Seit dem 1. Januar: Grüner Strom aus Wasserkraftanlagen für die Universität

Die Bergische Universität Wuppertal bezog bislang sogenannten Graustrom, u.a. aus Kern- und Kohleenergie (blickfeld berichtete). Das hat sich seit dem 1. Januar 2022 geändert: "Erfolg: Ökostrom an der BUW" verkündeten Students for Future und der Allgemeine Studierendenausschuss auf Instagram. blickfeld hat sich bei der Hochschulleitung über den neuen Energieversorger erkundigt.

Laut Auskunft von Corinna Dönges, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Bergischen Universität, hat sich die Wuppertaler Hochschule mit 32 weiteren Einrichtungen des Landes NRW, darunter Hochschulen, Fachhochschulen, Universitäten, technische Hochschulen usw., an einer Ausschreibung der Universität Münster beteiligt, „worin auch die möglichen Anteile regenerativer Energien wichtige Parameter darstellten.“ Neuer Lieferant der Bergischen Universität ist die Enercity AG aus Hannover.

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Uni-Versorgung „zu 100 Prozent mit elektrischer Energie aus Wasserkraftanlagen“

Auf die Frage, über welche Zertifizierung der neue Lieferant der Bergischen Universität bzw. der von der Universität bezogene Strom verfügt, antwortet die Uni-Sprecherin unserer Redaktion: „Die Bergische Universität Wuppertal wird gemäß Auskunft des neuen Energielieferanten zukünftig zu 100 Prozent mit elektrischer Energie aus Wasserkraftanlagen des alpinen bzw. des skandinavischen Raums versorgt. Dabei handelt es sich um den Energiemix ‚NaturOption‘ mit einem CO2-Faktor von 0 g/kWh.“

CO2-Reduktion an der Bergischen Universität von 4607 Tonnen pro Jahr

Bei einem Jahresverbrauch von rund 22,6 Millionen kWh würde laut Auskunft der Hochschule im Vergleich zu einem weiteren Bezug von Graustrom eine CO2-Reduktion von 4607 Tonnen erfolgen. Das gehe aus einer Berechnung der Enercity AG hervor. Das entspricht dem Gewicht von 768 erwachsenen afrikanischen Elefanten. Weiter erhalte die Bergische Universität einen entsprechenden Nachweis, welche Mengen aus welchen Kraftwerken über den Namen der BUW beschafft und verwendet wurden.

Die Hochschule sieht im Anbieterwechsel eine Lösung, „nachhaltiges, klimafreundlicheres Handeln auch mit wirtschaftlichen Aspekten in Einklang zu bringen.“ Zugleich begrüße die Hochschulleitung die Zusammenarbeit mit Initiativen universitärer Mitgliedsgruppen, was auch für das Engagement der Studierenden gelte. Students for Future, Studierendenvertreter:innen des AStA und des Studierendenparlaments und andere haben sich im Vorlauf der Neuausschreibung der Energieversorgung für einen Wechsel zu grünem Strom eingesetzt. »mw«

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  1. Ein richtiger & wichtiger Schritt!
    Jetzt wäre es wichtig diesen Umstieg auch langfristig zu sichern und nicht nur für den aktuell laufenden Stromvertrag (2 Jahre). Dabei können am besten auch direkt vernünftige Qualitätssiegel etabliert werden, Strom aus Wasserkraftwerken in Skandinavien bleibt am Ende leider doch Zertifikatehandel.

  2. Ein erster Schritt in die richtige Richtung! Jetzt dran bleiben und optimieren!
    Leider handelt es sich bei dem vertraglichen Bezug von Grünstrom oft nur um eine theoretische CO2-Einsparung für die Verbraucher. Eine reale Emissionseinsparung lässt sich mit zum Teil Jahrzehnte alten Wasserkraftwerken nicht erzielen. Hier kommt es im Grunde nur zu einer Verschiebung der Emissionen auf dem Papier: Die Hochschule wird grüner, der Strom der Normalverbraucher dafür etwas schmutziger – in Summe ist jedoch nichts gewonnen. Wirkliche Emissionseinsparungen lassen sich daher am besten durch eine Reduzierung des Energiebedarfs und der Investition in den Bau neuer regenerativer Erzeugungsanlagen erreichen – das mit dem GrünerStrom-Label ausgezeichnete Angebot von Enercity „Natur Option mit Förderung“ wäre daher ein naheliegender nächster Schritt.

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