Diskussionsrunde mit den Wuppertaler Landtagskandidaten

Svenja Reinhardt (Mitte) moderierte die Podiumsdiskussion zur Landtagswahl
© AStA Wuppertal

Eine hitzige Debatte entwickelte sich während der Podiumsdiskussion letzte Woche auf der AStA-Ebene der Bergischen Universität Wuppertal. Nicht selten musste die Moderatorin, Svenja Reinhardt, die Politiker unterbrechen, wenn sie zu weit vom Thema abkamen oder sich in emotionalen Reden verirrten.

Organisiert wurde die Veranstaltung vom AStA anlässlich der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am Sonntag, den 14. Mai 2017. Zuvor konnten die Studierenden Themenvorschläge und Fragen für die Diskussion dem AStA zusenden. Daraus bildeten sich die Schwerpunkte: Hochschul-, Bildungs- und Sicherheitspolitik; Gleichstellung; Inklusion und die Entwicklung der Stadt Wuppertal.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der einzelnen Kandidaten wurde sich dem Thema Hochschulpolitik gewidmet. Bis auf die FDP-Politikerin Eva Schroeder sprachen sich alle gegen eine Wiedereinführung der Studiengebühren aus. Sie wolle es den Universitäten überlassen, ob sie diese wieder einführen oder nicht. Die Kandidatin der Linken, Petra Mahmoudi, hingegen forderte ein elternunabhängiges Bafög. Gegen eine Entlohnung des Praxissemesters der Lehramtsstudierenden im Master äußerte sich der SPD-Kandidat, Dietmar Bell, der seit 2010 Abgeordneter im Landtag NRW ist. Jedoch sehe er die entstehenden Probleme, beispielsweise die langen Fahrzeiten zur Praktikumsschule, die er angehen wolle. Diese Ansicht teilte Petra Mahmoudi, deren Priorität die Gewährleistung des Unterhalts ist.
Bei den Themen Bildung und Schulpolitik traten Dietmar Bell und Petra Mahmoudi für eine Gemeinschaftsschule ein, wohingegen CDU-Kandidat Björn Brick sich für die Einhaltung des dreigliedrigen Schulsystems und für G9 aussprach. Eva Schroeder will die Schulen selbst entscheiden lassen, ob sie vor Ort lieber G8 oder G9 hätten.

Die Veranstaltung war gut besucht
© AStA Wuppertal

Ein schwieriges Thema stellte die Inklusion dar. Hier kritisierte der „unabhängige“ Kandidat Jörg Heynkes, der von den Grünen unterstützt wird, die Abschaffung der Sonderschulen und empörte sich über die Politik, deren „Träume zu wenig mit der Realität zu tun haben“. Für diese Aussage erhielt er großen Applaus aus dem Publikum- und Kritik von Dietmar Bell, der betonte, dass die Eingliederung von SchülerInnen der Sonderschulen in das Regelsystem gleich Null wäre. Außerdem würden die Eltern ihre Kinder vermehrt nicht mehr in Sonderschulen anmelden, wie die Wahlfreiheit gezeigt hätte.

Bei der Frage nach einem Ausbau der Kameraüberwachung waren zum ersten Mal alle Kandidaten derselben Meinung. Selbst Björn Brick sprach sich, anders als in seiner Partei der CDU üblich, gegen eine Ausdehnung der Überwachung aus, was auch in der anschließenden Fragerunde angemerkt wurde.

Zum Schluss der Podiumsdiskussion ging es um konkrete Pläne für die Stadt Wuppertal. Hier setzen alle KandidatInnen auf mehr Bürgerbeteiligung, um gemeinsam die Stadt weiterzuentwickeln. »nkl«

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