„Status quo“ zur UniCard

blickfeld im Gespräch mit Marek Drulla, AStA-Servicereferent und Verantwortlicher für das Projekt der UniCard

Ein zentrales Anliegen des amtierenden AStA ist es eine UniCard für alle Studierenden der Bergischen Universität Wuppertal durchzusetzen. Diese soll zahlreiche Funktionen auf einem Medium vereinen. Blickfeld-Redakteur Martin Wosnitza hat in diesem Kontext das Gespräch mit Marek Drulla gesucht, dem verantwortlichen AStA-Referenten für dieses Projekt.

Martin Wosnitza: Hallo Marek, der amtierende AStA bzw. die darin vertretenden Hochschulgruppen sprachen sich zum Anfang der Legislaturperiode für eine multifunktionale UniCard aus, die Funktionen, wie eine Geldkarte, den Studierenden- und den Bibliotheksausweis, eine Kopierkarte und ähnliches auf einem Medium vereinen sollte. Mittlerweile wird eine abgespeckte Variante fokussiert, die sich auf das Mobilitätsticket, den Studierenden- und den Bibliotheksausweis beschränkt. Wie kam es zu dieser Reduktion?

Marek Drulla, AStA-Servicereferent © Drulla

Marek Drulla: Die Forderung nach einer multifunktionalen UniCard war von allen Beteiligten nicht ausreichend auf den Standort Wuppertal reflektiert. Ein Teil der von dir genannten Funktionen benötigen einen entsprechenden Chip auf der UniCard – doch was gewinnt man tatsächlich durch diesen? Möglicherweise eine Bezahlkarte mit der man in den gastronomischen Einrichtungen des Hochschul-Sozialwerks bezahlen kann, sofern das HSW sich daran beteiligt. Doch funktioniert eine bargeldlose Bezahlung schon heute problemlos. Auch könnte die Bezahlung an den Kopierern per UniCard realisiert werden. Hier stellt sich jedoch die Frage, da es sich um Fremdunternehmen handelt, die die Kopierer bspw. in der Bibliothek stellen, in wie fern man Investitionen und Entwicklungen für ein Fremdunternehmen tätigen will. Gerade weil es sich hier um Studierendengelder handelt. Ferner die Frage, welche Risiken der Chip selbst beherbergt. Wie einfach kann er ausgelesen werden? Können auf seiner Basis Bewegungsprofile erstellt werden? All diese Faktoren führen zu einer nicht tragbaren Kosten-Nutzen-Relation, würde man weiterhin eine multifunktionale UniCard fokussieren. Daher die Reduktion auf die drei elementaren Dinge: Studierendenausweis, Mobilitätsticket und Bibliotheksausweis.

Martin Wosnitza: Auch bei einem reduzierten Funktionsumfang wird man mit drei beteiligten Seiten konfrontiert. Das sind die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) beim Mobilitätsticket, die Leitung der Universitätsbibliothek bei der Ausleihkarte und die Universitätsverwaltung beim Studierendenausweis. Fanden bereits erste Gespräche statt und wie liefen diese ab?

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Marek Drulla: Es fand bereits ein Gespräch mit dem WSW-Verkehrsmanagement statt. Dieses war sehr angetan von der Idee, doch bleibt die eigentliche Entscheidung bei der Betriebsleitung. Es werden noch zahlreiche Gespräche folgen müssen. Gerade vor dem Hintergrund, dass die WSW sehr zufrieden mit der aktuellen „ticket2print“-Variante sind, da so viele Verwaltungsarbeiten automatisiert werden. Doch vertreten wir als AStA über 16.000 Kundinnen und Kunden in diesen Gesprächen, wodurch wir Gewicht in die Verhandlungen bringen können.
Die Leitung der Bibliothek war von der Idee ebenfalls angetan und hat weitere Gesprächsbereitschaft signalisiert. Jedoch wurde dabei auch klar erklärt, dass man nicht über die Mittel verfügt um einen Alleingang in dieser Frage zu stemmen. Schließlich müssen das interne System und die EDV umgestellt werden. Zusätzlich ist der Barcode ja lediglich ein Bestandteil.
Die Hochschulverwaltung steht dem Thema eher zurückhaltend gegenüber. Doch zeigt man sich den Wünschen der Studierenden offen, so dass sie sich dem Prozess nicht verschließen wird. Eine Prüfung wird in die Wege geleitet.

Martin Wosnitza: Zum Abschluss noch eine persönliche Einschätzung bzw. Prognose. Für wann ist die Einführung einer UniCard deiner Meinung nach realistisch?

Marek Drulla: Es wird ja bereits länger an einer Einführung gearbeitet. Die Gespräche mit allen Beteiligten laufen, doch sind wir in allen Fragen von den anderen Seiten abhängig. Im Bereich des Mobilitätstickets, den wir noch am ehesten direkt beeinflussen können, wünschen wir uns den Aufdruck „Freie Fahrt in NRW“, evtl. realisiert durch die Anbringung des NRW-Ticket-Hologramms, wobei hier die Mehrkosten geprüft werden müssen. Auch würden wir eine harte Version der Plastikkarte des Studierendenausweises der aktuellen weichen Variante vorziehen. Gerade durch den Wegfall des Chips sollten die Kosten hier überschaubar bleiben. Da im Rektorat gerade viele Kräfte durch His-in-One gebunden sind, kann nicht mit dem gleichen Ressourceneinsatz an der UniCard gearbeitet werden.

Martin Wosnitza: Vielen Dank für das Gespräch. »mw«

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  1. Peter Immel

    Also ich fühle mich nicht vertreten! Das Ausdruckticket hat deutliche Vorteile: Bei Verlust drucke ich mir ein Neues aus, ich möchte nicht wissen, wie teuer eine neue „Uni-Card“ bei Verlust seinen wird. Bleibt nur noch zu hoffen, dass der Studentenschaft keine Kosten durch dieses unsinnige Vorhaben entstehen.

  2. Florian Meier (AStA)

    Peter, du solltest nicht vergessen, dass auch die momentan produzierten Studierendenausweise einen gewissen Betrag kosten und das halbjährlich.

    Der momentane Studierendenausweis wird jedes Semester neu gefertigt, in Folie eingeschweißt und auf den Brief aufgebracht.

    Eine Plastikkarte zu produzieren, die idealerweise dein ganzes Studium hält, dürfte preislich deutlich unter den Kosten der momentanen Lösung liegen.

    In Anbetracht dessen, dass jährlich eine hohe Anzahl an Karten gefertigt werden muss, sollten auch entsprechend gute Preise kein sonderlich großes Problem darstellen.

    Ob und in welcher Höhe Kosten bei Verlust/Beschädigung/Zerstörung deines Ausweises anfallen wäre sicher zu klären. Da allerdings keine Chips in den Karten vorhanden wären, fällt auch dies deutlich günstiger aus.

    Das Argument mit dem Verlust des Tickets kann überdies nicht wirklich gelten, da du bei der Ticket2Print-Variante ebenfalls immer einen Lichtbildausweis mit dir führen musst. Viele Kontrolleure wollen zudem auch den Studierendenausweis sehen.
    Verlierst du also dein Ticket2Print-Ticket, verlierst du theoretisch auch deinen Studierendenausweis und deinen Personalausweis/Führerschein.
    Damit ist dieses Argument nicht gültig.

  3. Petra Immel

    Also ich fühle mich gut vertreten. Auch wenn dadurch Mehrkosten entstehen, hoffe ich auf die Solidarität aller Studierenden, sodass das Vorhaben durchgesetzt werden kann. Auch wenn das leichte AUsdrucken in der Vorteile hat, finde ich eine all-round-Karte besser.

  4. Herr Damit

    Wer hier allen Ernstes schreibt „Ich fühle mich gut vertreten“, kann doch nur ein getarnter AStA-Agent sein. Oder hat irgendwer von außerhalb der Koalition schon mal von irgendwas erfahren, was der Haufen gemacht hat?

  5. Was zur Hoelle?

  6. Peter Immel

    Natürlich ist meine Schwester Teil der AStA-Koaltion. Zu Hause haben wir deshalb immer Streit.

  7. Peter Immel

    Ob ich jetzt praktisch meinen Führerschein/Personalausweis oder Disney-Club-Mitgliedsausweis mit dem Ticket verloren habe, ist irrelevant. Durch die Uni-Card entstehen entstehen mir Kosten. Kosten durch eine Neuausstellung bei Verlust und – wie meine Schwester andeutet – auch bei der Einführung. Die bisherige Lösung wird von der Hochschule finanziert. Warum sollte man ein funktionierendes System – ohne nennenswerten Mehrwert – auf Kosten der Studentenschaft verschlimbesseren. Hier wird die ideologische Verblendung der Amtierenden evident.

    Mein Vorschlag: Verhandelt weiter, Veröffentlicht eine Aufstellung aller Kosten (Einführungskosten, Betriebskosten und Planungskosten incl. der Aufwandsenschädungen der Projektleiter) und stellt euch einer Urabstimmung! Wenn 30 % der Studenten für eure Karte sind, dann will ich es auch sein!

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