Wildes Treiben auf Indiens Straßen
© Carina Boshoff

„A New Passage to India“ bietet eine ungewöhnliche Facette der Kultur-Entdeckung. Prof. Dr. Ursula Kocher (Lehrstuhl für Allgemeine Literaturwissenschaft und Ältere deutsche Literatur im europäischen Kontext) brachte das deutsch-indische Übersetzungsprojekt 2011 an die Bergische Universität Wuppertal. Seitdem erarbeiten Studierendengruppen jedes Jahr zu wechselnden Themen Übersetzungen von Deutsch in Hindi und umgekehrt.

Obwohl viele InderInnen Germanistik studieren, gibt es für sie neben den deutschen Originaltexten oft nur eine englische Übersetzung als Zwischenlösung. Der Großteil der deutsche Leserschaft kennt indische Texte dagegen nicht einmal. Das möchte „A New Passage to India“ ändern. Ziel ist es, Übersetzungen kleinerer Erzählgattungen bis hin zum Roman zu schaffen und diese in einem Sammelband zu veröffentlichen.

Kühe haben in der indischen Kultur einen besonderen Stellenwert © Carina Boshoff

Auch Marcel arbeitet mit seinem Tandempartner an der Übersetzung eines deutschen Textes. Er erklärt das Vorgehen: „Wir Deutschen starten schon vor Beginn des Übersetzens mit einem Intensivkurs Hindi, um die Grundzüge der Sprache kennen zu lernen. Danach arbeiten jeweils ein deutsches und ein indisches Mitglied der Gruppe an einem Text, den wir uns zu einem Überthema selbst aussuchen. Wir versuchen uns erst in Wuppertal an einer Rohfassung, danach reist die Gruppe für drei Monate nach Neu Delhi, wo der Feinschliff erfolgt.“ Die Arbeit und ihre Einteilung organisieren die Tandems selbst. Ein Mal in der Woche findet in Wuppertal wie auch später an der Universität von Neu Delhi für jede Gruppe unter der Leitung von Professorin Kocher und einem indischen Professor zusätzlich jeweils ein Kolloquium statt, das wir zur Klärung von Schwierigkeiten nutzen können.
Denn vor der eigentlichen Übersetzung muss jeder Text bis ins kleinste Detail verstanden sein – nur so kann eine möglichst unverfälschte Übersetzung entstehen. Die Suche nach der passgenauen Formulierung und dem treffenden Still kann dabei zum Problem werden: Fügt sich die Übersetzung auch in den anderen kulturellen Kontext ein? Wie vermittelt man Ironie? Und was sollen Füllwörter wie „schon“, „eh“, und „eigentlich“ überhaupt ausdrücken?

Neben dem Spracherwerb gewinnen die Studierenden in diesem Projekt nicht nur Einblicke in die fremde Kultur, sondern haben auch die Chance, Indien als spannendes Reiseland kennenzulernen. »lg«

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