Ein Magazin für Inspiration und Vielfalt

Im Blickfeld: Die erste neolith-Ausgabe © mw

Seit November 2016 gibt es nach der letzten Ausgabe der „Leonid“ von 2012 wieder eine uni-eigene Literaturzeitschrift. Mit „neolith“ – Magazin und Werkstatt für neue Literatur an der BUW – ist es Studierenden und MitarbeiterInnen der Uni möglich, ihre eigenen Texte, egal ob Prosa, Gedichte oder andere Textsorten, zu diskutieren und zu veröffentlichen. Die von Jan-Eric Friedrich, Marc Müller, Stefan Neumann und Matthias Rürup herausgegebene erste Ausgabe zum Thema „Fallhöhe“ haben sich Lisa und Lilly von blickfeld einmal genauer angesehen und darüber gesprochen.

Lilly: „ Als ich mir das handliche kleine Büchlein durchgelesen habe,
ist mir auf den ersten Blick aufgefallen, dass das Thema in allen
Geschichten auf sehr unterschiedliche Art und Weise verarbeitet
wurde. Dadurch hat man ganz viele verschiedene Perspektiven
auf ein und das selbe Thema.“

Lisa: „Wobei ich dazu sagen muss, dass sich das Thema meiner Meinung
nach unterschiedlich stark in den Vordergrund drängt. Bei einigen erschließt
sich mir die Verbindung zur Fallhöhe nicht so schnell wie bei anderen oder
eventuell noch gar nicht.“

Lilly: „Da hast du recht. Aber gerade das finde ich so spannend.
Was mir zum Beispiel sehr gut gefallen hat – vor allem in Bezug
auf die Eindeutigkeit des Themas „Fallhöhe“ – war das „Sonett
vom Radeln im Dauphine“. Ich finde, dass hier die positive Energie
des Erzählers und die wohlverdiente Belohnung nach der Anstrengung
im Wettkampf sehr deutlich wird.“

Lisa: „Im ersten Punkt stimme ich dir vollkommen zu. Aber handelt
es sich nicht eher um ein zu verbissenes Lyrisches Ich, das dem
Gegenüber den Sieg nicht gönnt? Ich finde, da liegt weniger positive
Energie, als Spannung zwischen den Personen in der Luft… wobei das
vielleicht auch einfach ein kindliches Gezanke sein mag.“

Lilly: „Genau diese verschiedenen Interpretationsweisen finde
ich so interessant. Jeder Leser sieht in jeder einzelnen Geschichte
etwas anderes. Das macht Literatur für mich aus. Wichtig für mich
ist aber auch, dass die Geschichte den Leser fesselt. Ich möchte
permanent weiterlesen wollen. Da trägt die Kürze der einzelnen Texte
in der „neolith“ natürlich sehr viel zu bei. Die perfekte Lektüre für
zwischendurch im Zug oder anderswo.“

Lisa: „Ein gutes Beispiel dafür ist „Statusmeldungen“ von Martin
Hagemeyer. Eine Ansammlung von Impressionen, heruntergeschrieben
wie eben eine Statusmeldung auf Facebook; oft
ganz ohne Zusammenhang.“

Lilly: „Da hast du recht, wobei eine Zusammenstellung so vielfältiger
und knapper Eindrücke mir zunächst sehr verwirrend erschien.“

Lisa: „Genau dieses leicht Wirre, Unvollständige hat mir so gut
gefallen. Das sind eben Bruchstücke wie man sie tatsächlich am
Bahnhof oder im Zug erlebt. Gerade das Reale daran hat mir
so zugesagt.“

Lilly: „Realität ist ein gutes Stichwort. Die ist meiner Meinung nach
in nahezu allen Geschichten vorhanden. Besonders aufgefallen ist mir
da der Text „Frei sein“ von Anja Butz. Es ist eine Story, die von
schonungsloser Ehrlichkeit und auch einem Stück weit Melancholie
durchzogen ist.“

Lisa: „Dazu muss man ja sagen, dass die meisten Texte der
Ausgabe die ein oder andere Form von Melancholie aufweisen.
Prinzipiell mag ich das, teilweise schwappt es mir aber zu sehr
über und es fehlt das sprachliche Handwerk, um dies zu stützen.
Wunderschön ausgedrückt ist diese Schwere aber zum Beispiel
in „Die Tür ist zugeworfen“ von Wolf Christian von Wedel Parlow.
Das könnte ich immer wieder lesen.“

„neolith“ – persönlich und inspirierend

Viele verschiedene und vor allem subjektive Eindrücke und Interpretationen werden hier also geboten und angeregt. Das macht die „neolith“ zu einem Werk, das persönlich und inspirierend ist.

Die „Neolith #1“ gibt es für 3 € am Uni-Kiosk am Haupteingang, in der Buchhandlung Klaus v. Mackensen, im Glücksbuchladen, bei Köntgen ~Wupperliebe, Pop Art und „Koff auf – Initiative für nachhaltige Entwicklung e.V.“ oder im Online-Shop.

Die erste Ausgabe von „neolith“ © mw

Seid auch ihr inspiriert und wollt eigene Texte veröffentlichen oder sie erst einmal in kleinem, angenehmem Kreis besprechen? Die Magazin-Mitglieder treffen sich jeden Mittwoch von 18 bis 20 Uhr während der Vorlesungszeit in der Uni-Kneipe. Bringt Prosa, Gedichte oder Anderes mit. Voraussetzung dafür ist, dass der Text vorher noch nicht anderswo veröffentlicht wurde und ihr ihn auf eine Maximallänge von 12.000 Zeichen beschränkt. Einsendeschluss für die nächste Ausgabe zum Thema „Déjà-vu“ ist der 31.07.2017. Schickt eure Werke einfach an neolith (at) uni-wuppertal.de (Bitte abtippen) oder schaut mal in der Kneipe vorbei. »lyh & lg«

Weitere Informationen gibt es unter:

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