Campus Grifflenberg – das „Montmartre Wuppertals“

Wie schätzten die Anwohner des Bergischen Landes die Gründung der BUW ein? Was wissen wir heute noch über die Hoffnungen und Bedenken der Menschen damals? Eine 1974 publizierte Befragung des Presse- und Werbeamtes der Stadt Wuppertal unter BürgerInnen aus Remscheid, Solingen und Wuppertal verschafft Aufklärung.

Anfang der 70er Jahre musste die BUW mit dem Campus auf dem Grifflenberg in der Presse noch nicht einmal den Vergleich mit dem Montmartre in Paris scheuen. Tatsächlich versprach man sich damals viele Vorteile von der neuen Universität.

Sowohl die Bergische Region, als auch die Stadt Wuppertal hofften auf neue wirtschaftliche Anreize, z.B. in der Buchhandelbranche oder Gastronomie. Weiterhin wurde auf einen Ausbau des kulturellen Sektors durch Belebung und Erweiterung des vorhandenen Unterhaltungsangebots in der Stadt spekuliert.

Damit einhergehend war die Hoffnung auf einen demografischen Wandel durch hinzuziehende Studierende und Lehrende, die die Bevölkerung bereichern könnten, groß. Weitere Chancen versprach man sich auch von einer möglichen dauerhaften Ansiedlung der nach ihrem Studium gut ausgebildeten AkademikerInnen. Verbunden wurde diese Vision mit dem Wunsch einer schnellen und dauerhaften Integration der Studierenden und Lehrenden. „Es wäre nicht wünschenswert, wenn die Universität ein Staat in der Stadt wäre“, argumentierte damals ein Bürger aus Wuppertal im Zuge der Befragung.

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Die mit diesem Vorhaben verbundenen und neu zu bewältigenden Aufgaben wurden bewusst wahrgenommen und angegangen. In diesem Zuge wurde bereits das Kapazitätsproblem vorausschauend angesprochen, vor dem man bei der Unterbringung der Studierenden stand. Im Hinblick auf die steigende Anzahl der Wohnheimsbewerber und den beschränkten Wohnraum, hat dieses Thema heute nicht an Aktualität eingebüßt.
Insbesondere wurde damals aber der positive ökonomische Faktor eines ortsnahen Studiums für lokale StudienanwärterInnen angesprochen. Ein Studium an der BUW würde Zeit zum Pendeln einsparen, aber auch, was heute vielleicht nicht mehr so wichtig ist, kostengünstiges Wohnen im Elterhaus ermöglichen.

Abschließend bleibt die durchaus positive Bewertung der BUW durch die BürgerInnen der Bergischen Region, die eine Erweiterung des bereits vorhandenen Ausbildungsangebots in Wuppertal begrüßten und den attraktiven Titel „Universitätsstadt“ wohl als sinnbildliches ‚Krönchen’ Wuppertals verstanden, zu betonen. »mama« – Erstveröffentlichung des Artikels in der Printausgabe 02-2012, erschienen im Juni 2012.

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