900.000 Euro für Studierende in Notlage

Studierende, die durch die Corona-Pandemie in eine finanzielle Notlage geraten sind, können nun eine Überbrückungshilfe beantragen.

Seit dem vergangenen Dienstag, 16. Juni 2020, können Wuppertaler Studierende die sogenannte „Überbrückungshilfe für Studierende in Notlage“ beantragen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat nach Verhandlungen mit dem Bundesverband der Studentenwerke dafür insgesamt 100 Millionen Euro bereitgestellt. Die Hilfe richtet sich – wie das Deutsche Studentenwerk auf seiner Internetseite schreibt – an diejenigen, die sich „nachweislich in einer pandemiebedingten Notlage befinden, die unmittelbar Hilfe benötigen und die keine andere Unterstützung in Anspruch nehmen können.“

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Laut Fritz Berger, Geschäftsführer des Hochschul-Sozialwerks Wuppertal (HSW), stehen für die Bergische Universität knapp über 900.000 Euro aus dem Nothilfetopf zur Verfügung. Die Verteilung der Bundesmittel erfolge auf Grundlage der Studierendenzahlen am Hochschulstandort.

Studierende bekommen – je nach Kontostand – bis zu 500 Euro aus dem Hilfsfond

Studierende können über die Überbrückungshilfe bis zu 500 Euro pro Monat erhalten. Diese wird für Juni, Juli und August ausgezahlt und muss jeweils für jeden Monat separat beantragt werden. Die Auszahlungshöhe hängt maßgeblich vom Kontostand des Antragstellers ab und ist gestaffelt. Wer beispielsweise über weniger als 100 Euro verfügt, erhält eine Hilfe in Höhe von 500 Euro. Wer zwischen 400 und 499 Euro liegt, dem werden lediglich 100 Euro überwiesen. Wer mehr als 500 Euro auf dem Konto hat, geht leer aus.

Vor Ort ist das Hochschul-Sozialwerk Ansprechpartner für die neue Hilfe für Studierende

Die Antragstellung erfolgt über ein Online-Portal des Deutschen Studentenwerks. Bis zum vergangenen Freitag hätten laut Berger 1.376 Studierende die Überbrückungshilfe beantragt, also etwa sechs Prozent der rund 23.000 eingeschriebenen Studierenden an der Wuppertaler Universität. Darunter befänden sich bereits 400 vollständige Anträge, die ein Volumen von 168.000 Euro umfassen würden. Mehr als die Hälfte könnte zum jetzigen Stand eine Unterstützung von über 500 Euro erhalten.

Hohe Antragszahl kam unerwartet

„Die Anzahl der Anträge hat uns überrascht, denn die Nachfragen zu den bestehenden Hilfsangeboten, etwa für unseren eigenen Sozialfonds oder Darlehen aus der Daka-Darlehenskasse, waren bislang eher überschaubar und kommen an die Zahl der gestellten Nothilfe-Anträge nicht heran“, erklärt Berger.

Mit den für Wuppertal zur Verfügung stehenden Mitteln könnten hypothetisch gerechnet 1000 Studierende über drei Monate jeweils 300 Euro erhalten. Die derzeitige Nachfrage lässt vermuten, dass dies nicht ausreichen könnte. Berger erklärt in diesem Kontext: „Nach unserem aktuellen Kenntnisstand plant das Ministerium keine Aufstockung der finanziellen Mittel. Ich würde dies aber auch nicht ausschließen, sofern die Nachfrage anhält.“

AStA kritisiert zu späte und niedrige Hilfe

Scharfe Kritik in Richtung Ministerium formuliert AStA-Vorsitz Soufian Goudi: „Die Hilfe kommt zu spät und ist mit bis zu 500 Euro viel zu niedrig angesetzt. Abzüglich Miete und studentischer Krankenversicherung bleibt kaum etwas zum Leben übrig.“ Er geht von einem weiteren Anstieg der Anträge aus und sieht den Grund in der Vergabe der Hilfe auf Grundlage des Kontostandes: „Studierende warten nun, bis ihr Konto leer ist und stellen dann erst einen Antrag. Dieses Hauptkriterium ist absurd.“

Der Wuppertaler AStA fordert gemeinsam mit weiteren Studierendenverbänden eine deutliche Erhöhung der finanziellen Hilfen, denn angesichts der Antragszahl geht Goudi davon aus, „dass die Mittel nicht ausreichen werden.“ »mw«

Online-Antrag für die „Überbrückungshilfe für Studierende in Notlage“:

Dieser Artikel erschien auch in der Ausgabe der Westdeutschen Zeitung vom 23. Juni 2020.

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