Zukunft der Uni-Halle ungewiss

Sanierung oder Neubau?

Ob durch Kulturevents, Sportkurse, Prüfungen oder Semesterbegrüßung – jede/r Studierende kennt sie: Die Uni-Halle. Nach 26 Jahren multifunktionalen Einsatzes wäre im April 2013 beinahe Schluss gewesen. Die Probleme: Konstruktionsmängel am Dach und Defizite im Brandschutz. Die Lösung: Sanierung oder Neubau. Ein Gutachten soll Aufschluss geben. Eine technische Aufrüstung der Halle schafft die dafür notwendige Zeit und sichert den Betrieb für die nächsten zwei Jahre. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben …

Die ergebnisoffene Prüfung ist das Resultat einer öffentlichen Debatte zwischen Stadt und Universität. Der Problemfall Uni-Halle ist hinlänglich bekannt. Rund 13 Mio. Euro stehen zur Abhilfe bereit, mit denen die Stadt Wuppertal eine Sanierung der Uni-Halle im laufenden Betrieb anstrebt. Universität und Studierendenschaft sprechen sich hingegen für einen Neubau aus – im gleichen Kostenrahmen. Hinter ihnen stehen fast 2.000 Befürworter. Einerseits über eine durch die Sportwissenschaft und den Hochschulsport initiierte Unterschriftenaktion, andererseits im Rahmen einer durch den Allgemeinen Studierendenausschuss veranlassten Online-Petition. Mit Erfolg: Universität und Stadt haben sich gemeinsam darauf verständigt, einen unabhängigen Gutachter zu beauftragen, um die vorliegenden Optionen zu prüfen.

Eine Variante sieht die von der Stadt favorisierte Sanierung vor. Dabei wird in der Uni-Halle eine weitere Halle errichtet, um einen Umbau im laufenden Betrieb zu ermöglichen. Der Bau einer Dreifachhalle, der anschließende Abriss der Uni-Halle und der am gleichen Standort vollzogene Neubau bilden die zweite, zu prüfende Möglichkeit. Lösung Nummer drei unterscheidet sich kaum von der zweiten Option; es wird lediglich geprüft, ob ein Neubau an einem anderen Standort möglich ist. Zum Ende des Jahres soll das Ergebnis des Gutachtens vorliegen und als Entscheidungsgrundlage dienen.
Unabhängig davon werden in den Sommermonaten notwendige brandschutztechnische Maßnahmen in der Uni-Halle durchgeführt. Durch diese verlängert sich die Betriebserlaubnis um zwei Jahre. Aufgrund der Bauarbeiten fällt das Angebot des Hochschulsports für einige Wochen aus und verlängert sich dadurch bis zum 13. Oktober. Im Vergleich zur drei Jahre andauernden Sanierung ist dies das kleinere Übel. Über 2.000 Hochschulsportlern und 900 Sportstudierenden bleibt so ein Programm bzw. Studium mitten auf einer Baustelle erspart.

»Unzumutbare Studienbedingungen und einen Stillstand für den Hochschulsport«, so beschreiben die Verantwortlichen vom Unisport und der Sportwissenschaft die Bestandssanierung. Im Rahmen einer eigens herausgegebenen Broschüre kommen beide Institutionen zu dem Ergebnis, dass diese Option »mittel- und langfristig keinerlei Vorteil« für Uni, Stadt und Region bieten würde.
Die Alternative: Die Bergische Campus-Arena, also ein Neubau. Diese sei nicht teurer als eine Sanierung, würde mehr Sportflächen schaffen und einen »wirtschaftlicheren und effizienteren Betrieb«, auch aus energetischer Perspektive, ermöglichen. Eine Rechnung, die Skepsis bei den städtischen Verantwortlichen auslöst. Sie befürchten mit einem Neubau den Kostenrahmen zu sprengen. Dieses Risiko sei laut Uni-Kanzler Roland Kischkel aber auch bei einer Sanierung gegeben. Ferner dürfe man nicht ausschließlich die Sanierungssumme betrachten, sondern müsse auch die Folgekosten berücksichtigen. Die Universität selbst steuere laut Kischkel jährlich 750.000 € Miet- und Betriebskosten bei.

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Abseits der laufenden Debatte zeigt das Thema Uni-Halle: Engagement zahlt sich aus. Universität und Studierendenschaft haben mit Nachdruck gemeinsam einen Standpunkt vertreten. Die städtischen Verantwortlichen haben diesen anerkannt, wodurch nun gemeinsam an einer zukunftsfähigen Lösung gearbeitet wird. »al & mw«

Weitere Infos findest du auf der Sonderseite der Sportwissenschaft unter:

Erstveröffentlichung des Artikels in der Printausgabe 02-2013, erschienen im Juli 2013.

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