Gespräch mit Björn Moschinski zur veganen Woche

blickfeld zieht Bilanz und blickt hinter die Kulissen

Eine Woche vegane Mensa ist nun vorbei, Zeit für einen abschließenden Rückblick. Zunächst einmal ist es für einen Veganer sehr interessant eine Woche lang in der Mensa gegessen und an diesem Aspekt der Universität teilgenommen zu haben. Etwas, welches einem sonst verwehrt bleibt. Es bleibt zu hoffen, dass sich auf diese Aktion folgend dieser Umstand ändert und vegane Gerichte regelmäßigen Einzug in das Angebot der Mensa erhalten. Wie es überhaupt zu dieser Aktion kam, wie diese ablief und weitere Fragen beantwortete Björn Moschinski, der die Schulung zum veganen Kochen für die Köche/Köchinnen des HSW gab, in einem kurzen Interview.

Björn Moschinski – Foto: Sandra Gärtner – FoodFotografin.de

Sarwary: Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit dem HSW und zur Planung der veganen Woche?

Moschinski: Dies kam durch meine Kooperation mit der Albert Schweitzer Stiftung (ASS) für unsere Mitwelt zu Stande. Die ASS schrieb vor knapp einem Jahr alle Studentenwerke (STW) an, um Ihnen die Vorteile einer veganen In-House Schulung mit mir zu erläutern. Dieses Schreiben und die davor erfolgreich durchgeführte Schulung der Köche/Köchinnen im STW Berlin machten eine Schulung möglich. Nicht zu vergessen ist hier auch das Zutun jedes einzelnen Studierenden, der das STW Wuppertal auf vegane Gerichte angesprochen hat und somit den Bedarf erklärte. Aber dies waren alles nur Impulse, da in erster Linie die EntscheidungsträgerInnen und der Chefkoch der Mensa den Entschluss fassten und umsetzten.

Sarwary: Welches Feedback, einerseits vom HSW, andererseits von den Studierenden, haben Sie erhalten?

Moschinski: Die Köche/Köchinnen des HSW waren Klasse. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen und auch Vorurteile gegenüber des veganen Essens waren nicht zu spüren. Ich habe sehr schnell bemerkt, dass sich die Kollegen/Kolleginnen im Vorfeld Gedanken gemacht hatten und daher gut informiert und motiviert waren.
Dass an dem Tag, an dem ich vor Ort war, eines der stärksten Fleischgerichte angeboten wurde, war für mich eher unglücklich. Aber das Feedback derer, die das vegane Essen aßen, war sehr positiv. Es darf aber nicht vergessen werden, dass das Ziel meiner Schulung das Coachen der Köche/Köchinnen im Umgang mit veganen Rohstoffen ist.

Sarwary: Auffällig ist, dass alle Gerichte vegane Varianten klassischer Fleischgerichte sind. Wie kam es zur Wahl dieser Gerichte?

Moschinski: Das schöne an der Arbeit mit Köchen/Köchinnen ist, dass alle vom Fach sind. Ich muss niemanden das Kochen und das Zubereiten von Speisen mit Gemüse erklären, da sie das beherrschen. Aber das Zubereiten von deftigen Speisen und von Fleischalternativen bereitet meist enorme Schwierigkeiten. Woher sollten sie auch wissen, wie man mit Produkten umgeht, mit denen sie noch nie gearbeitet haben? Und daher war das einer meiner Gründe, Gerichte mit Fleischalternativen anzubieten. Auch hatte ich das Ziel den Studierenden zu zeigen, dass die vegane Küche nicht nur blanchiertes Gemüse und Körner ist, sondern auch gut bürgerliche, deftige Komponenten enthält, die kaum zu unterscheiden sind. Dass dies so ist habe ich mit der ARD an der Uni Bochum bewiesen, als ich ein veganes Gulasch kochte und 88% der Konsumenten/Konsumentinnen dies nicht bemerkten (Video auf www.veganheadchef.com). Dies ist der Beweis dafür, dass die Qualität der veganen Gerichte sehr hoch ist und auch keinen Verzicht bedeuten muss.

Sarwary: Wie beurteilen Sie selbst die Aktion?

Moschinski: Aus meiner Sicht war die Schulung ein Erfolg! Ich konnte den Köchen/Köchinnen des HSW die Grundlagen erläutern, auf denen sie jetzt aufbauen können und soweit ich das richtig verstanden habe auch wollen.

Vielen Dank für Dein Interview und auch vielen Dank an das HSW, das diesen veganen KochWorkshop ermöglicht hat.

Sarwary: Danke für das Interview!

Homepage von Björn Moschinski: www.veganheadchef.com

Aber vor allem auch die Gerichte selbst waren natürlich von Interesse, deshalb folgt noch im Anschluss an die schon im Facebook veröffentlichten Einzelreaktionen auf die Gerichte ein ganz persönliches Gesamtfazit und Ranking des Angebots der letzten Woche:

Die TOP 5 der veganen Mensa

Platz 5: Gulasch
Interessanterweise das meiner persönlichen Meinung nach schwächste Gericht der Woche. Durchaus lecker, aber die anderen Gerichte der Woche haben mich mehr überzeugt.

Platz 4: Frikassee
Auch dieses war gut, aber hinter den Anderen im Vergleich. Da von Nicht-Veganern das Feedback kam, dass es sehr ähnlich einem Fleisch-Frikassee schmeckte, scheint es wohl im allgemeinem an diesem Gericht zu liegen, dass es bei mir nicht so hoch eingestuft wird.

Platz 3: Gebratene Medallions
Sehr schmackhaft gebraten, leckere Sauce und der als Beilage gereichte Pinienkernreis war auch hervorragend. Rundum gelungen.

Platz 2: Spaghetti Bolognese
Überraschend auf dem zweiten Platz. Man sollte eigentlich meinen, dass dies kein besonderes Gericht darstellt. Allerdings war die Sauce sehr gut gewürzt und hat die Erwartungen so weit übertroffen, dass es sich diesen Platz meines Erachtens verdient hat.

Platz 1: Chili sin Carne
Super gewürzt, leckere Zutaten, großartig gelungen. Für einen Chili-Fan eine sichere Nummer 1.


Dies stellt natürlich eine sehr subjektive Liste dar, darum sind alle eingeladen, ihre Meinungen und Reaktionen per Kommentarfunktion hier oder im Facebook mitzuteilen. »hs«

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  1. Sehr gut gelungener Beitrag, eine vegane mensa hört sich total gut an, bin mir sicher das auch eine vegane küche gut schmecken kann

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