A Forest © Toni Propeller

A Forest © Toni Propeller

Wie viele Bäume machen einen Wald? In diesem Fall sind wohl drei ausreichend: Seit 2009 sind Fabian, Arpen und Friedemann zusammen „A Forest“. Nach der Veröffentlichung der EP gaben sich die Musiker aus Leipzig und Berlin einer kleinen Auszeit hin und gingen eine Weile getrennte (Wald-) wege. Doch nun sind sie zurück und haben ein neues Album im Gepäck, das sie uns am 29. April 2015 im Hutmacher in Wuppertal präsentieren.

Dichte, atmosphärische Klänge, eine gewisse Melancholie liegt in der Luft, die sich mit der Zeit zaghaft auflöst und in Leichtigkeit verwandelt. Wie eine Landschaft, die sich langsam vor dem inneren Auge ausbreitet, erst ein Baum, dann eine Lichtung, so entfalten sich Lieder wie „Parcours“ oder „The Man that plants the trees“. Ich glaub` ich steh` im Wald, denn musikalisch lässt sich die Band nicht so einfach in eine Schublade stecken: Ja, „A Forest“ ist irgendwie Pop, aber „A Forest“ ist auch noch so viel mehr. Man hört Einflüsse aus Soul, Singer-Songwriter, Hip Hop und Electronica. Manchmal rücken die Beats derart in den Vordergrund, dass selbst Baumstämme zu vibrieren beginnen würden. Dazu die aparte Kombination der zwei männlichen Stimmen, eine rau und schwermütig, die andere klar und sanft, mit einer Untermalung durch Schlagzeug, Synthesizern und Samples. Das ist „A Forest“ in ihrer musikalischen Definition.

Doch wer steckt hinter dem Trio? Da ist zum einen Sänger und Pianist Arpen, der sich auch bei „Arpen & the Volunteers“ musikalisch bewährt. Fabian Schuetze ist nicht nur Sänger Nr. 2, sondern auch begabt am Keyboard und bei seinem Solo-Projekt „Me and Oceans“, das er für „A Forest“ erst einmal auf Eis gelegt hat. Der Dritte im Bunde ist Schlagzeuger Friedemann Pruss, der dem ein oder anderen von der Band „Laing“ ein Begriff sein dürfte. Kennengelernt haben sich die hauptberuflichen Musiker bei dem Leipziger Label Analogsoul, welches u.a. von Fabian gegründet wurde. Zuvor gingen Arpen, Fabian und Friedemann anderen musikalischen (Solo-)projekten nach, denen sie sich auch während ihrer dreijährigen Schaffenspause widmeten. Nach der langen Funkstille wurde dann schließlich an dem ersten Album „Grace“ gebastelt, das im Oktober 2014 erschien.

Am 29. April 2015 im Hutmacher in Wuppertal © Toni Propeller

Am 29. April 2015 im Hutmacher in Wuppertal © Toni Propeller

Doch nicht nur musikalisch haben die Jungs wieder zusammengefunden, auch die Vermarktung ihrer Musik nimmt neue Gestalt an. Seit Januar 2014 kann ein jeder Teil der Band werden: I AM FOREST heißt das Projekt mit der sich die Band den Herausforderungen der Musikindustrie stellt und versucht, die Art des Musikmachens umzukrempeln. Denn nur so kann „der Kampf gegen Windmühlen“, wie Fabian es im Interview mit detektor.fm nennt, bestritten werden. In ihrem Manifest „Wir sind keine Musiker mehr“ erklären „A Forest“ ihr Vorhaben und versuchen, den vermeintlichen Werteverlust der Musik (der in ihren Augen eher eine Werteverschiebung ist) entgegenzugehen, indem sie Menschen wie dich und mich an ihrer Leidenschaft teilhaben lassen. Nicht nur durch Kommentare und Meinungsäußerungen zu ersten Songideen können Musikbegeisterte und Fans der Band ihren Einfluss deutlich machen; auch lädt die Band dazu ein, Remixe ihrer Lieder zu kreieren und zu teilen, um den Entstehungsprozess zu beeinflussen und ein Teil von „A Forest“ zu werden. Dabei schafft das talentierte Trio auch noch seine eigene Währung. Nach dem Prinzip „Pflanze einen Samen und irgendwann sind wir ein Wald“, soll sich die Musik der Drei wie ein Samenkorn im Wind verbreiten.

Im April habt ihr die Gelegenheit, Euch persönlich bei der Band über dieses Projekt zu informieren. Am 29.04.15 bespielen „A Forest“ den Hutmacher im alten Mirker Bahnhof in Wuppertal. Ihr könnt natürlich auch einfach nur kommen, um Euch selbst einen musikalischen Eindruck zu machen. Statt Tickets wird der Abend auf Hutspende basieren – daher einfach hingehen und überzeugen lassen. Weitere Informationen findet Ihr auf der Seite des Hutmachers, auf Soundcloud oder bei Facebook. »schwa«

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