterin Emma Bunting gemeinsam mit ihrem Mann George einen vornehmen Untermieter auf. Was zunächst als finanzieller Rettungsanker erscheint, entwickelt sich zu einer existenziellen Prüfung, als sich Emmas Verdacht erhärtet, dass ihr Gast der gesuchte Serienmörder sein könnte. Zwischen Mitgefühl, Angst und gesellschaftlichem Druck gerät ihr moralisches Weltbild ins Wanken.
Phyllis Tate wählt bewusst die weibliche Perspektive
Phyllis Tate, eine der wichtigsten britischen Komponistinnen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wählt bewusst die weibliche Perspektive und rückt Emmas moralisches Dilemma ins Zentrum. Ihr „The Lodger“ zeigt den „Ripper“ nicht als sensationslüsternes Monster, sondern als kranken, von religiösem Wahn getriebenen Menschen – furchterregend und zugleich hilfsbedürftig. Mit klar konturierten Linien, prägnanten Motiven und einer atmosphärisch dichten Orchestrierung gestaltet Tate eine Musik, die Emmas innere Spannung hörbar macht und tiefenpsychologische Abgründe auslotet.
Fokus auf das Werk kreativer Komponistinnen der musikalischen Moderne
Mit dieser Produktion setzt die Oper Wuppertal ihre Erkundung seltener Opernschätze fort und legt einen besonderen Fokus auf das Werk kreativer Komponistinnen der musikalischen Moderne. „The Lodger“ wird in englischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln gezeigt und richtet sich an Menschen ab 16 Jahren, die spannende Stoffe, psychologische Tiefe oder einfach einen intensiven Opernabend schätzen.
Die musikalische Leitung der Produktion übernimmt Yorgos Ziavras, die Inszenierung liegt in den Händen von Greg Eldridge. In den Hauptrollen sind Edith Grossman als Emma Bunting und Andrew Nolen (a. G.) als ihr Ehemann George Bunting zu hören. Den geheimnisvollen Untermieter verkörpert Zachary Wilson. »red«
„The Lodger“ in der Oper Wuppertal
- Premiere: Samstag, 18. April 2026, 19:30 Uhr, Opernhaus Wuppertal
- Weitere Termine:
Freitag, 24. und Sonntag, 26. April (19:30 Uhr),
Sonntag, 3. Mai (18 Uhr),
Samstag, 13. Juni (18 Uhr) &
Sonntag, 12. Juli 2026, 18 Uhr
Weitere Informationen und Tickets sind bei der KulturKarte oder über die Website der Oper Wuppertal unter oper-wuppertal.de/lodger erhältlich.

