Weihnachten an der Uni: Kein Glühwein vor drei

Gemütlich und weihnachtlich wird es an der Bergischen Universität Wuppertal, wenn vor der Mensa der geschmückte und hell erleuchtete Tannenbaum steht und das Aroma von frischen Waffeln und leckerem Glühwein durch die Gänge zieht. Letzterer bzw. sein Verkauf ist in diesem Jahr erst ab 15 Uhr erlaubt. Das hat die Hochschulleitung infolge der letzten Welcome Week beschlossen.

In der ersten Uni-Woche „war leider für den Start in das aktuelle Wintersemester eine außergewöhnliche Allgegenwärtigkeit alkoholischer Getränke festzustellen, und das eigentlich über die gesamte Tageszeit hinweg,“ beschreibt Dr. Roland Kischkel, Kanzler der Bergischen Universität, die Situation am Campus in einem unserer Redaktion vorliegenden Schreiben an einen Fachschaftsrat.

Alkohol am Campus: „Verantwortungsbewusste Selbstbeschränkung“ statt Verbote

Bislang habe die Hochschulleitung im Dialog mit den Vertreter/-innen der Studierendenschaft nicht auf Verbote, sondern auf einen maßvollen Umgang mit Alkohol und eine „verantwortungsbewusste Selbstbeschränkung aller Akteure“ gesetzt. Doch kommen die Uni-Verantwortlichen nun zum folgenden Schluss: „Nach zahlreichen persönlichen Wahrnehmungen ist diese Wirkung jedoch leider nicht eingetreten, eher ist das Gegenteil beobachtbar.“

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Für die Weihnachtszeit an der Uni Wuppertal bedeutet das: „Um jenseits allgemeiner Verbote hier eine noch akzeptable Grenze zu setzen“, bat die Hochschulleitung die Verwaltung, „Genehmigungen für Stände, an denen alkoholische Getränke erhältlich sind, ab sofort auf die Tageszeit ab 15 Uhr zu beschränken.“

AStA hat Verständnis für die „Frustration der Fachschaften“

AStA-Vorsitzender Soufian Goudi (Jusos) bedauert die Entscheidung der Hochschulleitung, „da der Glühweinverkauf zur Weihnachtszeit gerade für Fachschaften immer eine gute Haupteinnahme war, um Aktionen und Fachschaftsfahrten zu finanzieren.“ Zudem hinterfragt der AStA, „wieso andere alkoholische Getränke schon vor 15 Uhr verkauft werden, aber der Verkauf von Glühwein durch die Fachschaften nicht möglich ist.“ Als Beispiel führt er etwa den Verkauf in der vom Hochschul-Sozialwerk betriebenen Uni-Kneipe auf. „Die Frustration der Fachschaften diesbezüglich können wir nachvollziehen“, so Goudi.

Mitarbeiter/-innen und Dozierende fühlten sich durch „Geräusch- und Geruchsentwicklung“ gestört

Eine Uni-Sprecherin betont auf Nachfrage der blickfeld-Redaktion: „Die Hochschulleitung steht der studentischen Initiative vorweihnachtlicher Feiern aus den Fachschaften heraus, wie in den vielen Jahren bislang, auch weiterhin positiv gegenüber.“ Sie macht jedoch darauf aufmerksam, „dass sich Angehörige der Universität, die ihre Büros im Umfeld der Feiern haben bzw. in angrenzenden Seminarräumen lehren und lernen müssen, durch die alkoholbedingt verstärkte Geräusch- und Geruchsentwicklung gestört fühlten.“ Die Verkaufseinschränkung ab 15 Uhr sei daher eine Kompromiss-Regelung. »mw«

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