„Die Zofen“ feiern Premiere © Uwe Schinkel

Aus langer Vergessenheit kehrt ein Klassiker auf die Bühne des Theaters am Engelsgarten zurück. „Die Zofen“ – ein etwas anderer Krimi, geschrieben von einem Bücherdieb, sorgte bereits bei der Erstaufführung in Frankreich für großes Aufsehen und Proteste. Unter der Regie des Wuppertalers Jakob Fedler taucht der Zuschauer in die abstruse Spielwelt eines Geschwisterpaars ein, für das die Grenze zwischen der Realität und der Fantasie, auf dem Weg zum Reichtum, beinahe verschwunden zu sein scheint.

Das Stück von gerade mal 70 Seiten, geschrieben von Jean Genet, wurde erstmals 1947 in Paris aufgeführt und stieß sofort auf Kritik der Gesellschaft, die die Geschichte der Fantasiespiele des Geschwisterpaars Claire und Solange als zu offensiv, skandalös und sogar pervers empfand. Die Protagonistinnen sind Dienstmädchen im Hause einer schönen und erfolgreichen Frau, deren Mann im Gefängnis ist. In ihrer Anwesenheit schätzen die beiden die Großzügigkeit der „gnädigen Frau“, doch ist diese einmal aus dem Haus, werden große Aufstandspläne geschmiedet, die den Machtspieß dauerhaft umdrehen sollen. Besessen vom Traum vom besseren Leben, spielen die Schwestern, unbeobachtet und ungestört, ein demütigendes Spiel, in dem sie jeweils in die Rollen der Herrin und der Zofe schlüpfen. Im Rausch der Erniedrigung, der Herabsetzung und des Anhimmelns lassen die beiden die Grenzen zwischen der Realität und dem Traumspiel gefährlich verschwimmen.

Psychologie der Mörder auf der schrägen Bühne

Unter der Regie von Jakob Fedler zeigen sich „die Zofen“ als ein philosophischer Krimi, der die ewigen sozialkritischen Fragen, wie etwa nach dem Sein des Individuums, seiner Rolle in der Gesellschaft und der zwischenmenschlichen Beziehung, aufgreift. Liebe, Leben und der Tod stehen in diesem Stück in einer ungewöhnlichen Konstellation nebeneinander. Was davon ist denn nun die Erlösung aus dem inneren Gefängnis der Gefühle? Das Bühnenbild greift den Fantasiegedanken auf und besteht aus einem schrägen Konstrukt und einer Blumenwolke, die als Portal zwischen der echten und der erfundenen Welt dient. Durch die minimalistische Gestaltung von Dorien Thomsen wird der Blick und die Wahrnehmung der Zuschauer unmittelbar auf die verwirrende Handlung mit undeutlicher Trennung zwischen Realität und Traumwelt fokussiert.

Die Dramaturgin Barbara Noth betont, dass sich das Stück aufgrund einiger Themen und Handlungen sowie seiner komplexen Sprache weniger für Kinder anbietet, sondern an ein reifes Publikum und an Schulklassen der Oberstufe und an Studierende adressiert ist.

Karten sind verfügbar unter der Telefonnummer: +49 (0) 202 563 7666.

Für Studierende der Bergischen Universität Wuppertal, der Kirchlichen Hochschule und der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Standort Wuppertal, gilt zu allen Vorstellungsterminen, mit Ausnahme der Premiere, die Bühnenflatrate. Eine Begleitperson kann ebenfalls kostenlos mitgenommen werden. »xx«

Alle Termine auf einen Blick:

  • 11.11 (Premiere), 12.11, 18.11, 19.11, 03.12, 09.12, 18.01.18, 02.02.18.

Weitere Informationen zum Stück oder den Wuppertaler Bühnen gibt es unter:

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