Goodbye WE ARE KIOSK: Die studentische Kulturstätte legt eine kreative Pause ein

Wuppertal ist zweifellos eine Stadt der kreativen Köpfe. Das beweist auch das studentische Trio WE ARE KIOSK. Johannes Farrenkopf, Daria Henken und Maria Musiol – alle drei Studierende des Masterstudienganges Public Interest Design an der Bergischen Universität Wuppertal (BUW) – leisten seit rund zwei Jahren eine zukunftsorientierte künstlerische und soziale Arbeit im Mirker Quartier. Nun wollen sie sich eine unbefristete Pause nehmen, um das Studium erfolgreich beenden zu können.

Titelbild: Daria Henken, Johannes Farrenkopf und Maria Musiol (v.l.n.r.) © Celia Wagner

Kreative Initiative für den Stadtteil

Drei Design-Studierende der BUW teilten sich eine Vision von einem „Raum der Möglichkeiten“. Schnell wurde aus der Idee ein Konzept, das seit Januar 2018 als ein Pop-Up Kiosk in der Friedrichstraße bekannt ist. Unter einem „Kiosk“ verstehen die Gründer/-innen einen Ort, an dem jeder willkommen ist, den man ohne Termin besuchen kann und der zu ungezwungenen nachbarschaftlichen Begegnungen einlädt: „Ein Raum zwischen Öffentlichkeit und dem Privaten“, erklärt Daria Henken. Auch der Standort in der Nordstadt ist nicht ohne Grund gewählt. Die bereits durch zahlreiche weitere Uni-Projekte erfahrenen Studierenden streben danach, den städtischen Raum durch eine sinnvolle, aktive und nachhaltige Nutzung aufzuwerten. In der Nordstadt ist das beispielhaft die Besetzung von leerstehenden Räumen. So entstand in einer eher wenig befahrenen, ruhigen Seitenstraße aus einem ehemaligen Teppichladen ein offener Ort, der zum einen als Austausch- und Begegnungsstätte für die Anwohner/-innen des Quartiers dient und zum anderen als Projektbüro für Veranstaltungen und Workshops das öffentliche Interesse der Wuppertaler/-innen und der lokalen Kreativen steigert.

Druckworkshop zum Thema Upcycling in Kooperation mit der Alten Feuerwache © WE ARE KIOSK

Mit Projekten und Workshops die Leute an die Kunst und zueinander bringen

Der Kiosk dient in Kooperation mit lokalen Kollektiven und Künstlern als Plattform für deren Projekte und Produkte. So sprühte der Wuppertaler Künstler Le Dudds bereits zwei Mal das Schaufenster des Kiosks an, diesmal in Form einer mystischen, orientalisch angehauchten Zeichnung mit seiner eigenen Fantasieschrift. Aber auch größere Projekte, wie regelmäßig wechselnde Foto- und Bildausstellungen mit musikalischer Begleitung, finden in dem Lokal statt.

Die Studierenden aus WE ARE KIOSK haben in Wuppertal eine kulturelle Nische entdeckt und füllen diese mit Kreativ- und Bildungsworkshops, zahlreichen Veranstaltungen, bei welchen das Miteinander, die Kommunikation und der Spaß im Fokus stehen. So finden im Kiosk regelmäßig eine Pflanzentauschbörse, Tee-Sessions oder Lesungen und Vorträge zu sozialen, politischen und nachhaltigen Themen, die jeden angehen, statt. Die meisten Veranstaltungen sind kostenlos, für einige wird eine symbolische Teilnahmegebühr erhoben. Dadurch finanzieren die selbstständigen Studierenden ihr Herzensprojekt.

WE ARE KIOSK © Celia Wagner

Kreative Pause für die eigene Neuerfindung

Nach rund zwei erfolgreichen Jahren wollen die drei Studierende des WE ARE KIOSK-Teams ihren Kiosk nun ab den 1. April 2020 für eine unbestimmte Zeit schließen und sich auf das Studium und auf die berufliche Zukunft konzentrieren. Wer das Lokal übernimmt, sei noch unklar. Eine gute Nachricht für die Freunde und Kollegen gibt es jedoch: „Unser Kollektiv bleibt weiterhin bestehen“, so Maria Musiol. Das Team erklärt, dass sein Kiosk eine einmalige, sehr lehrende und prägende Erfahrung war und dass dadurch zahlreiche Kontakte und Freunde gefunden wurden. Die aus der zweijährigen Arbeit resultierenden Ergebnisse wollen die Design-Studierenden in ihren Masterarbeiten sowie in den künftigen Berufen reflektieren. Auch wollen alle drei sich weiterentwickeln und „irgendwo auch neu finden“, um in der nahen Zukunft wieder mit frischen Ideen, neuen Kooperationen und kreativ-sozialen Veranstaltungen in und um Wuppertal herum durchzustarten. »xhatz«

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