Jana und Alina beginnen ihr Studium an der Uni Wuppertal

Das Wintersemester hat begonnen. Erneut starten tausende Studierende ihr Studium an der Bergischen Universität. Unter ihnen sind auch Alina und Jana. blickfeld hat beide interviewt und mit ihnen über Pendelei, Zimmersuche und Mensaangebot gesprochen.

Neu an der Uni Wuppertal: Alina (l.) und Jana (r.) © mw

Ganz „Campus“-unerfahren sind sie nicht: Die 20-jährige Alina hat zwei Semester Gesellschaftswissenschaften in Aachen studiert. Der Studiengang sagte ihr jedoch nicht völlig zu. Ihr neues Ziel ist es, Grundschullehrerin mit den Fächern Germanistik, Mathe und NaWiTec (Naturwissenschaft und Technik) zu werden. Auch Jana wechselt das Studienfach: Nach einem erfolgreichen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena (Thüringen) kam sie nach einem Zwischenstopp an der Bonner Universität nach Wuppertal. Hier beginnt sie nun den Master Sustainability Management („Nachhaltigkeitsmanagement“). Doch für beide ändert sich nicht nur das Studienfach.

„Hier steht Haupteingang am Haupteingang“

Es klingt erst einmal trivial, was die 22-jährige Jana an der Bergischen Universität feststellt, aber „die Unis in Jena und Bonn sind über die gesamte Stadt verstreut. Dort gibt es gar kein richtiges Campus-Feeling wie hier.“ Alina stimmt ihr zu, denn auch die RWTH ist in ganz Aachen verteilt und hat dabei „keinen so coolen Ausblick auf die Stadt wie der Campus Grifflenberg.“ Zudem überzeugt die beiden die Verkehrsanbindung, die vom Hauptbahnhof direkt zur Universität führt. Das ist wichtig, denn beide müssen pendeln: Alina noch aus Aachen, später dann, nach Zusammenzug mit ihrem Freund, aus Schwelm. Jana kommt aus Bonn, was rund zwei Stunden dauert. Für den Umzug ins Tal sucht sie derzeit intensiv nach einem (WG-)Zimmer. Die „letzte Meile“ hoch zur Uni geht Jana gerne zu Fuß. Mit dem Fahrrad kann sie sich dies nicht vorstellen, Alina dafür sehr wohl mit einer Seilbahn, deren Idee sie „cool“ findet.

Familiäre Atmosphäre, kleine Mensa-Auswahl und wenige Wohngemeinschaften

Was fällt noch auf? Dass das mit der Zimmersuche gar nicht so einfach ist. Jana hat schon viele Besichtigungen in Wuppertal und Umgebung hinter sich. Gerade Wohngemeinschaften scheinen nach ihren Erfahrungen hier nicht besonders populär zu sein: „Viele pendeln oder wohnen bei den Eltern.“ Dafür seien die hiesigen WG’s mit „Spülmaschine und Wohnzimmer“ oft „luxuriös ausgestattet“.

Das Essensangebot an der Uni lasse für beide zu wünschen übrig. „In Aachen gibt es eigene Angebote für Pizza, Pasta, Burger und Fingerfood und diese sind zudem auch günstiger“, sagt Alina. Ähnliches berichtet Jana aus Jena: „Die tägliche Auswahl enthielt vegetarische und vegane Speisen. Preislich ging es ab 1,50 bis 1,75 Euro los.“ Ihr erstes Fazit: In Wuppertal ist es teurer bei einer kleineren Auswahl.

Dafür herrsche an der Uni ein viel freundlicherer Grundton, wie Alina erzählt: „Anfragen an FachvertreterInnen oder DozentInnen werden schnell beantwortet, teilweise sogar noch um 23 Uhr. Alles wirkt wesentlich persönlicher, lockerer und näher.“ Gleiches erhoffen sich beide von ihren zukünftigen KommilitonInnen.

Mit der Schwebebahn von Vohwinkel nach Barmen

Was das Stadtgeschehen angeht, so ist Alina bereits „mittendrin“. Das Milias in Elberfeld ist für sie ein „gemütlicher Kaffeeladen“ und die Hardt-Anlage ein Ort zum Entspannen. Die obligatorische Schwebebahnfahrt liegt auch schon hinter ihr. Dem Wuppertaler SV im Stadion am Zoo möchte sie auch einen Besuch abstatten, „außer Aachen spielt dort, dann bin ich im Aachener Block.“ Jana hingegen eilt derzeit von einem Besichtigungstermin zum nächsten. Daneben bleibt nicht viel Zeit zum Erkunden der Stadt und deren Freizeitmöglichkeiten. Ein künftiges Ausflugsziel haben beide gemein: Sie wollen alsbald den Wuppertaler Zoo besuchen.

Engagiert neben dem Studium

Dass sie sich ehrenamtlich engagieren, teilen die beiden ebenfalls: Passend zum Master ist Jana bei Viva con Agua aktiv, einem Verein, der sich für den weltweiten Zugang zu sauberem Trinkwasser einsetzt. Es begeistert sie, dass in Wuppertal das Thema „Nachhaltigkeit“ groß geschrieben wird – u.a. durch das Wuppertal Institut oder Utopiastadt. Sie hofft, die Theorie ihres Studienganges mit Praxis vor Ort verbinden zu können.

Alina hat vor dem Studium ein Freiwilliges Soziales Jahr Politik (FSJ-P) im Bereich Jugendpartizipation in der Städteregion Aachen absolviert und dabei u.a. Podiumsdiskussionen mit Politikern an Schulen organisiert. Politische Jugendarbeit ist ihr ein wichtiges Anliegen. Als Grundschullehrerin möchte sie Heranwachsenden einen guten Start ermöglichen. Ob sie sich in der Studierendenschaft hochschulpolitisch einbringen möchte, lässt die in Stolberg aktive Sozialdemokratin noch offen. Derzeit interessiert sie sich eher für ein kommunales Engagement in Schwelm.

Doch bei allen Erwägungen heißt es für die beiden erst einmal: An der Uni ankommen, Orientierung finden und ins Studium einsteigen. »mw«

Dieser Artikel erschien auch in der Printausgabe der Westdeutschen Zeitung.

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